Uni Leipzig
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Uni Leipzig Die Zukunft des Theaters gestalten

Der Studiengang Theaterwissenschaft an der Uni Leipzig ist gesichert. Mit dem Kompetenzzentrum für Theater hat die Fakultät eine Einrichtung geschaffen, die den Studiengang in Leipzig zukunftssicher macht. Dabei war das Institut zuletzt noch von der Schließung bedroht.

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Das "Centre of Competence for Theatre" (CCT) hat bereits mit dem laufenden Wintersemester seine Arbeit aufgenommen. Am Donnerstag wurde es nun feierlich eingeweiht. Damit endet das lange Bangen um die Zukunft der Theaterwissenschaften an der Universität Leipzig. Vor drei Jahren wurde der Studiengang noch auf eine Streichliste gesetzt, um Sparvorgaben des Landes zu erfüllen. Kunstministerin Eva-Maria Stange sagte bei der Eröffnung, mit der Gründung des Kompetenzzentrums sei nun "ein wichtiger Beitrag dazu geleistet, die sächsische Theaterlandschaft weiterzuentwickeln."

"Meilenstein für die Theaterarbeit"

Prof. Günther Heeg, Direktor des neuen Kompetenzzentrums und Professor am Institut für Theaterwissenschaft freute sich: "Mit der Gründung des CCT setzt die Universität Leipzig einen Meilenstein für zukunftsfähige theaterbezogene Forschung, Lehre und Vermittlung". Im Gespräch mit MDR SACHSEN äußerte er sich begeistert über die Resonanz aus der Theaterszene auf die Gründung des Kompetenzzentrums: "Die Aufgeschlossenheit der Theaterhäuser und die Kooperationsgespräche, die wir in den letzten Monaten führen konnten, gehören zu den schönsten Erlebnissen, die ich in meiner Zeit hier am Institut gemacht habe."

Das Zentrum ist eng mit dem Institut für Theaterwissenschaft verbunden. Kernaufgabe solle neben der Lehre und Forschung die Vermittlung von Wissenschaft und ein Sich-Einschalten in kultur- und gesellschaftspolitische Diskussionen sein. Dazu würden Verbindungen mit Theatern regional und bundesweit geknüpft. Über Kooperationen sollen dann Projekte realisiert werden, die unter anderem die Theaterarbeit mit Geflüchteten umfassen. Dafür gebe es eine große Nachfrage, sagte Heeg.

Prof. Dr. Günther Heeg, Universität Leipzig, Institut für Theaterwissenschaft
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Theaterarbeit ist heute immer auch Sozialarbeit.

Prof. Dr. Günther Heeg, Institut für Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig

"Wir haben derzeit Kooperationsverträge mit 20 Häusern in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus und haben von dort fantastische Angebote aus der Unterrichtspraxis erhalten", erklärte Heeg. So können beispielsweise Erstsemester die Inszenierung einer renommierten Regisseurin von Anfang nicht nur begleiten, sondern auch mitentwickeln. Darüber hinaus gibt es am Institut die Möglichkeit, etwa Theater- und Kulturmanagment zu lernen.

Wichtige Forschungsprojekte

Neben der Koordinierung von praxisbezogenen Lehreinheiten, die wichtig für die Vermittlung von Theorie und Praxis in der Theaterarbeit sind, ist die wissenschaftliche Arbeit des Instituts eine wichtige Säule. "Wir haben bereits ein großes Forschungsprojekt an Land gezogen aus dem Bundesministerium für Bildung. Das Projekt befasst sich mit dem Amateurtheater als Medium kultureller Bildung."

Aber das Zentrum sei auch dafür da, Wissenschaft in der Öffentlichkeit zu vermitteln, "sich einzumischen in kulturpolitische und bildungspolitische Debatten und dort als Katalysator zu wirken." Heeg sieht drei Funktionen des Kompetenzzentrums für die Zukunft: die Lehre, die SForschung und die Vermittlung und kulturelle Bildung. Das ermögliche eine ganz neue Qualität von Lehre und Forschung am Institut für Theaterwissenschaft.

Zuletzt aktualisiert: 28. Oktober 2016, 14:53 Uhr

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