Sachsen

Tarifvertrag für Altersteilzeit : Weihnachtsfrieden bei Sachsens Lehrern

Sachsens Lehrer verzichten vorerst auf weitere Streiks. Das deutete die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft am Dienstag nach einem Gespräch mit Vertretern der Regierung an. Vorsitzende Sabine Gerold sagte, Mitte Januar solle es ein weiteres Treffen geben. "Das Ergebnis des heutigen Gesprächs ist zumindest, dass nicht alle Türen zugeschlagen wurden." Neben Gerold und Willi Russ waren Kultusministerin Brunhild Kurth und Finanzminister Georg Unland in Dresden zusammengekommen.

Landesregierung lehnt Altersteilzeit-Tarifvertrag ab

Weitere Einzelheiten vom Krisengipfel wurden zunächst nicht mitgeteilt. Unland verneinte die Frage, ob die Altersteilzeit für Lehrer eine Rolle gespielt habe. "Das Thema Altersteilzeit ist heute nicht angesprochen worden. Das wird sicherlich in den nächsten Gesprächen hier und dort eine Rolle spielen." Gewerkschafterin Gerold erklärte dagegen: "Natürlich haben wir über Altersteilzeit auch geredet." Die sächsische Regierung sieht bei dieser Forderung bisher keinen Spielraum. Wegen der vielen Altersabgänge in den kommenden Jahren werde jeder Pädagoge gebraucht, erklärten Kurth und Unland. Der Finanzminister hatte einen Altersteilzeit-Tarifvertrag schon mehrfach abgelehnt. Seiner Ansicht nach sei es unmöglich, freiwerdende Stellen passgenau neu mit jungen Lehrern zu besetzen. Das sei nicht zu steuern, weder regional noch bei der Fächerkombination und führe am Ende möglicherweise zu mehr Unterrichtsausfall.

3.000 Lehrer streiken am 14. November in Dresden. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen.
Mitte November hatten sich Tausende Lehrer an der zweiten Streikwelle in diesem Schuljahr beteiligt.

Die Lehrergewerkschaften werfen der Regierung weiterhin Ignoranz vor. Sie wollen, dass die Altersteilzeitregelungen in einen entsprechenden Tarifvertrag aufgenommen werden, um jungen Pädagogen den Einstieg in den Beruf zu ermöglichen. Der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt, kritisierte, dass in diesem Jahr 600 junge Bewerber nicht eingestellt wurden. "Die Verweigerung von Altersteilzeit wird nicht zu einer kontinuierlichen Unterrichtsabsicherung führen – mit einer Lehrerschaft, die in zwei Jahren zu einem Viertel über 60 Jahre alt sein wird. Das muss auch ein sächsischer Finanzminister begreifen."

Auf der Wunschliste der Gewerkschaften stehen neben der tariflichen Altersregelung mehr Stellen sowie eine bessere Bezahlung. Außerdem fordern sie eine gerechte Einkommensgruppierung in allen Schularten. Für ihre Forderungen hatten die Gewerkschaften zuletzt Mitte November mehr als 10.000 Lehrer zu Warnstreiks mobilisiert. In der vergangenen Woche verteilten sie "Wunschzettel" an die Mitglieder des Haushaltsausschusses.

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Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2012, 08:21 Uhr

1. Hans:
Solange die Lehrer arbeiten, darf sächsische Regierung behaupten, sie macht alles richtig. Werden die Lehrer genug viel streiken, so wird das fehlende Kompetenz der Regierung zeigen. Also, Kampf, Kampf und noch mal Kampf! Statt selbst Sachsen zu verlassen, zwingt ihr Lehrer die Regierungsmitglieder dazu! Jagt sie raus!
04.12.2012
12:59 Uhr

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