Auszeichnung : Bundesverdienstkreuz für fünf Sachsen
Fünf Einwohner Sachsens sind am Mittwoch mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Regierungschef Stanislaw Tillich überreichte die Ehrungen im Auftrag des Bundespräsidenten an eine Frau und vier Männer. Gewürdigt wurde ihr Engagement für das Gemeinwohl.
Einsatz für Kinder und Gesundheit
Einen der Orden erhielt die Krankenschwester Magdalena Tröger aus Bad Schlema. Sie gehört zu den Mitbegründern einer Selbsthilfegruppe für Pflegeeltern. Die siebenfache Mutter betreut selbst zusätzlich vier Pflegekinder, darunter einen geistig Behinderten. Geehrt wurden zudem die Mediziner Christian Tauchnitz und Werner Handrick aus Leipzig für ihre Forschung zum rationellen Einsatz von Antibiotika in der Infektionsmedizin. Sie zählten zu den führenden Fachleuten in Europa, heißt es in der Begründung. Dank ihrer Arbeit seien zu DDR-Zeiten Richtlinien aufgestellt worden, die heute noch wirkten und dem Gesundheitswesen der ostdeutschen Bundesländer in den vergangenen 20 Jahren rund zwei Milliarden Euro Kosten ersparten.
Hilfe für die Ukraine, Engangement für die Region
Die weiteren zwei Verdienstorden gingen an den früheren Zwenkauer Bürgermeister Herbert Ehme und den ehemaligen Fachschuldozenten Wolfgang Kahl aus Bärenstein. Der ausgebildete Betriebs- und Verkehrseisenbahner Kahl organisiert seit fast zwanzig Jahren Spendenaufrufe für die Ukraine, sammelt Hilfsgüter und transportiert diese in das osteuropäische Land. Empfänger sind Krankenhäuser, Pfarrämter, Waisenhäuser und andere Bedürftige. Ex-Bürgermeister Ehme wird in der Begründung für die Ordenvergabe als Motor der außerordentlich positiven Entwicklung Zwenkaus in den vergangenen zwanzig Jahren gewürdigt. Auch Dank seines Einsatzes habe sich in der Region Zwenkau ein geordneter Braunkohleabbau sowie eine umweltfreundliche und ökologisch verträgliche Chemieindustrie entwickeln können.
Der Bundesverdienstorden
Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland wird auch Bundesverdienstkreuz genannt. Es gibt ihn in acht verschiedenen Stufen.
Gestiftet wurde der Orden 1951 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. Wörtlich hieß es: "Er wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten, und soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt."
Seitdem wurden mehr als 240.000 Menschen für ihre besonderen Verdienste um das Gemeinwohl ausgezeichnet.
