Menschen bei der feierlichen Grundsteinlegung.
Bildrechte: MDR/Babara Brähler

Taucha Tempel mit Bahnanschluss

Er wird einzigartig sein: der buddhistische Meditationstempel in Taucha bei Leipzig. Es ist die einzige Pagode, die rein aus Lärchenholz gebaut ist und wird weltweit der einzige Tempel mit direktem Bahnanschluss sein. Am Sonntag war Grundsteinlegung für das private Projekt eines Unternehmers aus Taucha.

Menschen bei der feierlichen Grundsteinlegung.
Bildrechte: MDR/Babara Brähler

Seit Jahren wünschte sich der vietnamesische Geschäftsmann Quang Vinh Dao einen buddhistischen Tempel in seiner Stadt. 30 Jahren lebt er schon in Taucha. Bereits 2004 wollte er am Schöppenteich eine Tempelanlage errichten, doch das scheiterte nicht zuletzt an den Vorbehalten der Tauchaer. 13 Jahre später kann der Unternehmer endlich den ersten Spatenstich setzen und seine Idee von einem Meditationstempel in der Kleinstadt Wirklichkeit werden lassen.

Handgemacht und ganz aus Holz

Direkt am ehemaligen Bahnhof von Taucha soll die Pagode auf einem 3.000 Quadratmeter großen Privatgrundstück aufgebaut werden. Seit eineinhalb Jahren haben zwanzig Handwerker, Schnitzmeister und Zimmermeister in Vietnams Hauptstadt Hanoi an dem Tempel gearbeitet. Dabei wurde alles traditionell gefertigt - in Handarbeit. Als Material wurde sibirischess Lärchenholz verwendet, da das besser für das Klima in Deutschland geeignet ist. Kein einziger Nagel, keine Schraube, kein Betonelement ist in der zweistöckigen Pagode verbaut worden - das macht den Bau so einzigartig. Derzeit liegt der Tempel in alle Einzelteile zerlegt im Bauch eines Schiffes und soll in den nächsten zwei Wochen in Hamburg ankommen. Danach geht es Richtung Taucha. Dort ist geplant, die Anlage, inklusive eines Feng-Shui-Gartens ab dem Frühjahr zu errichten. Bis Herbst 2018 soll der Tempel fertig sein und dann nicht nur Buddhisten zur Verfügung stehen, sondern allen, die sich dafür interessieren.

Glücklicher Dao, stolzer Bürgermeister

Bis es soweit war, habe es viel Kraft gekostet, erzählt Quang Vinh Dao kurz vor der Grundsteinlegung. Jetzt falle die Anspannung von ihm ab, obwohl es noch viel zu tun gibt. 1,5 Millionen Euro habe er im In- und Ausland an Spenden eingesammelt, um sein Projekt realisieren zu können.

Modell des Tempels
Bislang nur als Modell zu sehen: der buddhistische Tempel von Taucha. Auf zwei Eatgen, reich verziert und ganz aus Lärchenholz wird er gefertigt. Im Herbst 2018 soll er fertig sein. Bildrechte: Privat/Quang Vinh Dao
Modell des Tempels
Bislang nur als Modell zu sehen: der buddhistische Tempel von Taucha. Auf zwei Eatgen, reich verziert und ganz aus Lärchenholz wird er gefertigt. Im Herbst 2018 soll er fertig sein. Bildrechte: Privat/Quang Vinh Dao
Verladung des Tempels in Hanoi.
Anderthalb Jahre arbeiteten Handwerker aus Vietnam in Hanoi am Tauchaer Tempel. Nach der Fertigstellung wurde er wieder in seine Einzelteile zerlegt und nach Deutschland verschifft. Ende Oktober sollen die Einzelteile in Hamburg ankommen. Bildrechte: Privat/Quang Vinh Dao
Menschen bei der feierlichen Grundsteinlegung.
Noch steht an der Stelle des Tempels eine Bühne. Direkt am ehemaligen Bahnhof in Taucha heißt es ab 2018: Herzlich willkommen in Vietnam. Bildrechte: MDR/Babara Brähler
Menschen bei der feierlichen Grundsteinlegung.
In diesen Sandkisten wird nach buddhistische Zeremonie der Grundstein für den Temepel gelegt. Bildrechte: MDR/Babara Brähler
Menschen bei der feierlichen Grundsteinlegung.
Eine Buddhafigur begrüßt derzeit die Menschen vor dem alten Bahnhofsgebäude. Quang Vinh Dao - Initiator und Besitzer des Bahnhofgebäudes - will darin noch ein veganes Restaurant eröffnen. Bildrechte: MDR/Babara Brähler
Menschen bei der feierlichen Grundsteinlegung.
Buddhistische Mönche beginnen mit der feierlichen spirituellen Zeremonie. Gleichzeitig ist dies auch der Empfang für die "Ehrwürdigen", also den geladenen Gästen wie Tauchas Bürgermeister oder den Pagoden-Architekten. Bildrechte: MDR/Babara Brähler
Menschen bei der feierlichen Grundsteinlegung.
Natürlich darf ein Drachentanz in der vietnamesischen Kultur nicht fehlen. Der Drachentanz gilt in diesem Kulturkreis bei Einweihungen von wichtigen Gebäuden oder bedeutenden Ereignissen als Glück bringendes Ritual. Bildrechte: MDR/Babara Brähler
Menschen bei der feierlichen Grundsteinlegung.
Vietnamesen aus ganz Europa waren extra zur Grundsteinlegung angereist. Sie kamen aus Ungarn, Tschechien, Frankreich, Dänemark und Schweden. Bildrechte: MDR/Babara Brähler
Menschen bei der feierlichen Grundsteinlegung.
Gemeinsamkeit wird groß geschrieben: vor der Grundsteinlegung wird gemeisam gebetet. Bildrechte: MDR/Babara Brähler
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Menschen bei der feierlichen Grundsteinlegung.
Quang Vinh Dao in einer buddhistischen Mönchstracht ist stolz und glücklich, dass der Bau nun endlich beginnen kann. Bildrechte: MDR/Babara Brähler

Der Tempel ist ganz wichtig für uns Buddhisten. Und wir sind stolz, dass wir ein Stück unserer Kultur nach Europa bringen können. Die Europäer müssen nun jetzt nicht extra nach Asien reisen, um echte Pagoden zu sehen.

Quang Vinh Dao

Zur Grundsteinlegung war es noch anders herum. Quang Vinh Dao hatte hunderte vietnamesische Gäste aus Frankreich, Ungarn, Dänemark, Schweden und Tschechien zur Zeremonie nach Taucha eingeladen.

Tauchas Bürgermeister Tobias Meier freut sich über den kulturellen Zuwachs für seine Stadt. Damit könne man neue Impulse für die Stadt generieren, ist sich der Rathauschef sicher:

Damit können wir auch ein Zeichen setzten, dass man in Sachsen sehr tolerant und weltoffen leben kann.

Tobias Meier

Im Herbst 2018 wird Taucha dann eine neue Attraktion besitzen: Europas erster Tempel komplett aus Holz und der einzige mit direktem Bahnanschluss.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Fernsehen und Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.10.2017 | 07:17 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 22.10.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2017, 17:28 Uhr