Es fehlen 2.000 Kita-Plätze Leipzig Schlusslicht bei den Kitas

von Anja Neubert

Leipzig schneidet bei der Versorgung mit Kita-Plätzen in ganz Sachsen am schlechtesten ab: Ende 2014 klafft eine Lücke von 2.000 Plätzen im Vergleich zum ermittelten Bedarf. Laut Antwort des sächsischen Kultusministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag fehlen rund 500 Plätze für Unter-Dreijährige. Die übrigen seien "geplante Plätze für Kinder vor Schuleintritt für das Jahr 2014" die wegen Bauverzögerungen noch nicht realisiert seien.

Kein Erfolg trotz Bemühungen

Damit sind Eltern in Leipzig schlechter gestellt als anderswo in Sachsen, sagte Cornelia Falken von der Linken. "Es ist skandalös, dass 2.000 Kinder in Leipzig keinen Platz in einer Kindertagesstätte bekommen haben, obwohl sie darauf seit 2013 einen rechtlichen Anspruch haben." Zwar erkenne sie die Bemühungen der Stadt an, neue Plätze zu schaffen, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion. Allerdings nütze der Verweis auf neue Bauten "den geschätzten 4.000 Müttern und Vätern wenig, wenn sie wegen mangelnder Betreuungsplätze ihrer Erwerbstätigkeit nicht nachgehen können".

Nirgends in Sachsen fehlen so viele Betreuungsplätze wie in Leipzig. Die Einkommensverhältnisse in Leipzig und Sachsen führen zu einer doppelt prekären Situation: Nicht nur fehlt den nicht betreuten Kindern die Möglichkeit auf Bildungserwerb in einer Einrichtung, es fehlt auch den Familien ein Teil des nötigen Einkommens, wenn ein Elternteil zu Hause bleiben muss.

Cornelia Falken, Landtagsabgeordnete der Linken

Lage in Görlitz und Zittau entspannt

Doch auch anderswo in Sachsen müssen Eltern teilweise Wartezeiten in Kauf nehmen und auf die Wunsch-Kita verzichten. Betroffen sind die Landkreise Bautzen, Leipzig, Meißen sowie die kreisfreien Städte Dresden und Chemnitz, die nach Antwort des Kultusministeriums Wartezeiten von bis zu vier Monaten einräumten. Engpässe in Städten wie Görlitz und Zittau sollen sich inzwischen entspannt haben, auch der Landkreis Meißen könne den Rechtsanspruch von Über-Einjährigen inzwischen in den meisten Fällen gewährleisten - einzelne Familien müssten dennoch Wartezeiten in Kauf nehmen. 

Zuletzt aktualisiert: 14. Dezember 2014, 14:08 Uhr

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9 Kommentare

15.12.2014 16:07 schelm 9

Hallo Martin, ich stimme Ihnen voll zu. Den Beitrag von Miguel habe ich kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen. Kinder brauchen die sozialen Kontakte in der KITA. Wir haben die Betreuung unserer Kinder in der KITA immer sehr geschätzt. Sie war liebevoll und pädagogisch auf hohem Niveau.

15.12.2014 10:19 Maria A. 8

Schließe mich Nr. 4 an! In der Politik nur heiße Luft - Frau Merkel jettet um die Welt und lässt sich überall feiern, dabei herrscht in diesem Lande enorme Verdrossenheit unter den schlichten Steuerzahlern und in den öffentlichen Kassen Geldnot allerorten...

15.12.2014 09:05 martin 7

@Miguel: Doch es gibt Familien, die das soziale Miteinander und pädagogische Fundament der KiTas sehr schätzen und erstaunt sind, mit welchen neuen Erlebnissen die Kinder tagtäglich wieder heimkommen. Schließen Sie bitte nicht von sich auf andere. Die Möglichkeit einer verantwortsvollen und hochqualitativen Betreuung ist die größte Wertschätzung, die man einer Familie geben kann.

15.12.2014 08:18 Hotdog 6

Dafür ist Leipzig die hundefreundlichste Stadt !!!
Kinder sind da nicht so wichtig.

14.12.2014 17:34 schelm 5

Leipzig hat einen Berg Schulden und ist deshalb in finanziellen Handlungsfähigkeit arg eingeschränkt, nicht nur bei KITA-Plätzen. Einer der das maßgeblich mit zu vertreten hat, weil dort Viele Jahre OB und damit für die Misere hauptverantwortlich ist Wolfgang Tiefensee, heute Wirtschaftsminister in................, ja wo denn gleich. Ach ja, Thüringen. Die gehen jetzt ja goldenen Zeiten entgegen. Bei dem Personal glaubt man das glatt!

14.12.2014 13:16 Das ist alles alternativlos 4

Willkommen in der deutschen Wirklichkeit - hier: Provinz Sachsen. Das ist nur ein Beispiel für die tatsächlichen Verhältnisse, die sich hinter einem Gebirge von Politikergeschwätz verbergen.

14.12.2014 12:20 Linkenanhänger 3

Meines erachtens nach wird Leipzig von dieser Regierung schlechtgeredet, weil Leipzig etwa nicht so CDU-freundlich ist?

14.12.2014 12:15 Paragraphenreiter 2

...nun dann sollten die betroffenen Eltern vor Gericht Klagen und sich die entstanden Mehrkosten zurückholen. Immer wenn es der Stadt ans Geld geht, laufen die Dringend benötigten Veränderungen / Verbesserungen schneller. Wer Geld (sechstellige Beträge) für katholische Kirchentreffen zur Verfügung stellt und Unsummen für ein teures Tunnelprojekt gebuddelt, soll doch mal vor Gericht glaubhaft erklären, warum kein Geld für Bildung da ist.
Vielleicht wird in Leipzig an den falschen Stellen Geld ausgegeben (neue Kirchenbauten) und an der falschen Stelle gespart (Schließung von Museen und Hallenbädern,verschleppte Renovierungen von Schulen, fehlendes Geld für Lehrmittel usw.). Es wird allerhöchste Zeit das hier in Bildung von Kindern und Jugendlichen investiert wird.

14.12.2014 11:50 Miguel 1

Die Familien "warten" nicht auf KiTas, sondern auf Wertschätzung und würdige Unterstützung mithilfe von Erziehungszuschüssen. Kita-Propaganda, Feminismus und Karrieregeschwafel dienen nur der Hochfinanz sowie steuerlicher Ausbeutung und sind fundemental familienfeindlich.