Leipziger Automesse AMI 2016 kurzfristig abgesagt

Die Leipziger Automobilmesse AMI 2016 fällt aus. Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner sagte, nach dem Rückzug zahlreicher großer Autohersteller in den vergangenen zwei Wochen habe sich die Messeleitung zur Absage der kompletten Schau entschlossen. 13 Autoaussteller mit 17 Marken hätten kurzfristig abgesagt. Zuletzt hatten Nissan, Mazda, Fiat-Chrysler, Peugeot-Citroën, Subaru, Suzuki, Honda und Toyota abgesagt, zuvor schon Mercedes, Opel und Ford. Den Ausschlag für das Aus der Messe in diesem Jahr gab offenbar Volkswagen. Ein VW-Sprecher sagte: "Wir haben auch abgesagt." Die Wolfsburger hatten bis zuletzt mit einer Entscheidung gewartet.

Zukunft der Messe unklar

Besucher auf der AMI in Leipzig sehen sich einen Sportwagen an
Schon zuletzt gab es Absagen von Herstellern und weniger Besucher. Bildrechte: Leipziger Messe GmbH/Rainer Justen

Ob es in den nächsten Jahren überhaupt noch eine Chance für eine Automesse in Leipzig gibt, ließen die Verantwortlichen vorerst offen. Man denke über "Themen und Formate" nach, sagte Buhl-Wagner. Der Präsident des Verbandes der internationalen Kraftfahrzeughersteller, VDIK, Volker Lange, erklärte, er habe Zweifel, ob eine zweite Automobilausstellung in Deutschland langfristig eine Chance habe. Wenn man Alternativen erwäge, könne man über eine Verkaufsausstellung statt einer Herstellermesse nachdenken.

Die AMI findet alle zwei Jahre im Wechsel mit der sehr viel größeren Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt statt. Sie richtet sich vor allem an Autofans in Ostdeutschland und in benachbarten osteuropäischen Ländern, verbucht aber schon seit Jahren schrumpfende Besucherzahlen. Zur letzten AMI 2014 waren rund 242. 000 Besucher gekommen, etwa 44. 000 weniger als 2012. In diesem Jahr sollte die AMI ihre Tore vom 9. bis 17. April öffnen.

Dulig: Kein guter Tag für Sachsen

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig bedauerte die Absage der "Auto-Mobil International". Das sei kein guter Tag für Sachsen. Um den Verlust zu kompensieren, wolle die Regierung das Thema Elektromobilität stärker in den Mittelpunkt rücken, so Dulig. Sachsen sei aufgrund seiner innovativen Automobilindustrie und seiner Hochschul- und Forschungslandschaft in der Lage, wesentliche Beiträge für eine nachhaltige Mobilität zu leisten. "Das wird sich künftig mit der Messe ‚new mobility 2016‘ auch im Messeprogramm wiederfinden."

Für die Leipziger Messe ist das Aus der AMI ein herber Einschnitt. Fünf Prozent des Jahresumsatzes würden aus der Automobil-Schau generiert, sagte Messe-Chef Buhl-Wagner. Am Schicksal der AMI zeige sich: "Auch Messen haben Lebenszyklen."

Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2016, 21:38 Uhr

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83 Kommentare

24.02.2016 17:45 Heiko Schmick 83

@ boesermann: <start> wer den Spiegel liest, ist bestens informiert <Satire Ende>

23.02.2016 18:34 Hagen Ruhnau 82

Schade für Leipzig, ich wollte mit meinem Bruder auf ein kulturvolles Wochenende eben mit Auto-AMI kommen,aber Auto ist nicht alles und Leipzig eben mehr als das Blech von Daimler, Ford und Fiat,VW und... Schade ,dass auch die deutschen Hersteller nicht den Mut zu einem gemeinsamen Heimspiel in Leipzig haben, da kann man sich eigentlich nur im Autohaus bedanken. Der Aufbruch in Leipzig stand eigentlich auch für mehr als nur das West -Auto vor der Tür. Diese unautomobile Kulturignoranz bestraft sich selbst , dann fahre ich eben in Goethes Keller und zu Bach ,und denke an bessere Zeiten in Deutschland....da war man noch stolz in deutschen Landen seinem Haus-Publikum deutsche Wertarbeit zu präsentieren ,Leipzig du hast bessere Zeiten verdient, der Geist bleibt lebendig....

23.02.2016 18:05 Reiner Arndt 81

@58. Ferrari:Erzählen Sie das mal dem (derzeitigen) Bewohner der Dresdner Staatskanzlei: Der hat Sachsen gerade wieder in eine Opferrolle hineinlamentiert - siehe Pressekonferenz: Fazit: Nichts gelernt, aber das mit ganzer Kraft!

23.02.2016 15:56 hups-1960 80

79. Faltungshall: "Der Messestandort Leipzig wird seit Jahr und Tag mit allen Mitteln bekämpft. Das Intrigenrepertoire sollte man bei eingeweihten Personen abfragen." Zwischen den Messe Standorten in Deutschland herrscht schon seit Jahren ein knallharter Wettbewerb! Da bekämpfen sich alle untereinander und buhlen um die Veranstaltung der lukrativsten, weil umsatzstärksten Messen! Leipzig muss sich diesem Wettbewerb einfach stellen. Da hilft kein Heulen und Lamentieren. Es gilt Konzepte und Perspektiven zu entwickeln! Oder denken Sie Frankfurt hätte den Bereich Nutzfahrzeuge aus lauter Gutmütigkeit an Hannover abgetreten?

23.02.2016 15:39 Faltungshall 79

Der Messestandort Leipzig wird seit Jahr und Tag mit allen Mitteln bekämpft. Das Intrigenrepertoire sollte man bei eingeweihten Personen abfragen.

23.02.2016 14:46 Mediator an 69. Blumenfreund: 78

Ich kann ja verstehen, wenn sich einem globale Zusammenhänge nicht erschließen, aber bei den lokalen Wirtschaftsverflechtungen sollte es doch schon klappen: Eine Messe bedeutet ARBEIT und ARBEITSPLÄTZE ohne Ende. Angefangen bei dem Messebetreibern, Handwerkern, Übernachtungen, Gaststätten, Taxifahrern usw. All das sind "EINFACHE BÜRGER". Aber für sie gilt Hauptsache völkisch und national. Wer braucht da schon Arbeit? Bei der geringen Anzahl von Muslimen in Sachsen von Islamisierung zu sprechen zeugt von Dummheit! Genau so wie sie stelle ich mir Pegidaanhänger vor - nicht besonders helle, dafür aber laut. Halt jemand der am Montag die hässliche Fratze Sachsens in die Welt trägt. ... Zitat Blumenfreund: "Leipzig braucht diese Messe nicht. Der einfache Bürger hat sowieso nichts davon. Viel wichtiger ist Montags Gesicht zeigen gegen die Islamisierung der Heimat!"

23.02.2016 14:46 hups-1960 77

@70. autofan: "Autos sind Vergangenheit!" Stimmt, seh ich jeden Morgen und Abend wenn ich im Stau stehe :-)))

23.02.2016 14:41 hups-1960 76

@67. Christian Harten: Ich weis nicht ob es so einen Mekka Kompass serienmäßig in der E-Klasse bei Mercedes gibt oder nicht! Selbst wenn denke ich das Mercedes sich trotzdem nicht daran stört wenn AfD Mitglieder oder sonst wer in diesen Fahrzeugen sitzt.
Fakt ist das in diesem Falle diese Messe einfach für die Automobilindustrie nicht interessant ist. Was viele hier nicht verstehen: Eine Messe dieser Art ist erstmal KEINE Verkaufsveranstaltung sondern eine Marketing Aktion. Will heissen das man die größt mögliche Aufmerksamkeit für sein Produkt erzielen will! Dies kann aber eine nurnoch regional wahrgenommene Messe im Vergleich zu den wesentlich größeren Veranstaltungen nicht erreichen!
Lokal oder Regional veranstalten die Autohersteller lieber Hausmessen bei ihren Vertriebspartnern

23.02.2016 14:17 Grünauerin 75

Na mal die Kirche im Dorf lassen. Leipzig ist als Messestandort nicht interessant. Es ist nicht die erste überregionale Messe, die nicht mehr in Leipzig stattfindet. Die Gamescom machte den Anfang. Es geht nach Zahlungskräftigkeit und nicht nach Leuten, die gern Autos anschauen. Den Konzernen ist doch egal, ob nun hier irgendeine Gida ist oder nicht. Die schauen nur auf die Amortisation ihres Geldes. Messen sind teuer und wenn nichts groß rüberkommt ... Die Autoindustrie ist wie die anderen Industrien im Sinkflug und überall wird gespart.

23.02.2016 14:14 hups-1960 74

@69. Blumenfreund: Für diese Einstellung sind Ihnen bestimmt alle Messestandorte und Industriestandorte ausserhalb Sachsens extrem dankbar ;-)