Region Leipzig

Hohe Haftstrafen : Drogendealer in Leipzig und Bautzen verurteilt

Das Landgericht Leipzig hat am Dienstag einen 40-jährigen Mann wegen bandenmäßigen Rauschgifthandels zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann in großem Stil mit Rauschgift gehandelt hat. Er bestreitet bis heute die Tat. Bei der Urteilsverkündung rief der Algerier mehrfach "Ich bin unschuldig". Die Tat sei ihm in die Schuhe geschoben worden. Der vorsitzende Richter ließ ihn daraufhin aus dem Saal führen. Sein Anwalt kündigte unmittelbar nach dem Urteilsspruch Revision an. Sein Mandant habe mit dem groß angelegten Rauschgifthandel nichts zu tun, erklärte er dem SACHSENSPIEGEL. Er werde auch prüfen, inwieweit die Urteilsgründe das Urteil tragen.

Bisher größter Einzelfund in Leipzig

Joint
Auf dem Schwarzmarkt war der Leipziger Fund 220.000 Euro wert.

Bei einer Wohnungsdurchsuchung in Gohlis im September 2010 hatte die Polizei 22 Kilogramm Heroin sowie 23.000 Euro Bargeld sichergestellt. An dem Einsatz waren Beamte des Mobilen Einsatzkommandos der Polizeidirektion Leipzig und des Sondereinsatzkommandos des Landeskriminalamt Sachsen beteiligt. Das Rauschgift hatte den Angaben zufolge einen Schwarzmarktwert von rund 220.000 Euro. Es war der bis dahin größte Einzelfund Heroin in Leipzig. Die Polizei nahm damals einen bis dahin strafrechtlich unbekannten 43-jährigen Algerier fest, der aus der Depotwohnung kam. Der Mann belastete den nun verurteilten Landsmann schwer. Von den 22 Kilogramm Heroin seien allein zehn Kilogramm für den 40-Jährigen bestimmt gewesen, sagte er der Polizei. Doch zunächst konnte dem Jüngeren der beiden Rauschgifthändler nichts nachgewiesen werden. Erst als er mit 630 Gramm Heroin erwischt wurde, klickten die Handschellen.

24-Jähriger aus Hoyerswerda muss vier Jahre ins Gefängnis

Einen ähnlichen Fall verhandelte am Dienstag auch das Landgericht Bautzen. Es verurteilte einen 24-Jährigen aus Hoyerswerda wegen Drogenhandels zu einer Haftstrafe von vier Jahre. Der Mann hatte 2010 und 2011 rund 45 Kilogramm Haschisch und 13 Kilogramm Marihuana vertrieben. Der Gesamtwert liegt in diesem Fall bei 160.000 Euro. Nach Angaben des Gerichts legte der Arbeitslose ein umfassendes Geständnis ab. Er habe dabei auch Informationen zur Drogenszene in Hoyerswerda und Dresden geliefert. Ermittelt wird nun auch gegen zwei Beschuldigte aus der sächsischen Landeshauptstadt. Von ihnen soll er insgesamt mehr als einen Zentner Drogen bezogen haben. Die beiden Männer sitzen bereits in Untersuchungshaft.

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2012, 11:33 Uhr

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