Blick von der Eisenbahnstraße in die Einerstraße im Osten von Leipzig (Sachsen).
In der Eisenbahnstraße in Leipzig wurde ein Anschlag auf ein Polizeiauto verübt. Bildrechte: dpa

Leipzig Anschläge auf Polizei und AfD

Blick von der Eisenbahnstraße in die Einerstraße im Osten von Leipzig (Sachsen).
In der Eisenbahnstraße in Leipzig wurde ein Anschlag auf ein Polizeiauto verübt. Bildrechte: dpa

Die Leipziger Polizei musste in der Nacht wegen zwei Anschlägen ausrücken. Gegen 2 Uhr hatten in der Weißenfelser Straße im Westen der Stadt Unbekannte Firmenräume verwüstet, übel riechende Buttersäure verschüttet, Fensterscheiben eingeschlagen und den Pkw einer Sicherheitsfirma beschädigt. Laut einem inzwischen aufgetauchten Bekennerschreiben richtete sich der Anschlag gegen die AfD. Die Bundesvorsitzende Frauke Petry ist Geschäftsführerin der betroffenen Firma.

Polizeiauto geht in Flammen auf


Nur eine Stunde später wurde im Osten der Stadt ein Anschlag auf die Polizeistation in der Eisenbahnstraße verübt. Dort setzten nach Polizeiangaben vermutlich sechs Jugendliche ein Dienstfahrzeug der Polizei in Brand und zertrümmerten die Scheibe der Eingangstür zum Polizeiposten. Die 16- bis 22-Jährigen konnten nach MDR-Informationen kurz nach der Tat vorläufig festgenommen worden. Unter den Tatverdächtigen befinden sich demnach zwei junge Frauen. Drei der jungen Leute waren sind der Polizei bisher nicht bekannt. Ein junger Mann hatte Ende März versucht, am Rande einer Legida-Veranstaltung eine Absperrung zu durchbrechen. Ein weiterer junger Mann war bei der Polizei registriert, weil er ebenfalls am Rande einer Legida-Veranstaltung vermummt demonstrierte. Der 22-Jährige schließlich gilt als linksextremistischer Gewalttäter, sagte ein Polizeisprecher.

Der Polizeisprecher sagte weiter, es werde geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen beiden Taten bestehe. Es sei theoretisch möglich, die Distanz zwischen den Tatorten in der Zeit zwischen Bekanntwerden der Taten zu bewältigen. Der Staatsschutz und das Operative Abwehrzentrum haben die Ermittlungen übernommen, da die Anschläge als politisch motiviert eingestuft wurden.

Die Eisenbahnstraße gilt als Kriminalitätsschwerpunkt in Leipzig. Der Polizeiposten war erst vor einem Jahr als Außenstelle des Polizeireviers im Zentrum eingerichtet worden, um Präsenz zu zeigen und schneller eingreifen zu können. Bereits im vergangenen Jahr waren zwei Streifenbeamte im Dienst attackiert worden, die Reifen eines Einsatzwagens wurden zerstochen.

Zuletzt aktualisiert: 06. August 2015, 23:02 Uhr

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91 Kommentare

08.08.2015 18:51 Thüringerin 91

Der kleine feine Unterschied - @87. ralf meier - wäre, dass H. F. nicht die letzte unfehlbare Instanz ist, der sich alle Journalisten zu beugen haben...Blog von Gabor Paal:" Das gemeine sich Gemeinmachen":"...interessant für mich ist, wie gierig dieses Zitat aufgegriffen wird, um Journalisten anzugreifen...immer der, der die Selbsbestätigung im Beitrag nicht fand, greift nach dem Zitat..."

08.08.2015 18:44 Frau Halle 90

@88. Phrasenhasser: Tolle Phrasen! Ganz kurz zum Begriff: „Wohlstandslinke“. Ja, ich bin links und verdiene sehr gut! Richtig beschi…en ist man allerdings dran, wenn man arm und rechts ist! Schauen Sie sich doch einfach mal an, von wem und vor allem zu welcher Tageszeit hier die ersten Kommentare eingingen (bei solchen Themen ist das übrigens hier gang und gäbe – was auch immer wieder von anderen Usern festgestellt wurde)! Die ersten Kommentare kamen also nicht von „Wohlstandslinken“, die arbeiten zu solch einer Tageszeit!

08.08.2015 18:32 Frau Halle 89

@ 82. Horst: Da Sie sich offensichtlich mit alten SED-Parolen und Märchen auskennen, kann ich Sie beruhigen: Ich wurde nicht in der DDR geboren. „Im übrigen Frau Lehrerin, ich habe sehr gute Deutschkenntnisse“ – ein schöneres Geschenk hätten Sie mir gar nicht machen können. Köstlich und bedankt! „Normal denkende Menschen, die den Umtrieben der Linksradikalen Extremisten nicht länger zuschauen werden“ - wie wollen Sie das anstellen, Horst? Leute auf der Strasse zusammenschlagen, die Sie für Linksradikale halten und gleichzeitig bei Rechtsradikalen wegschauen, vielleicht sogar mitmachen? Wird Ihnen der Märchenwald langsam zu klein? Horst, da Sie so feinfühlig auf das Thema eingingen, gern noch einmal: Über 180 Tote seit 1990! Das macht Ihnen keine politische Weltanschauung heutzutage so schnell nach! Das Kindergartenspiel „Aber die anderen haben doch auch“ können Sie geschenkt haben. Nicht zu danken!

08.08.2015 17:03 Phrasenhasser 88

Frau Halle, zu Ihrer Wegelagerer-Theorie fällt mir absolut nichts ein. Dazu müssten Sie uns Sachsen mehr Einzelheiten bloggen. Denn ich sehe von 90 bis jetzt weitaus mehr Tote durch Mord und Totschlag in unserem Land und sehr viele Angehörige, die sich ohne öffentliches Bedauern und auch ohne Schadenersatzzahlungen diesem bitteren Schicksal stellen mussten. Dazu wird es leider keine Liste geben... Ins Detail gehen die bekennenden Gutmenschen sowieso nicht gern, die sind sofort erkennbar an ihren Sätzen mit "man soll" und "man muss". Da tauchen sofort innere Bilder aus diktatorischen Bevormundungszeiten bei mir auf. Da wir jetzt in der Demokratie leben, bestehe ich aber auf einer fundamentierten Begründung, warum ich dafür zuständig sein MUSS? Denn ich weiß, dass ich sterben muss, aber ansonsten habe ich als Bürger Deutschlands auf keine Befehle mehr zu hören, weder auf die von gutmenschlichen Besserwissern, wie Altkadern, Medien, Grünen oder gar, Wohlstandslinken...

08.08.2015 15:33 ral meier 87

@83. Thüringerin: Noch eine LETZTE Ergänzung zu HajoFredrichs Zitat in der Hoffung, dass die Redaktion diesen OffTopic noch toleriert. Aus dem Kontext haben Sie das Zitat von Herrn Friedrich gerissen, indem sie es nur teilweise zitierten. Hier das vollständige Zitat: '„Das hab’ ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.“ Ihnen bei dieser Hitze noch ein unaufgeregtes Wochenende ! Ralf Meier

08.08.2015 15:26 Nicht traurig sein... 86

lieber @81. ralf meier...wir kriegen alle mal einen Maulkorb verpasst...dann schütteln wir uns kurz und machen weiter... - aber zu Ihrer Wetter-Vorhersage: wissen wir denn, ob in den Meteorolog. Instituten nicht böse EU - Trolle am Werk sind, die im Interesse dieser oder jener Lobby die Sache übel manipulieren...muhaha...von Thüringerin

08.08.2015 15:20 ralf meier 85

@83. Thüringerin: ich versuch noch mal, das Thema Objektive sachliche Information an dem bereits genannten Beispiel 'Wetter' zu erläutern. Wenn ein Wetterbericht Lautet: 30 Grad Sonnig, ist das ohne jede Wertung einfach eine Sachinformation. Es bleibt dem Leser überlassen, ob er das Toll findet 'prima geh ich baden' oder nicht 'schrecklich mein Kreislauf'. Das HaJo Friedrich eine eigene Meinung hatte und die auch äußerte ist mir sehr wohl bekannt, aber er kannte und respektierte noch den Unterschied zwischen Kommentar und Nachricht.

08.08.2015 15:10 ralf meier 84

@79. Klaus Stache: Sie schreiben: '...das Frau Reschke mit "IHREM AUFRUF" indirekt Gewaltanwendung, wie in Leipzig gegen Polizeifahrzeuge, billigend in Kauf genommen hat.' In einigen freigegebenen Kommentaren im Tagesschau Forum zu Frau Reschkes Aufruf wurde schon vor dem Anschlag kritisiert, dass Frau Reschke zu Selbstjustiz aufgerufen hätte. Es wurde auch der teilweise dem Boulevard entlehnte Duktus der Rede 'rechte Hansels...etc' als beleidigend kritisiert. Frau Reschke hat diese kritischen Kommentare sicherlich nicht als positive Rückmeldung erachtet sondern eher als 'erwartete Beschimpfung.'

08.08.2015 15:04 Thüringerin 83

@77. ralf meier: Etwas angestaubt...aber von bestimmten Kreisen, die`s nicht besser wissen (wollen) immer wieder gern ins Feld geführt: das "Objektivitäts-Dogma"! - man kann es wunderbar aus dem Kontext herauslösen und sein jeweiliges "Süppchen" damit kochen...siehe diesbezügliches "Spiegel" - Interview mit Hajo Friedrichs....er machte diese Äußerung im Kontext von täglichen Katastrophenmeldungen, zu denen ein Journalist tunlichst innere Distanz im Interesse seiner seelischen Gesundheit wahren sollte! - ansonsonsten hat er durchaus in seiner Arbeit Partei ergriffen und "Gesicht gezeigt" - speziell in Sachen Umwelt!! - was meine "DDR-Sozialisation" betrifft, müssen Sie sich um mich keine Sorgen machen...eher um die Foristen, die uns ständig mit absurden DDR-Vergleichen "erfreuen"....

08.08.2015 14:52 Horst 82

Frau Halle, wenn Sie an Märchen glauben, kann ich leider nichts dafür. Bei Ihnen klingen noch die alten Parolen der SED heraus. Im übrigen Frau Lehrerin, ich habe sehr gute Deutschkenntnisse. 80% der hiesigen Leserschaft sind normal denkende Menschen, die den Umtrieben der Linksradikalen Extremisten nicht länger zuschauen werden.