Museum : Wird das Japanische Palais nie zum Porzellanschloss?
Das Japanische Palais und seine Zukunft ist wieder einmal Diskussionsthema in der Landesregierung. Nach dem Willen des Kunstministeriums soll das markante Gebäude am Neustädter Elbufer ein museales Aushängeschild für Sachsen werden. Ministerin Sabine von Schorlemer plädiert aber dafür, sich mit einer Konzeption Zeit zu nehmen. "Das Japanische Palais ist ein Juwel. Es hat bislang keine adäquate Nutzung."
Tillich kündigte 2009 ein "Porzellanschloss" an
Derzeit residieren in dem barocken Gebäude das Landesmuseum für Vorgeschichte und Teile des Völkerkundemuseums sowie der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen. Nun sollen Experten ein Konzept erstellen und eine Machbarkeitsstudie vorlegen. Dafür ist im Doppelhaushalt für die beiden kommenden Jahre insgesamt rund eine Million Euro eingeplant. Von Schorlemer: "Wir brauchen eine kluge Nutzung. Ob es eine Mischnutzung sein wird, vermag ich jetzt noch nicht zu beurteilen."
Regierungschef Stanislaw Tillich hatte im Wahlkampf 2009 das Palais überraschend als Standort eines künftigen "Porzellanschlosses" ins Gespräch gebracht - so, wie es Kurfürst und Polen-König August der Starke schon in der Barockzeit vorgesehen hatte. Inzwischen gilt jedoch die klare Priorität, erst das Dresdner Residenzschloss als Standort der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wiederherzustellen.
Von Schorlemer kann sich vieles vorstellen
Die Kunstministerin vertritt die Meinung, es sei gut, mit einem künftigen Nutzungskonzept Experten zu betrauen - Denkmalschützer genauso wie Museumsleute. "Es gibt keine Blaupause für das Objekt", sagt sie. Das Geld für Konzeption und Studie sei gut angelegt. Damit werde Klarheit geschaffen, welche Form der Nutzung sinnvoll ist. "Der übergreifende Gedanke besteht darin, das Japanische Palais für Gäste, Dresdner und Veranstaltungen zu öffnen. Angesichts der Schönheit des Objektes kann man sich da vieles vorstellen. Ich möchte dem nicht vorgreifen", betont von Schorlemer. Wann das Juwel in der sächsischen Museumslandschaft funkeln wird, steht unterdessen noch in den Sternen.
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