Sachsen

Vor dem Umbau : Ausverkauf im Dresdner Kulturpalast

Im Dresdner Kulturpalast beginnt am Freitag das große Ausräumen. Um den Saal für den dreijährigen Umbau vorzubereiten, werden an den kommenden zwei Tagen ausgediente Stühle und diverse Kleinteile verkauft. Wie die Geschäftsleitung der Konzert- und Kongressgesellschaft mitteilte, soll der Erlös des Verkaufes gemeinnützigen Zwecken gespendet werden.

Bildergalerie: Im Kulturpalast gehen die Lichter aus

Blick auf den Dresdner Kulturpalast vor dem Schlossturm und der Katholischen Hofkirche. Hinter den Kulissen des Kulturpalastes Dresden Hinter den Kulissen des Kulturpalastes Dresden

Mit dem "Brückenmännchen" verabschiedet sich der Kulturpalast für drei Jahre von der Dresdner Veranstaltungsbühne. Blicken Sie hier noch einmal hinter die Kulissen des alten "Kulti". [Bilder]


Am Freitag verkauft der Kulturpalast zunächst die Polsterstühle. Neben einzelnen Sitzen zum Preis von zehn Euro sind auch Zweier- oder Dreier-Kombinationen für 18 beziehungsweise 25 Euro zu haben. Am Sonnabend werden dann diverse Kleinteile, Werkzeuge und Restmaterialien verkauft, die aus den Betriebsräumen und Werkstätten stammen.

Wiedereröffnung für 2015 geplant

Stühle der Kulturpalastes stehen zum Verkauf und Werkzeug und ein Preisschild zu ein einem Euro
Wer Werkzeug brauchte, bekam Einzelteile schon für einen Euro.

Der Kulturpalast wurde 1969 eröffnet. Mit 2.400 Plätzen beherbergte er den größten Mehrzwecksaal der DDR. Viele Rock- und Popstars aus dem In- und Ausland sowie namhafte Orchester aus aller Welt gastierten hier. Seit 2008 steht er auf der Liste sächsischer Kulturdenkmale. Wegen erheblicher Brandschutzmängel war das Haus 2007 schon einmal geschlossen worden. Die Stadt besserte nach und erwirkte damit eine befristete Betriebsgenehmigung, die Ende des Jahres nun endgültig ausläuft. Nun soll der Kulturpalast umgebaut werden.

Stühle der Kulturpalastes stehen zum Verkauf und Werkzeug und eine Preisschild zu ein Euro
Bückware Kulti-Sitze: Wer welche haben wollte, musste Schlange stehen.

Der Saal soll zu einem modernen Auditorium für die städtische Philharmonie werden. Im gesamten Kulturpalast wird sich die Raumaufteilung ändern. Die kleinen Räume zwischen Keller und Dachgeschoss werden zu größeren Flächen zusammengefasst. Die Bestuhlung wird reduziert und komplett gewechselt. Der Saal wird komplett umgebaut und dann eine Ebene sein. Bei klassischen Konzerten sollen die Besucher dann auch hinter der Bühne sitzen. Baulich nicht verändert werden das Foyer und die Fassade. Beides steht unter Denkmalschutz. Die Kosten für den Umbau werden auf etwa 80 Millionen Euro veranschlagt. 2015 soll das Haus wiedereröffnet werden.

Hauptmieter wird ab 2015 die Philharmonie sein, die ein eigenes Stimmzimmer, Garderoben und Technikräume bekommt. Außerdem werden die Stadtbibliothek, die Herkuleskeule, die Stiftung Frauenkirche und die Dresden-Information einziehen.

Saal-Umbau umstritten

Der Umbau, vor allem im Konzertsaal, ist heftig umstritten. Viele Dresdner, aber auch Konzertveranstalter möchten den Saal lieber so behalten, wie er ist. Auch der Architekt des Saals, Wolfgang Hänisch, sprach sich gegen den Umbau aus. Er versuchte sogar, den Umbau gerichtlich zu stoppen – ohne Erfolg.

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2012, 22:07 Uhr

1. Markus:
Und was machen sie mit der Jehmlich-Orgel, die im Bühnenbereich auf den Schienen eingebaut ist? Wird diese Orgel auch verkauft? Wieviel wollen sie dafür?
24.08.2012
14:05 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Stuhl- und Kleinteil-Börse im Kulturpalast Dresden

Verkauf der Bestuhlung
24.08.2012
14:00-22:00 Uhr

Verkauf diverser Kleinteile
25.08.2012
09:00-17:00 Uhr

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK