Gespräche, Jazz und Videos Meinungsfreiheit wird bestimmendes Thema des Leipziger Lichtfests

Das Lichtfest in Leipzig ist eine Institution. Jedes Jahr kommen tausende Leipziger und Gäste am 9. Oktober auf dem Augustusplatz zusammen, um gemeinsam an die Ereignisse im Herbst 1989 zu erinnern. Die Nikolaikirche, brennende Kerzen und die '89 am Uniriesen gehören zu diesem Abend einfach dazu. Dieses Jahr steht die Meinungsfreiheit im Fokus der Veranstaltung.

Auf dem Leipziger Augustusplatz gestalten Menschen eine große 89 aus Kerzen
Bildrechte: dpa

Friedensgebet, Lichtermeer und friedliches Beisammensein - Besucher des Leipziger Lichtfests wissen schon seit Jahren, was sie am 9. Oktober in der Innenstadt erwartet. Unter dem Motto "Aufbruch - Verantwortung - Offenheit" setzt der künstlerische Leiter Jürgen Meier nun neue Akzente: Gespräche, Musik und Videos sollen den Abend bestimmen. Dazu führt Claudius Nießen, Autor und Geschäftsführer des Deutschen Literaturinstituts Leipzig, als Moderator durch die Veranstaltung.

Lichtfest: Gespräch, Musik, Bild

Projektleiterin des Lichtfests ist Marit Schulz. Im Interview mit MDR SACHSEN gibt sie bekannt: "Wir haben uns den Begriff Redefreiheit bzw. Meinungsfreiheit als Schwerpunkt gesetzt. Und unter diesem Thema steht das ganze Lichtfest dieses Jahr."

Geredet werden soll vor allem auf der Bühne. Als Gast und Gesprächspartnerin ist unter anderem die Filmemacherin Anke Ertner geladen. Ihr Dokumentarfilm "Generation '89 - Erwachsenwerden im Wendejahr" wurde mehrfach ausgezeichnet. Sie selbst war zur Wendezeit 14 Jahre alt und stellt jetzt - 28 Jahre später - wieder fest: Die Gräben zwischen Ost und West scheinen größer zu werden. "Ich glaube, dass das ein bisschen daran liegt, dass man sich nicht genügend Mühe gibt, sich kennenzulernen." Ebenfalls unter den Gästen ist der Geschäftsführer des Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit in Leipzig, Lutz Kinkel.

Das Stephan König Jazz Quartett ist für den musikalischen Teil zuständig. Fünf eigens für das Lichtfest kreierte Kompositionen sind Grundlage für die Bild- und Soundatmosphäre. "Dazu gibt es Videos mit historischen und aktuellen Bildern, die immer auch auf den nächsten Gesprächspartner hinführen", erklärt Projektleiterin Schulz.   

Zur Geschichte des Lichtfests

Hintergrund des Lichtfests sind die Montagsdemonstrationen in der DDR. Am 9. Oktober 1989 kamen in Leipzig 70.000 Menschen zusammen, um für mehr Freiheit einzutreten. Es war die größte Montagsdemonstration bis dato in Leipzig. Sie ebnete den Weg für Mauerfall und Deutsche Einheit. Am Jahrestag dieser Demonstration erinnern Leipziger und Gäste an Originalschauplätzen an die historischen Ereignisse.

Friedensgebet & Lichtfest am 9. Oktober 2017 Friedensgebet: 17 Uhr in der Nikolaikirche
Die Predigt hält Reformationsbotschafterin Margot Käßmann. Für die musikalische Begleitung sorgt Maria Wolfsberger an der Orgel.

Rede der Demokratie: 18:30 Uhr in der Nikolaikirche
In diesem Jahr ist der polnische Publizist und Buchautor Adam Krzemiński in der Nikolaikirche zu Gast und wird als Redner auftreten.

Lichtfest: 20 Uhr auf dem Augustusplatz

Quelle: MDR/kp

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 09.10.2017 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2017, 10:20 Uhr

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29 Kommentare

11.10.2017 22:08 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 29

@ 28. Iris:
Bevor ich mich zu rechtsextremistischem 'Blödsinn' überreden lasse, stehe ich den Nazis lieber gegenüber! Und zwar auch dann, wenn sie mir meine letzte Unterhose klauen und überlegen, was sie mit meinen Haaren und meinen Knochen machen.

Das kannst Du 'extrem' nennen, weil das in der Tat eine extreme Haltung ist. Es gibt sicherlich Leute, die sich in solch einer Situation lieber auf der Seite der Nazis sehen - dies würde ich als 'extreme Haltung' bezeichnen.

11.10.2017 12:50 Iris 28

Ach Krause (26), ich habe mich schon entschieden und zwar, in der Realität zu leben und dazu gehört auch jede Form des Extremismus abzulehnen. Auch nackte Extremisten möchte ich nicht sehen. Wenn in einem Staat allerdings die Meinungsfreiheit eingeschränkt wird, aber auf der anderen Seite über viele Jahre die Seite Indymedia ihre Hetze, Aufforderung zur Gewalt und Herstellungstips für das Bauen von Molotow Cocktails veröffentlichen konnte, dann frage ich mich, was das soll. Natürlich können sie Indymedia jetzt als Ratgeber bezeichnen. Das zeigt dann aber, wer sich hier seine Welt selbst bastelt. Jeder definiert Hetze anders, also wer entscheidet das? Bei Gewaltaufrufen ist die Lage klar, aber da wurde erst nach Hamburg etwas unternommen. Wenn Herr Maas schnell gegen Worte vorgeht, aber zum Beispiel sehr lange brauchte, um ein halbherziges Gesetz gegen Grabscher zu erlassen, dann darf man schon an seiner Kompetenz zweifeln. Ich hoffe auf einen richtigen Justizminister + keinen Grünen.

