Ausstellung : Aschenbrödel wieder im Schloss Moritzburg
Wer kennt es nicht, das Märchen "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"? Einige Szenen wurden im Winter 1972/73 in Moritzburg gedreht. Und deshalb verwandelt sich das Moritzburger Schloss in diesem Jahr zum dritten Mal in ein Märchenschloss. Das historische Gemäuer vor den Toren Dresdens präsentiert bis zum 3. März 2013 wieder die Ausstellung zum Film.
Das Schloss Moritzburg bei Dresden hat sich wieder in ein Märchenschloss verwandelt. Am Sonnabend wurde die winterliche Sonderausstellung "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" eröffnet. Benannt ist die Ausstellung nach dem gleichnamigen bekannten Märchenfilm, der im Winter 1972/73 unter anderem rund um das Moritzburger Schloss gedreht wurde. Zur feierlichen Eröffnung der Ausstellung am Freitagabend war auch Regisseur Vaclav Vorlicek anwesend. Insgesamt werden weit über 100 Exponate gezeigt. Die Ausstellung ist bis zum 3. März 2013 täglich außer montags geöffnet. Es ist inzwischen die dritte "Haselnuss"-Ausstellung in Moritzburg.
Regisseur und Filmmusik im Fokus
Zum 40. Jahrestag der Dreharbeiten stellt die Winterausstellung unter anderem das Gesamtwerk des Regisseurs Vaclav Vorlicek vor. Der gesamte Eingangsbereich wurde dafür neu gestaltet. Die Besucher bekommen dort einen Einblick über das Leben, die Karriere und die Filmerfolge des Regisseurs. Klassiker wie "Der Prinz und der Abendstern", "Das Mädchen auf dem Besenstiel", "Wie man Dornröschen wachküsst" oder die beliebte Fernsehserie "Arabella, die Märchenbraut" werden vorgestellt. Außerdem sind Originalkostüme zu sehen.
Zweiter Schwerpunkt der Ausstellung ist die Filmmusik von Karel Svoboda. Neben der unvergleichlichen Aschenbrödel-Musik schrieb Svoboda auch die Filmmelodie für die Zeichentrickserie "Biene Maja". Ebenfalls ein Ohrwurm, der den Prager Sänger Karel Gott berühmt machte. In Moritzburg wird nun in einem ausführlichen Porträt das Lebenswerk des 2007 gestorbenen Komponisten gewürdigt.
Märchenhafte Musikinstrumente
Darüber hinaus sind erstmals die originalen Musikinstrumente aus der berühmten Ballsaalszene zu sehen. Die kostbare Sammlung seltener Instrumente, die zum Teil aus dem 18. Jahrhundert stammen, gehörte damals Berol Kaiser-Reka, Sohn einer erfolgreichen Artistenfamilie. Er lieh der DEFA nicht nur die Instrumente für die Dreharbeiten und beriet das Filmteam, sondern spielte auch selbst mit – als Dirigent der Kapelle, die auf der Empore im Ballsaal spielte, als sich der Prinz eine Gemahlin auswählen sollte.
Ursprünglich sollte das Instrumentenmuseum Leipzig als Leihgeber für die Instrumente herhalten. Da bei der Hektik am Drehort aber immer mal wieder etwas zu Bruch ging, weigerte sich das Museum und so kam Berol Kaiser-Reka ins Spiel. Um seine Leihgaben im Auge behalten zu können und das Risiko zu minimieren, wurde er kurzerhand "Teil der Leihgabe".
Gemeinsam mit seinem Vater, dem Musikartisten Paul Kaiser-Reka, sammelte Berol Kaiser-Reka über viele Jahre hinweg historische, aber auch skurrile Instrumente aller Art. Berol ging sogar so weit, eigene Instrumente zu entwickeln und sehr aufwendig zu bauen. Für insgesamt acht Filme lieh Berol der DEFA seine Instrumente, darunter zum Beispiel auch für "Lotte in Weimar" sowie "Schneeweißchen und Rosenrot".
Original-Filmkostüme und Requisiten
Auch Filmkostüme und Requisiten sind in der Ausstellung zu sehen, darunter 32 Originalkostüme aus den Prager Filmstudios. Bei den Kostümen handelt es sich nicht nur um Filmkostüme aus "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", sondern auch um Originalkostüme aus anderen Filmen und Fernsehproduktionen des Regisseurs Vaclav Vorlicek, wie zum Beispiel Kostüme aus "Arabella – die Märchenbraut".
Unter den Requisiten befinden sich Leuchter, Schüsseln, Figuren, Fotos und Bilder. Zu sehen sind außerdem vier "falsche" Pferde und ein Flügel des Komponisten Karel Svoboda.
Märchenkino und Kostümball
Begleitend zur Ausstellung im Schloss gibt es ein Rahmenprogramm mit zahlreichen Veranstaltungen, darunter auch das "Kindertheater" im Schlossturm mit Puppenspiel, Märchenlesungen und historischem Figurentheater. Beim Märchenkino im Schlossturm wird der Märchenkultfilm gezeigt, zu ausgewählten Terminen sogar auf Tschechisch. Der Aschenbrödel-Kostümball am 9. März 2013 ist traditionell das große Finale.
Aschenbrödel die Dritte
Die Ausstellung zum Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" wurde im Winter 2009/2010 zum ersten Mal auf Schloss Moritzburg präsentiert. Damals kamen rund 157.000 Besucher - so viele wie bei noch keiner Sonderschau in dem historischen Gemäuer zuvor. Die zweite Ausstellung im Winter 2011/2012 zog rund 197.500 Besucher an.
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Die Ausstellung
10.11.2012 - 03.03.2013
Di.-So.: 10:00-17:00 Uhr
Filmvorführungen:
"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" am authentischen Drehort ansehen:
2., 25. und 26.12.2012 jeweils um 11, 13 und 15 Uhr
24.12.2012 um 11 Uhr
Schloss Moritzburg
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