Polizeiautos
Immer mehr Menschen machen sich Sorgen um die steigende Kriminalität in Leipzig - das hat die Sicherheitsbefragung ergeben. Am meisten fürchten sich demnach Seniorinnen. Bildrechte: MDR

Sicherheitsbefragung Leipzig "Das ist eine Verrohung der Gesellschaft"

In Leipzig fürchten sich immer mehr Bewohner vor zunehmender Kriminalität. In der aktuellen Sicherheitsumfrage gab jeder Dritte an, mindestens einmal Opfer einer Straftat geworden zu sein - allein im vergangenen Jahr.

Polizeiautos
Immer mehr Menschen machen sich Sorgen um die steigende Kriminalität in Leipzig - das hat die Sicherheitsbefragung ergeben. Am meisten fürchten sich demnach Seniorinnen. Bildrechte: MDR

Raubüberfall, Körperverletzung, schwerer Diebstahl - die Polizeimeldungen vom vergangenen Wochenende zeigen deutlich: In Leipzig werden Straftäter zunehmend gewalttätiger. Das bestätigt auch Polizeisprecher Uwe Voigt:

Es ist leider wirklich so: Wir müssen resümieren, dass bei Straftaten im Körperverletzungsbereich, Landfriedensbrüchen, anderen Überfällen und Raubstraftaten brutal vorgegangen wird. Es wird nicht mehr - wie früher - nur mit Fäusten gearbeitet. Es kommen Gegenstände zum Einsatz wie Messer, Baseballschläger und neuerdings auch Elektroschocker.

Uwe Voigt Polizeisprecher

Sicherheitsbefragung: Jeder Dritte wurde Opfer einer Straftat

Für ihn gibt es einen ganz bestimmten Grund für diese Entwicklung:

Polizeisprecher Uwe Voigt
Leipzigs Polizeisprecher Uwe Voigt meint: Täter sind sowohl Deutsche als auch Einwanderer. Bildrechte: Jan Dörre

Das ist eine Verrohung der Gesellschaft. Das haben wir in den letzten Jahren festgestellt. Man hat als Ziel, Diebesgut und wertvolle Gegenstände so schnell wie möglich zu Geld zu machen. In erster Linie ist das Beschaffungskriminalität - gerade bei Raubstraftaten.

Uwe Voigt Polizeisprecher

In einer Sicherheitsumfrage, die die Stadt kürzlich vorgestellt hat, wurden 6.000 Leipziger befragt. Davon gab jeder Dritte an, im vergangenen Jahr Opfer eines Diebstahls gewesen zu sein. Das sind vier Prozent mehr als noch 2011.

Nicht alle Straftaten werden angezeigt

Und auch verbale Attacken und Belästigungen haben der Befragung zufolge zugenommen: 32 Prozent der Befragten hatten darunter zu leiden, 2011 waren es nur 20 Prozent. Allerdings gehen die Opfer nur in den seltensten Fällen zur Polizei und erstatten Anzeige. Das zeigt auch eine Umfrage von MDR SACHSEN in der Leipziger Innenstadt:

Es kommt darauf an, wie weit die Pöbelei geht. Wenn es nur mit Worten ist, kann man so etwas ignorieren. Wenn ich aber körperlich angegriffen werde und einen Schaden habe, würde ich das schon anzeigen.

Passantin

Für Uwe Voigt ist das nicht zu verstehen - schließlich sind auch Beleidigungen Straftaten. Und ohne Anzeige kann es keine Ermittlungen geben.

Man sollte, wenn man Opfer einer Straftat geworden ist, sofort zur Polizei gehen. Beleidigungen und Pöbeleien zählen auch darunter. Wir haben es schon öfter gehabt, dass die Täter immer die gleichen sind – gerade in Straßenbahnen und Bussen.

Uwe Voigt Polizeisprecher

Für eine bessere Aufklärungsquote wäre eine Personenbeschreibung hilfreich, so Voigt. Dann könnte vielleicht nicht nur jede zweite Straftat aufgeklärt werden.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.07.2017 | 16:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2017, 17:48 Uhr

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59 Kommentare

26.07.2017 17:41 Mediato an Harry(56) 59

Davon dass du in Rätseln sprichst werden deine Aussagen auch nicht klarer!

Wenn man den Pressespiegel bezüglich größerer Schlägereien in Sachsen sichtet, dann sind da immer deutsche Mitbürger beteiligt oder sogar ausschließlich beteiligt.

Sehr viel Intelligenz und Kultur kann ich bei solchen Menschen nicht wirklich vermuten. Dies mag jedoch daran liegen, dass ich nicht zu der Spezies Mensch gehöre, die das Revierverteidigungsverhalten an Straßenecken pinkelnder Hunde nachahmt.

Ähnlich wie der an die Ecke pinkelnde Hund sind wohl manche Deutsche der Meinung, dass ihnen bestimmte öffentliche Plätze gehören wenn sie dort nur penetrant genug auftreten und andere vertreiben. Die Polizei sollte so etwas schnell klarstellen können.

26.07.2017 17:09 Mediator 58

@ach so(53): Glaubst du wirklich mit einer einzigen Zahl belegen zu können, dass die Kriminalität in Deutschland eklatant ansteigt.

Du führst für Leipzig(2016) eine Steigerung der Straftaten von 20% an, verschweigst aber, dass dieses 20% (+ 88 tsd Fälle ) 23 tsd Altfälle beinhalten, die die Statistik verzerren. Weiterhin verschweigst du, dass in anderen Städten z.B. die Zahl der Straftaten in 2016 abgenommen hat. (F a.M. -3%, M -14 %). Im Bund gingen die Straftaten in diesem Zeitraum um 0,1% zurück.

