Sachsen : Kunstfreunden steht spektakuläres Jahr bevor
Sachsens Kunstmuseen planen 2013 mehr als 20 große Ausstellungen. Das Spektrum reicht von der Antike bis zur Gegenwart. Dabei geben das Museum der bildenden Künste zu Leipzig, die Kunstsammlungen Chemnitz und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden nicht nur Einblick in ihre Bestände. Während Leipzig Richard Wagner feiert, hofft Chemnitz darauf, mit britischer Pop-Art zu punkten. Die Dresdner warten mit einer Neueröffnung, einem Museums-Comeback und einem Gastspiel ihrer Schätze auf.
Der Riesensaal als erster Paukenschlag in Dresden
Die Öffnung des neuen Riesensaals im Residenzschloss als Domizil für die weltbekannte Rüstkammer-Sammlung im Februar ist der erste Höhepunkt in Dresden. Generaldirektor Hartwig Fischer nennt es einen "spektakulärer Auftakt", da der Präsentation einzigartiger Prunkharnische, Waffen und Gewänder in den kommenden Jahren weitere Ausstellungen aus dem Bestand der Rüstkammer folgen. Im April kehrt der Mathematisch-Physikalische Salon in den Zwinger zurück - als modernes Museum. Die einst fürstliche Sammlung wissenschaftlicher Instrumente war mehr als sechs Jahre geschlossen.
Die Nachfolger der Romantiker
Ab Frühling folgt im Albertinum "Die Erschütterung der Sinne" (16. März bis 14. Juli). Die Ausstellung soll den bedeutenden Einfluss der Romantiker um Caspar David Friedrich auf nachfolgende Generationen zeigen. Erwartet werden Werke von Goya, Delacroix, Cézanne und Manet, aber auch Mark Rothko, Jeff Wall und Gerhard Richter. Das Kupferstich-Kabinett stellt das fotografische Werk des Informel-Künstlers Wols ( 1913-1951 ) vor. Bilder aus dem Bestand und Leihgaben werden vom 17. Mai bis 26. August gezeigt. Einen Blick in die Geschichte verspricht das Gastspiel der Staatlichen Kunstsammlungen auf Schloss Hubertusburg bei Grimma. Im einst königlichen Jagdschloss der Wettiner wird die Geschichte der Parforcejagd und höfischer Prachtentfaltung im 18. Jahrhundert zelebriert (28. April bis 5. Oktober).
Für eine Schau zum Werk des Dresdner Bildhauers Ferdinand Pettrich (1798-1872) werden erstmals in Deutschland Büsten von Häuptlingen wichtiger Indianerstämme aus dem Vatikan gezeigt, die Pettrich 1830 bis 1840 in Washington porträtiert hatte.
Pop-Art mit internationalem Potenzial in Chemnitz
Die Kunstsammlungen Chemnitz bringen die Künstlerfreunde Franz Mon und Carlfriedrich Claus zusammen - in einer Gegenüberstellung ihrer Werke vom 12. Mai bis 14. Juli. Mit der nach Museumsangaben "bislang umfangreichsten" Retrospektive des britischen Pop-Art-Künstlers Allen Jones könnte das Museum dann wieder weit über Sachsen hinaus für Aufmerksamkeit sorgen. Die Schau (30. Juni bis 29. September) vereint auch jene berühmt-berüchtigten 1969er-Skulpturen zwischen Pornografie und sexueller Freiheit: zu Möbelstücken verdinglichte Frauen. Die barbusigen und langbeinigen Wesen mit hohen Absätzen und Lederaccessoires sind mal in devoter Hundehaltung ein Tisch oder rücklings liegend ein Stuhl.
Viel Sächsisches in Leipzig
Sächsisch beginnt das Jahr im Museum der bildenden Künste Leipzig - mit einer Ausstellung eigener Art. Direktor Hans-Werner Schmidt kündigte an, aus der Sammlung der Deutschen Bank seien Werke zeitgenössischer Künstler zu sehen, deren Heimat Sachsen ist. "Sie repräsentieren seit bald 50 Jahren deutsche Kunstgeschichte", erklärte Schmidt. Die Schau "Sachsen" (7. Februar bis 21. April) vereint Bilder von 32 Künstlern, darunter Gerhard Richter, Blinky Palermo, Neo Rauch, Georg Baselitz, Cornelia Schleime und Eberhard Havekost.
Der 200. Geburtstag von Richard Wagner ist Anlass für ein weiteres sächsisches Gipfeltreffen in Leipzig: Wagner trifft auf Max Klinger und Karl May. Museumschef Schmidt erklärte: "Ihnen ist gemein, dass sie von der Idee des Gesamtkunstwerks und neuen Weltentwürfen beflügelt waren." Die Ausstellung "Wagner Klinger May" ist vom 16. Mai bis 15. September zu sehen.
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