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Fall Brandis: Innenministerium schickt "Soko Rex"

Nach dem vermeintlichen Neonazi-Angriff auf Fußball-Fans von Roter Stern Leipzig in Brandis hat sich jetzt auch das sächsische Innenministerium eingeschaltet. Die "Soko Rex", eine Rechtsextremismus-Sonderkommission, soll die Polizeidirektion Westsachsen in ihren Ermittlungen unterstützen. So sollen die 40 bis 50 Angreifer möglichst schnell gefasst werden. "Ich bin sehr optimistisch, dass wir die brutalen Schläger vom Wochenende ermitteln und ihrer gerechten Strafe zuführen", sagte Landespolizeipräsident Bernd Merbitz. Während des Bezirksklassespiels zwischen dem FSV Brandis und Roter Stern Leipzig waren am Sonnabend bei einem Überfall von mutmaßlichen Neonazis drei Personen zum Teil schwer verletzt worden.

Randalierer laufen am Samstag (24.10.2009) durch die Straßen im sächsischen Brandis (Kreis Leipzig). Ein Polizeibeamter (r) verfolgt das Geschehen.

Neue Beweismittel aufgetaucht

Drei Tage nach der Attacke ist ein Video aufgetaucht, auf dem die Gewaltexzesse von Brandis und einige der mutmaßlichen Täter deutlich zu erkennen sind. Auf dem Handyvideo sind zunächst ca. zehn Personen zu sehen, die sich vor dem Stadiongelände aufhalten. Nach einer kurzen Sequenz über die eigentlichen Übergriffe sind mehrere Personen zu erkennen, die fluchtartig den Tatort verlassen. Dabei haben mindestens fünf mutmaßliche Angreifer noch einen Knüppel in der Hand. Da es auch von angegriffenen Fans des Roten Stern detaillierte Aussagen samt Fotos, Namen und weiteren Beweisen gibt, dürfte die Fahndung nach den Schlägern nun deutlich leichter sein.

Radale im Brandis nach Spiel.
Übergriff in Brandis

Merbitz wehrt sich gegen Vorwürfe

Der sächsische Polizeipräsident Bernd Merbitz wehrte sich gegen Vorwürfe, die Polizei habe die Situation im Vorfeld falsch eingeschätzt. "Es gab nur vage Behauptungen. Dass es zu einer solchen Eskalation kommen konnte, war nicht absehbar", erklärte Merbitz. Von Beginn an seien vier Beamte vor Ort gewesen, dann sei die Zahl auf elf angewachsen. "Als die Eskalationsstufe erreicht war, wurde Bereitschaftspolizei aus Sachsen-Anhalt und aus Leipzig nach Brandis verlegt", sagte Merbitz MDR INFO. Er nahm aber zugleich die vier Polizisten in Schutz: "Wenn 50 Gewalttäter kommen, wie sollen es da vier Polizisten schaffen, die Lage unter Kontrolle zu bekommen." Für die Zukunft müsse allerdings mit den Vereinen noch enger zusammengearbeitet werden, um solche Gewaltausbrüche zu verhindern.

Zuletzt aktualisiert: 25. November 2009, 16:17 Uhr

 

 
 
 
 
 

 

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