Region Leipzig

Nach Festnahmen im August : Drei Rechtsextreme wegen Drogenhandels angeklagt

Drei Rechtsextreme aus Nordsachsen sind wegen Drogenhandels im großen Stil angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft Leipzig wirft den Männern vor, seit Anfang 2012 mit Hilfe eines Kuriers regelmäßig Crystal aus Tschechien geholt und in Deutschland verkauft zu haben. Insgesamt sollen sie 3,4 Kilogramm des Methamphetamins geschmuggelt haben. Bei einem Verkaufspreis von 80 bis 100 Euro pro Gramm hatten die Drogen einen Wert zwischen 272.000 und 340.000 Euro. Die 24, 25 und 30 Jahre alten Männer aus Eilenburg und Delitzsch waren im August durch ein Spezialeinsatzkommando festgenommen worden.

Angeklagte aus rechtsextremer Szene 

Kristalle des Amphetamins Crystal
Bei der Bande wurden 500 Gramm Crystal sichergestellt.

Der Zerschlagung des Rauschgifthändler-Rings waren mehrmonatige Ermittlungen vorausgegangen. Auch der Kurierfahrer - ein 54-jähriger Mann - war im August festgenommen werden. Die Ermittlungen gegen ihn dauerten noch an, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Wann der Prozess gegen die drei Dealer am Landgericht Leipzig beginnt, steht noch nicht fest, sagte Sprecher Hans Jagenlauf.

Die Ermittlungsbehörden zählen die Angeklagten zur rechtsextremen Szene. Einer der drei Beschuldigten soll 2009 als Stadtratskandidat für die NPD angetreten sein, wurde aber nicht gewählt. Für die NPD ist eine mögliche Verbindung zur Drogendealerszene alles andere als erfreulich. Mehrfach machte sie im Landtag Drogenbanden aus Osteuropa für den steigenden Crystal-Konsum in Sachsen verantwortlich. So erklärte beispielsweise im März 2012 die Abgeordnete Gitta Schüßler: "Ein weiteres Problem tritt nunmehr mit dem verstärkten Handel von Crystal über Tschechien und Polen auf, das zumeist aus tschechischen Drogenküchen stammt. Die in- wie ausländischen Rauschgiftverbrecher machen sich dabei den Wegfall der Grenzkontrollen und den anhaltenden Rückzug der Polizei aus der Fläche zunutze."

Kurz nach der Festnahme der Männer in Delitzsch und Eilenburg beeilte sich die Partei in Sachsen mitzuteilen, dass man Drogenvergehen aufs Schärfste verurteile und dass der mutmaßliche Anführer der Rauschgiftschmuggler 2011 aus der NPD ausgetreten sei. Der 30-Jährige ist wegen Drogendelikten einschlägig vorbestraft.

Ähnlicher Fall in Hoyerswerda

Wenige Monate später hatte in Hoyerswerda ein ähnlicher Fall für Aufsehen gesorgt. Ein Sondereinsatzkommando des Landeskriminalamtes Brandenburg nahm den Frontmann der rechtsradikalen Band "Bollwerk" fest. Auch er soll im großen Stil mit Drogen gehandelt haben. Sachsens Innenminister Markus Ulbig kommentierte damals die Festnahme so: "Der Fall demonstriert und entlarvt erneut die heuchlerische Doppelzüngigkeit der Rechtsextremisten. Das Bild vom angeblichen deutschen Saubermann ist mit der Verhaftung in Hoyerswerda und nach ähnlichen Vorfällen in Nordsachsen erneut erschüttert."

Zuletzt aktualisiert: 30. Dezember 2012, 15:53 Uhr

3. Gott sieht alles:
Sagt man nicht, Radikalismus sei keine Gesinnung, sondern ein Verbrechen? Stimmt wohl nicht?
31.12.2012
12:07 Uhr
2. Hannes:
Wer will eigentlich wissen ob es rechte sind. Ob es der Wahrheit entspricht sei dahingestellt.
30.12.2012
16:55 Uhr
1. Codo:
Und wieso ist bei den Drogenhändlern die politische Einstellung hier relevant? Was ist mit den tausenden anderen Dealern - interessiert da die politisiche Einstellung? Oder ist das am Ende nur ein kleines Medienfressen...?
30.12.2012
16:25 Uhr

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