Eltern stehen nach einem Kitaplatz in Leipzig Schlange
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Forderungen wegen Kita-Platz-Notstand Kita-Mangel in Leipzig treibt Eltern auf die Straße

Eltern stehen nach einem Kitaplatz in Leipzig Schlange
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Wegen des Mangels an Kita-Plätzen in Leipzig fordern betroffene Eltern die Stadt zum Handeln auf. Zusammen mit der Leipziger Kita-Initiative haben sie sechs Forderungen aufgestellt. Darin verlangen sie einen anderen Umgang mit den betroffenen Eltern, aber auch mehr Transparenz und mehr Beteiligung.

Zudem forderten sie die Stadt in dem am Freitag veröffentlichten Katalog dazu auf, zur Not selbst mehr Kitas zu bauen, "anstatt Last und Verantwortung für die Kinderbetreuung (unter dem Deckmantel der Vielfaltsförderung) auf die freien Träger abzuwälzen".

Stadt nimmt Kritik ernst

Stadtsprecher Matthias Hasberg erklärte: "Die Stadt Leipzig tut seit Jahren ihr Möglichstes, um den steigenden Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten für Kinder im Vorschulalter zu decken. Tausende Plätze wurden in den vergangenen Jahren geschaffen. Wahr ist aber auch: Die Geburten- und Zuzugsraten sind dynamischer als unser Kita-Bauprogramm." Kritik am Online-Anmeldeportal für Kitaplätze habe die Stadt ernstgenommen. Es werde überarbeitet. Betroffene Eltern fänden bei den zuständigen Ämtern durchaus Gehör.

Lange Schlange zeigt Wirklichkeit


Voriges Wochenende hatte es in Leipzig einen Polizeieinsatz gegeben, weil Hunderte Eltern vor einer noch nicht eröffneten Kita anstanden, um einen Platz für ihren Nachwuchs zu ergattern.

Das Bild der Warteschlange spreche Bände, erklärte die Kita-Initiative. Am 21. Juni wollen die Eltern vor dem Leipziger Rathaus demonstrieren.

Kita-Andrang in Leipzig
Am vergangenen Sonnabend standen Hunderte Eltern wegen eines Kita-Platzes an. Bildrechte: MDR/Marc Silva

Forderungskatalog veröffentlicht

Die Leipziger Kita-Initiative hat am Freitag einen Forderungskatalog veröffentlicht. Darin geht es vor allem um die Wahrnehmung des Problems in der Öffentlichkeit und die Beteiligung der Betroffenen an der Lösung.

Das sind die Forderungen im Überblick: • Mitbestimmung: Vom Kita-Mangel betroffene Eltern sollen – etwa bei Stadtratssitzungen - angehört werden. Außerdem verlangt die Initiative das Stimmrecht in den relevanten Ausschüssen. Der vom Jugendamtsleiter ins Leben gerufene "Runde Tisch Kita" soll reaktiviert werden.

• Information: Die Stadt Leipzig soll regelmäßig stattfindende Informationsabende schaffen, bei denen die Verantwortlichen den betroffenen Eltern Rede und Antwort stehen.

• Transparenz: Die Initiative fordert einheitliche Regeln bei der Vergabe der Kita-Plätze. Außerdem sollen Eltern, die einen Kita-Platz über das Vergabeportal beantragt haben, regelmäßig über den Stand der Bearbeitung informiert werden.

• Unterstützung: Das Jugendamt soll Eltern bei der Suche nach einem Kita-Platz unterstützen und auf bestehende Alternativen wie Tageseltern hinweisen. Zu der Forderung gehören auch aktuelle Kontaktlisten zu Ansprechpartnern und Informationen zu den Vergabe-Modalitäten der einzelnen Kitas.

• Mehr Kitaplätze: Neben den allgemeinen Ausbaubemühungen fordert die Initiative auch Gespräche und Kooperation der Stadt mit Arbeitgebern, um mehr Betriebskitas und eine Betreuung der Kinder in Elternnähe zu ermöglichen.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 19.05.2017 | Nachrichten ab 19 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2017, 19:40 Uhr

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7 Kommentare

20.05.2017 17:44 raberudi 7

@ 5. Lieber Oberbewerter Horst der Beiträge, Ihr Beitrag hat keinerlei Themenbezug und spiegelt eine gewisse Lebensferne wieder. Schauen Sie sich mal die Haushalts- und Finanzlage von der Stadt Leipzig an. Dämmerts.....?

