Flughafen Leipzig/Halle : Bundeswehr verlegt Kampfhubschrauber nach Afghanistan
Die Bundeswehr hat am Donnerstag vom Flughafen Leipzig/Halle aus die ersten Kampfhubschrauber für den Einsatz nach Afghanistan geschickt. Kommandeur Marcus Hartmann sagte bei der Verladung, die Hubschrauber sollen im Februar die ersten Einsätze fliegen. Zunächst wurden zwei von vier geplanten Hubschraubern des Typs "Tiger" mit Antonow-Transportmaschinen an den Hindukusch geflogen - elf Jahre nach der Intervention der Amerikaner in Afghanistan und zwei Jahre vor dem geplanten Rückzug der Natotruppen aus dem Land.
Schutz für Patrouillen aus der Luft
Die speziell für den Afghanistan-Einsatz aufgerüsteten Hubschrauber können Patrouillen aus der Luft begleiten, bei der Aufklärung helfen und bei Kämpfen unterstützen. "Dazu befinden sich schwere Maschinengewehre, steuerbare und nicht steuerbare Raketen an Bord", sagte Hartmann. Im Frühjahr sollen noch vier Sanitätshubschrauber vom Typ NH-90 folgen. Mit den Kampfhubschraubern schickt die Bundeswehr 60 Soldaten in den Norden des Landes, darunter sechs Piloten. Weitere 60 Soldaten werden für die Sanitätshubschrauber entsendet.
Bisher waren die deutschen Streitkräfte auf die Hilfe amerikanischer "Black Hawk"-Hubschrauber angewiesen, um ausreichend Schutz bei Bergungen von verletzten oder toten Kameraden zu erhalten. Mehr als 4.500 deutsche Soldaten sind derzeit in Afghanistan und dem benachbarten Usbekistan als Teil der internationalen Sicherheits- und Aufbautruppe Isaf stationiert. Viele von ihnen werden mit Bundeswehr-Airbussen ab Leipzig/Halle in das Einsatzgebiet gebracht.
Kritik an militärischer Nutzung des mitteldeutschen Airports
Der Flughafen Leipzig/Halle wird seit Jahren schon militärisch genutzt. Unter anderem landen Zivilmaschinen mit US-Truppen an Bord regelmäßig zum Auftanken und Crewwechsel in Schkeuditz. Die Militärangehörigen müssen zwar die Flugzeuge verlassen, bleiben jedoch im Sicherheitsbereich des Airports. Soldaten der Bundeswehr hingegen werden über das zivile Passagierterminal abgefertigt, die deutschen Soldatentransporte tauchen sogar auf den Abflugtafeln auf.
Für den Umschlag von Ausrüstungen nutzt die Bundeswehr nach MDR-Recherchen eine angemietete Halle. Auf einer Freifläche sind regelmäßig Fahrzeuge geparkt, die für den Einsatz in Afghanistan bestimmt sind oder die beschädigt nach Deutschland zurückgebracht wurden. Transportiert wird das schwere Gerät durch die Antonow-Frachter, die im Rahmen des NATO-Projektes SALIS auf dem Flughafen Leipzig/Halle stationiert sind. Sicherheitsexperten haben bereits davor gewarnt, dass der mitteldeutsche Flughafen wegen seiner militärischen Nutzung ein mögliches Anschlagsziel sein könnte.



