Sachsen

Baustart in Chemnitz : Körperbehindertenschule bekommt neues Zuhause

Die Körperbehindertenschule in Chemnitz bekommt ein neues sonderpädagogisches Förderzentrum. Zum offiziellen Spatenstich für den Neubau in der Heinrich-Schütz-Straße am Freitagvormittag war auch Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth vor Ort. Neben dem neuen Schulgebäude bekommt der Komplex auch ein Wohnheim, Therapieräume und eine Sporthalle.

Eine Zeichnung einer Körperbehindertenschule.
So soll der Innenhof der neuen Körperbehindertenschule aussehen.

Das Wohnheim wird eine vollstationäre Einrichtung, in der an 250 Tagen im Jahr montags bis freitags behinderte Kinder und Jugendliche betreut werden. Insgesamt wird die Einrichtung 24 Plätze anbieten. In der Ganztagsbetreuung stehen insgesamt 48 Plätze zur Verfügung. Die Sporthalle ist als Zweifeldsporthalle konzipiert, sie wird eine Zuschauertribüne erhalten und auch für Wettkämpfe geeignet sein. Die Baukosten betragen rund 33 Millionen Euro. Die Stadt Chemnitz stellt knapp 18 Millionen Euro zur Verfügung, Sachsen trägt 15 Millionen Euro.

Der Neubau soll laut Kultusministerium bis zum Sommer 2014 bezugsfertig sein. Dann werden neben der "alten" Körperbehindertenschule auch das Heim, die Ganztagsbetreuung und der Therapiebereich umziehen. Was dann mit dem ausgedienten Gebäudekomplex in der Wittgensdorfer Straße passiert, ist den Angaben zufolge noch unklar. Derzeit gibt es 138 öffentliche Förderschulen in Sachsen.

Eines der größten Schulbauprojekte in Sachsen

Ursprünglich sollte ein Doppelschulkomplex von Körperbehindertenschule und Chemnitzer Schulmodell entstehen. Aufgrund ausbleibender Fördermittel konnte das nach Angaben der Stadt allerdings nicht umgesetzt werden und so entschied sich der Chemnitzer Stadtrat am 20. Juni 2012 für den Neubau der Körperbehindertenschule. Laut Kultusministerium Kurth handelt es sich dabei nicht nur um das größte Schulbauprojekt in Chemnitz, sondern auch um eines der größten Schulbauprojekte in Sachsen.

Kurth hält Förderschulen für unverzichtbar

Brunhild Kurth
Kurth: Wohl des Kindes ist zentraler Maßstab.

Zur Diskussion über den Sinn von Förderschulen sagte Kurth anlässlich des Baustarts, sie halte die Arbeit der Förderschulen für unverzichtbar. Trotz aller Bemühungen um eine stärkere Inklusion von behinderten Schülern in allgemeine Schulen werde man an Förderschulen festhalten. Zentraler Maßstab sei das Wohl des Kindes. "Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sollen wie alle anderen Kinder den für sie höchstmöglichen Schulabschluss erreichen." Gleichzeitig unterstrich Kurth, dass die Durchlässigkeit und damit die Wechselmöglichkeiten von Förderschulen in allgemeine Schulen verbessert werden müssten.

2014 wird die Schule 50 Jahre alt

Klara Lämmel mit der kleinen Teresa - betrachtet es als eine ihrer Aufgaben, sich an der Betreuung der komplex geschädigten Kinder zu beteiligen.
240 Schüler besuchen derzeit die Körperbehindertenschule in Chemnitz.

Die Körperbehindertenschule in Chemnitz wurde 1964 als Sonderschule für Körperbehinderte eröffnet. Damals befand sich die Schule noch in der Markersdorfer Straße. Aus der Schulchronik geht hervor, dass dort rund 50 Schüler von etwa 24 Lehrern betreut wurden. Schüler, die im Rollstuhl saßen, konnten dort damals noch nicht unterrichtet werden. 1981 begann der Schulbetrieb am heutigen Standort in der Wittgensdorfer Straße. Dort gab es erstmals auch ein Internat.

Heute beherbergt die Körperbehindertenschule neben der Schule für körperlich – geistig behinderte Menschen und Lernbehinderte auch ein Heim und eine sonderpädagogische Beratungsstelle. 46 Lehrer unterrichten 240 Schüler in 29 Schulklassen. Außerdem beschäftigt die Einrichtung derzeit unter anderem 16 Heimerzieher, acht Krankenschwestern, eine Schulärztin, eine Sozialarbeiterin und zwölf Therapeuten.

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2012, 11:47 Uhr

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