20.05.2017 11:54 Untermensch aus Dunkeldeutschland 6

Das hätten die Eltern aber wissen müssen. Und außerdem sind Verhütungsmittel keine Mangelware mehr. In diesem Sinne.....

20.05.2017 11:07 Horst 5

Punkt 1 und 2 klingen für mich schlichtweg nach: Wir wollen unseren Frust, unsere Wut loswerden. Ist sicherlich nachvollziehbar, schafft aber nicht mehr Kitaplätze.

Punkt 3: Die Frage ist, ob die Stadt den Freien Trägern die Vergaberegeln vorschreiben darf. Das der Stand der Berabeitung durchgegeben wird, sollte selbstverständlich sein. Wobei auch hier die Frage ist: Wie oft ändert sich der Stand einer Bewerbung?

Punkt 4: Vati Staat, hilf bitte! Bisschen Eigeninitiative darf man schon erwarten. Die Stadt hat zudem schon dieses Portal (was man sicherlich noch ausbauen kann) geschaffen.

Punkt 5: Guter Punkt!

20.05.2017 09:46 Michael Stürze 4

Die Forderungen hören sich an, wie es in der DDR war. In der DDR gab es für alles Beiräte. Nicht nur in Leibzig fehlen Kita Plätze. Ansprechpartner müssen die gewählten Vertreter der jeweiligen Partei. In den Stadtteilen von Leibzig gibt es gewählte Vertreter, die im Stadtrat sind. Sie müssen die Anliegen ihrer Bürger im Stadtrat vertreten. Das die Stadt Leipzig Betriebskindergartenplätze mit den Betrieben sprechen sollen. So etwas gab es in der DDR. Es fehlen Wohnungen und Kitaplätzen. Wenn die Bürger zu allem gehört werden soll, wann soll dann noch regiert werden. Dafür gibt es einen Stadtrat.

20.05.2017 07:42 S 3

Ständig auf die Straße gehen, Forderungskataloge aufstellen... ob das das Richtige ist? Es ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, in dem auch die Arbeitgeber zukünftig stärker gefordert sind, firmeneigene Kindergärten anzubieten oder alternative Arbeitszeitmodelle (kinderfreundlich). Denn es herrcht ja (angeblich) auch Fachkräftemangel bei den Erziehern.... Was nützt es Kindergärten zu bauen, wenn später das Personal fehlt?

19.05.2017 23:49 Leipziger Vater 2

... ganz toll ... "Die Stadt Leipzig tut seit Jahren ihr Möglichstes ..." bla bla, bla bla ... Fakt ist, dass wir mit unserem nun mehr 16-jähriger Sohn die gleichen Probleme hatten einen Kita-Platz zu finden, wie es heute auch noch der Fall ist. Im Übrigen war die Faktoren Glück & Ausdauer ausschlaggebend und nicht ein zum x-ten Mal überarbeitetes Internetportal. Nicht auf die Farbe des Portals kommt es an, sondern auf die Fakten. Das sind nun mal die freien Kita-Plätze. Eine aufstrebende Stadt wie Leipzig, rühmt sich in der Champions-Leage angekommen zu sein. Für Herrn Mateschitz wird auch alles möglich gemacht. Nur die Kinder von braven Steuerzahlern werden nicht berücksichtigt. Herr Mateschitz, gern dürfen Sie auch hier Ihre Millionen einbringen ... Natürlich kann ich Ihnen keinen kurzfristigen Profit versprechen ... Ich hoffe, dass dieser Text keine Grundlage mehr hat, wenn mein Sohn für meine Enkel einen Kita-Platz sucht ...

19.05.2017 21:32 Gehts noch 1

"Das Beste was wir haben, sind unsere Kinder"! Für diese tun wir Alles! Soviel zur Theorie. Nach der Praxis darf nicht gefragt werden!