10.10.2017 17:14 Ullrich 27

Ach Torsten - denk noch einmal nach. Wenn du es verstanden hast kannst du über mich und den MDR richtig schimpfen!
Ich sag's dir gern noch einmal - die Veröffentlichung deiner Meinung ist ein großartiger Beweis für unsere Meinungsfreiheit - auch gegenüber Menschen wie die, welche beleidigen, lügen und unsere Werte mit Füßen treten!

10.10.2017 16:41 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 26

@ 25. Iris:
Du mußt Dich schon entscheiden! Entweder respektierst Du das derzeit gültige Gesetz... und nimmst hin, daß gewisse rechtsextreme Aussagen anders gehandhabt werden als gewisse 'antinationale Äußerungen'... oder Du akzeptierst das Gesetz nicht und machst Dir Deine Welt, wie sie Dir gefällt.

Ick weeß nich - weil ich es nicht recherchiert habe - ob "Deutschland, Du mieses Stück Scheiße!" strafbewährt ist oder nicht. Ich würde davon ausgehen, daß dies nicht der Fall ist, weil ein Staat nun mal keine natürliche Person ist und von daher schlecht 'beleidigt' werden kann. Es gibt wohl einige Situationen, in denen mir "Deutschland, Du mieses Stück Scheiße!" durchaus angebracht scheint.

Solange "Deutschland, verrecke!" (Imperativ, daher das trennende Komma nach der Anrede!) darauf bezogen ist, daß es in Deutschland immer noch zu viel Nationalismus gibt, unterschreibe ich solch eine Aussage jederzeit.

weiter Teil 2

10.10.2017 14:33 Iris 25

Zu Krause, Kommentar 20, bitte ersparen sie mir das, ich möchte weder Linksextremisten nackt sehen, noch irgendein rechtsextremistisches Geschwafel hören, oder lesen. Aber eine Frage hätte ich an sie. Wenn auf einer Linkendemo gerufen wird: "Deutschland, Du mieses Stück Scheiße" und "Deutschland verrecke" und auf dieser sogar Frau Roth (Bundestagsvizepräsidentin) mitläuft, ohne sich davon zu distanzieren, dann ist das von der Meinungsfreiheit gedeckt? Für mich sind das staatsfeindliche Äußerungen und gehören bestraft. Also bitte bei allen Extremen die gleichen Maßstäbe ansetzen und wenn eine Meinung nicht der linken Meinungen entspricht, ist sie noch lange nicht rechtsextrem. Es ist nur eine andere Meinung und unterschiedliche Meinungen gehören zu einer Demokratie. Selbst in der DDR hat das mit der vorgegebenen Meinung nicht bei allen Bürgern funktioniert.

10.10.2017 08:22 Torsten 24

@Ulrich 22
Hahaha
Danke für den durch dich gelieferten Beweis das Meinungsfreiheit nicht mehr existiert !
Der Versuch mir meine Meinung zu verbieten ist Spitze.

09.10.2017 22:19 Delegelata 23

WachtmeOstern Dimpfeloser hat die letzten 26 Jahre in einer anderen Realitätig verbracht. Aber das wird in einem freien Land auch toleriert! Genauso, wie wenn jemand sagt er seit 1989 auf die Straße gegen ein System gegangen und tut das heute auch wieder, bleibt nur der Schluss, dass er damals ein Mitläufer war und das heute wieder ist aber die Sache nicht wirklich durchleuchten konnte. Wer das DDR-Regime und die heutige Staatsform als unverändert gleich bezeichnet, setzt sich entweder für Anarchie oder Autokratismus ein. Einfach nur dagegen sein, hilft niemandem.

09.10.2017 22:00 Ullrich 22

@mdr @Torsten#
Ich zitiere
"Ja Meinungsfreiheit ist gerade heute ein mehr als aktuelles Thema und muss dringend wieder Realität werden. Rotrotgrüne haben dafür gesorgt das es diese heute nicht mehr gibt."
Diese Verleumdung von Werten unserer Demokratie entsprechen den Kommentar Richlinien?
Wenn ja widerlegt die Veröffentlichung die Aussage von Torsten eindrucksvoll!!

09.10.2017 21:44 Frank 21

@ 18: Die DDR war kein souveräner Staat und hatte keine Verfassung. Sie sollten das wissen! Was sich Verfassung nannte, war ein hohles Gebilde.

09.10.2017 21:22 Krause - "lieber nackt als rechtsextremistisch!" 20

Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut! In der Tat!

Es gibt daneben aber Aussagen, die in Deutschland nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt sind, sondern unter Strafe stehen... und das ist auch gut so!