Polizeipräsident Merzig führt die Entwicklung in L u.a auf das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum, die geografische Lage und eine Konzentration Suchtkranker in der Metropole L zurück.

@Morchelchen (52): Wahnsinn! Flüchtlinge begehen ebenso wie Deutsche Straftaten? Darauf wollten sie aufmerksam machen und das wurde nicht veröffentlicht? Glaube ich nicht! Sie werden wohl noch ein paar abenteuerliche und vermutlich fremdenfeindliche Schlußfolgerungen dazu gepackt haben.

26.07.2017 16:59 Leo Bronstein 57

@ sir-charles (#47)
>We ... für.<

Es tut mir nicht leid, Sie enttäuschen zu können.
Die Daten stammen aus der PKS und nicht aus der PKS Sachsen. Damit dürfte auch jedes Konstrukt Ihrer Argumentation offensichtlich irrelevant sein.

.
@ Mediator (#49)
>Es ist typisch f. Menschen d. Hysterie verbreiten wollen, dass sie Zahlen herausgreifen, d. solche Annahmen stützen.<

Damit meinen Sie sicher auch die -3,7 % Raubdelikte im Vergleich zum Vorjahr.

.
>Ic .. rer.<

Womit Sie nur zum Ausdruck bringen, dass sich mit der Änderung die Anzahl von Zuwanderern sich die Anzahl der Tatverdächtigen im gleicher Relation ändert.
Was allerdings noch nichts aussagt, wie sich die Anzahl der Tatverdächtigen Deutschen und die der Zuwanderer in Relation verhält. Und vor allem in Bezug auf die Größe der jeweiligen Population.

26.07.2017 16:21 Harry 56

Na, @Mediator in #54, Sie sind doch ein pfiffiges Kerlchen, oder? Dann sollten Sie eigentlich aus der Berichterstattung von Presse, Funk und Fernsehen mitbekommen haben, das bei den sich "zu Massenschlägereien zusammenrottenden" "Mannern" die "einigermaßen intelligenten Deutschen", aber auch die etwas stärker vom Intelligenzdurchschnitt abweichenden Deutschen, eher nicht anzutreffen sind.

26.07.2017 15:08 Leo Bronstein 55

@ Mediator (#49)
>Es ist typisch f. Menschen die Hysterie verbreiten wollen, dass sie Zahlen herausgreifen, d. solche Annahmen stützen.<

Damit meinen Sie sicher die -3,7 % Raubdelikte im Vergleich zum Vorjahr.

.
>Ich empfehle e. Blick auf Folie 14 vom 29.03.17 im Dokument "Folien PKS 2016 - grafischer Überblick". Dort sind d. Zahlen d. PKS grafisch aufbereitet.
Also ich kann da herumrechnen wie ich will, aber ich erkenne da keine signifikante Steigerung d. Tatverdächtigen bezogen auf d. Zahl d. Zuwanderer.<

Womit Sie nur zum Ausdruck bringen, dass sich m. Änderungen d. Anzahl d. Zuwanderer sich d. Anzahl d. Tatverdächtigen im gleichbleibender Relation ändert.
Was allerdings noch nichts aussagt, wie sich d. Anzahl d. Tatverdächtigen Deutschen u. d. der Zuwanderer in Relation verhält.

Oder:
1 Tier (Deutscher) frisst 2 Elefanten.
5 Tiere fressen 10 Elefanten.

Sagt jedoch noch nichts, wie viele Elefanten v. Häschen gefressen werden.

26.07.2017 14:48 Mediator an Harry (51) 54

Manchmal ist eine Zeile mehr Text unheimlich viel wert. Eventuell hätte ich dann verstanden, was sie in Beitrag Nr. 51 mitteilen wollen. Ich bitte um eine Klarstellung. Danke

26.07.2017 14:24 ach so 53

@ Mediator; Laut LVZ(26.7.) hat es Leipzig auf Rang 2 im bundesweiten Kriminalitätsranking geschafft. (Nur Berlin gilt es noch einzuholen.) 2016 stieg die Zahl der Straftaten um mehr als 20% an. Genaueres kann jeder selbst nachlesen. Von Lügenpresse reden doch immer die anderen!

26.07.2017 13:09 Morchelchen 52

Mediator, ich hatte schon mal darauf verwiesen, dass in der Programmzeitschrift "Auf einen Blick" in den willkommensjubelnden Jahren häufig Beiträge zur Ausländerkriminalität veröffentlicht wurden, mit Quellenangabe der Polizeiberichte. Konkret wurde die besonders in Hamburg auffällige Straffälligkeit von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen nachgewiesen und andere Angaben zu Vorfällen mit Ausländern belegt. Leider wurde mein Beitrag nicht freigeschalten. Dabei wollte ich nur Fakten schaffen, da Sie stets behaupten, wir faseln uns hier was zusammen. Übrigens ist diese Zeitschrift die einzige im allgemeinen Blätterwald, die sich vom medialen Einheitsbrei 2015 bis jetzt unterschied.

26.07.2017 12:19 Harry 51

@Mediator "Weiterhin kann man sich fragen, welcher einigermassen intelligente Deutsche sich zu Massenschlägereien zusammenrottet." Gute Frage! So langsam kommt die Wirklichkeit wohl auch in Ihrer Bubble an?

26.07.2017 12:10 Harry 50

Verrohung der Gesellschaft? Ich würde sagen, das ist nur ein Vorgeschmack auf das, was uns noch bevorsteht beim "täglich neu Aushandeln des Zusammenlebens".