Höhergruppierung lässt auf sich warten : Tausende Lehrer fordern gerechte Bezahlung
Sachsens Lehrer fühlen sich ungerecht bezahlt und machen vor den jetzt anstehenden Haushaltsberatungen Druck: Die Lehrergewerkschaften GEW und SLV übergaben am Donnerstag Abgeordneten der CDU/FDP-Koalition mehr als 6.000 Kopien von Anträgen, mit denen Pädagogen in den vergangenen Wochen offiziell eine höhere Eingruppierung beantragt hatten.
Ungerechtigkeit an den Schulen
GEW-Vorsitzende Sabine Gerold verwies darauf, dass Tausende Lehrer seit Jahren auf eine höhere Eingruppierung warteten, das Land de facto aber immer Nein gesagt habe. "Das Finanzministerium hat die Eingruppierungen eigentlich klar geregelt", sagte Gerold dem MDR. "Danach sind Höhergruppierungen und allgemeine Aufstiegsmöglichkeiten vorgesehen. Dafür müssen aber auch Stellen mit der entsprechenden Wertigkeit geschaffen werden." Es gebe mittlerweile große Ungerechtigkeiten an den Schulen, da Lehrer für die gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt würden, sagte Gerold. Vor allem die Lehrer mit einer Ausbildung in der DDR bekämen oft weniger Geld.
Auch SLV-Chef Jens Weichelt erklärte, Sachsens Lehrer fühlten sich im Vergleich zu ihren Kollegen in anderen Bundesländern finanziell benachteiligt. Er forderte, dass eine "gerechtere Eingruppierung" bereits im Regierungsentwurf für den nächsten Doppelhaushalt berücksichtigt wird. "Die Lehrerinnen und Lehrer im Freistaat werden es nicht länger hinnehmen, dass sie auch 22 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung in niedrigeren Gehaltsgruppen eingruppiert sind als ihre Westkollegen."
Bis zu 500 Euro Verlust im Monat
Die Anträge entgegengenommen haben die Leiter der Arbeitskreise Haushalt und Bildung der CDU-Fraktion, Jens Michel und Thomas Colditz, sowie der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Norbert Bläsner. Die Politiker hätten Verständnis für das Ansinnen der Lehrer geäußert, sagte Gerold. Sie hätten mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage allerdings keine Zusagen gemacht. "Wir haben aber intensive Gespräche geführt und vereinbart, diese noch vor der Sommerpause fortzusetzen."
Unterstützt werden die Lehrer in ihren Forderungen unter anderem von der Linken und der SPD. Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Cornelia Falken, rechnete vor, dass bei Grundschulen nur 50 Prozent und bei Mittelschulen nur 35 Prozent der Lehrer entsprechend ihrer Entgeltgruppe bezahlt werden. Falken forderte die Landesregierung auf, die bestehende Richtlinie zurückzunehmen und mit den Gewerkschaften eine Tarifregelung zu finden. In Zahlen ausgedrückt sind das nach Aussage von der bildungspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Eva-Maria Stange, 2.400 Grundschul- und über 4.700 Mittelschullehrer. "Sie verlieren so Monat für Monat bis zu 500 Euro", kritisierte Stange.
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