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Rechte und linke Demonstrationen

Tumulte in Leipzig - 114 Festnahmen

Die Leipziger Polizei hat einen Neonazi-Aufmarsch noch vor dessen Beginn aufgelöst. Zur Begründung hieß es , dass es Angriffe von Neonazis auf Beamte gegeben habe. Bei den Attacken mit Steinen und Flaschen seien acht Polizisten verletzt worden. Einer von ihnen musste an der Hand operiert werden. Polizeipräsident Horst Wawrzynski selbst erlitt ein Knalltrauma, als ein Feuerwerkskörper in seiner unmittelbaren Nähe detonierte.

Protest gegen rechte Demo; Rechte: dpa
Protest gegen rechts: 1.000 Leipziger folgten dem Aufruf.

Der von der NPD-Nachwuchsorganisation "Junge
Nationaldemokraten" organisierte Aufmarsch vom S-Bahnhof Sellerhausen sollte durch den Osten der Stadt führen. Erwartet worden waren rund 600 Neonazis. Als mehr als doppelt so viele eintrafen, musste der Veranstalter nach Polizeiangaben die Zahl der Ordner aufstocken. Deshalb verzögerte sich der Beginn des Aufzugs. Als schließlich Flaschen, Stangen, Steine und Feuerwerkskörper auf die Beamten geworfen wurden, setzte die Polizei Wasserwerfer ein und löste den Aufzug auf. Bis in dern späten Abend wurden die Personalien aller Teilnehmer der rechten Demonstration aufgenommen, denen nun Strafverfahren wegen Landfriedensbruch drohen.

Fast 3.000 Leipziger protestierten gegen den rechten Aufmarsch

Insgesamt waren nach Polizeiangaben rund 1.350 Anhänger der rechten Szene aus dem gesamten Bundesgebiet zu der Kundgebung angereist. Ihnen gegenüber standen etwa 2.500 bis 3.000 friedliche Gegendemonstranten sowie mehrere hundert Linksradikale. Die Proteste gegen den rechten Aufmarsch verliefen größtenteils friedlich. Jedoch schlossen sich nach Aussage der Polizei gewaltbereite Linksautonome immer wieder zu kleinen Gruppen zusammen und beschäftigten die Einsatzkräfte bis in die späten Abendstunden. Insgesamt gab es 114 Festnahmen, so ein Polizeisprecher.

Ulbig: "Wer Polizisten angreift, greift die Gesellschaft an"

Sachsens Innenminister Markus Ulbig sagte zu den Ausschreitungen: "Wir haben vor einer Woche erlebt, wie fast hunderttausend Menschen in Leipzig friedlich und gewaltfrei auf der Straße waren. Jetzt erleben wir bei den Demonstrationen der Extremisten von rechts und links schwere Ausschreitungen. Hier gilt das Prinzip: Null Toleranz."

Randale in Connewitz

Bereits in der Nacht zum Sonnabend war es zu Ausschreitungen im Stadtteil Connewitz gekommen. Nach Polizeiangaben wurden Beamte aus einer Gruppe von bis zu 250 Personen mit Flaschen und Steinen beworfen. Die Gruppe errichtete Barrikaden und zündete Müllcontainer sowie drei parkende Autos an. Ein Auto sei vollständig ausgebrannt.

Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2009, 17:57 Uhr

 

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Auflagen

Die Neonazis durften nur unter Auflagen demonstrieren. So durften sie keine gefährlichen Gegenstände, Waffen, Flaschen, Getränkedosen oder Alkohol mitführen, sie durften keine Gewaltbereitschaft durch Skibrillen, Schutzmasken oder Helme signalisieren. Springerstiefel in Verbindung mit Bomberjacken in Schwarz, Blau, Militärgrün und Dunkelrot waren ebenso verboten wie das Marschieren in Blöcken, Reihen oder Zügen.

 
 
 
 
 
 

 

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