Kriminalität : Mehr Wohnungseinbrüche in Sachsen
In Sachsen steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche. Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums wurden 2011 knapp 3.500 Einbrüche registriert. Das waren rund acht Prozent mehr als im Jahr davor. Auch in diesem Jahr deutet sich ein ähnlicher Trend an. Bis Juli wurden im Freistaat bereits 2.000 Einbrüche in Wohnungen gemeldet. Die Aufklärungsquote lag 2011 bei rund 30 Prozent. Knapp 1.000 Tatverdächtige wurden ermittelt.
Gründerzeithäuser in Leipzig locken Einbrecher
Die meisten Fälle gibt es in Leipzig. Laut Polizei liegt das auch am besonderen Wohnungsbestand. Diebe könnten die doppelflügeligen Eingangstüren in den Gründerzeithäusern leicht öffnen. 500 Vermieter seien jetzt angeschrieben worden, die Wohnungen besser zu schützen. Unter anderem raten die Beamten, Riegel von innen mit Schrauben so zu fixieren, dass sich die Tür von außen nur schwer aufdrücken lässt.
Während in Leipzig die Ganoven in diesem Jahr bereits wieder mehr als 800 Mal einstiegen, wurden in Dresden 2012 bisher 247 Einbrüche registriert. Die Landeshauptstadt belegt den zweiten Platz. Die wenigsten Einbrüche wurden sachsenweit im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge registriert - trotz der Diskussion um die Grenzkriminalität und der unmittelbaren Nachbarschaft zur Tschechischen Republik.
Ferienzeit ist Hochsaison für Langfinger
Vor allem in der jetzigen Ferienzeit sind leerstehende Wohnungen und Häuser leichte Beute. Einbrecher nutzen die Gunst der Stunde, um sich zu bedienen. Der Sprecher des Innenministeriums, Lothar Hofner, sagte: "Nach ihrem Urlaub erleben dann einige eine böse Überraschung, wenn ihre Wohnung wie ein Schlachtfeld aussieht." Das Klischee vom nächtlichen Besucher treffe allerdings nicht unbedingt zu. Mehr als ein Drittel der Einbrüche werde tagsüber begangen. Die Dunkelziffer sei vermutlich noch höher, da sich die genaue Tatzeit oft nicht ermitteln lasse. Vor allem in den Großstädten schreckten die Diebe nicht davor zurück, auch am Tag in Wohnungen einzusteigen. Sie nutzen die Anonymität des städtischen Umfelds.

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.