Region Leipzig

Hintergrund : Schnelles Internet mit LTE

Schnelles Internet für alle und das überall. Doch besonders im ländlichen Raum träumen Internetnutzer vielerorts noch vom Hochgeschwindigkeits-Surfen im Netz. Wer abseits wohnt, muss im schlimmsten Fall noch auf veraltete Modem-Technik zurückgreifen. Wirklich Spaß macht ein Ausflug ins Internet dann nicht. Noch schlimmer ist es, wenn man beruflich darauf angewiesen ist. Das Mobilfunknetz LTE soll Abhilfe schaffen und für eine bessere Versorgung mit schnellem Internet sorgen. Was steckt hinter LTE und was kann die Technik?

Ein Laptop mit einem LTE-Stick

Was ist LTE?

LTE steht für Long Term Evolution. Mit dem drahtlosen Breitband-Internetzugang ist die Nutzung von Telefonie aber auch datenintensiver Dienste wie Video-Chat, HD-Radio oder HDTV möglich. Der Mobilfunkstandard ist der Nachfolger von UMTS. Als Mobilfunkstandard der 4. Generation wird er auch als 4G bezeichnet. LTE ermöglicht theoretisch Download-Raten bis zu 300 MBit/s und Upload-Raten bis zu 75 MBit/s und kann damit mit leitungsgebundenen Internetzugängen wie VDSL locker mithalten. In der Praxis ist LTE allerdings nicht so schnell. Datenraten von bis zu 100 MBit/s im Download sind realistisch. Allerdings hängt die Datenrate davon ab, welcher Mobilfunkbetreiber genutzt wird, wie gut der Empfang ist und wie viele Nutzer sich in einer Funkzelle aufhalten. Tests der Computerzeitschrift Chip haben durchschnittliche Datenraten zwischen 5 und 18 MBit/s je nach Mobilfunkanbieter ergeben. In Dresden und München wird derzeit eine Erweiterung des LTE-Standards getestet. Das doppelt so schnelle LTE-Advanced.

Wie funktioniert es?

LTE nutzt weitgehend die Infrastruktur von UMTS. Mobilfunkbetreiber können daher relativ schnell und kostengünstig die bestehende Technik nachrüsten, um ihren Kunden LTE anzubieten. Im Gegensatz zu UMTS nutzt LTE verschiedene Bandbreiten. Dem Nutzer wird genau die Bandbreite zugeteilt, die er gerade benötigt. Das macht LTE weniger anfällig für Störungen. Die Frequenzen, die LTE nutzt, können mit einem Funkmast einen Radius von bis zu zehn Kilometern abdecken – ideal für die Nutzung im ländlichen Raum.

Welche Voraussetzungen brauche ich zu Hause, um LTE zu nutzen?

Bei LTE handelt es sich um ein Mobilfunknetz. Es müssen daher keine Kabel verlegt werden oder einen zusätzliche Telefondose installiert werden. Der Nutzer verbindet beispielsweise seinen Computer mit dem LTE-Gerät wie einem Router oder einem Surfstick. Inzwischen gibt es auch erste Smartphones, die LTE unterstützen.

Mit welchen Geräten kann man LTE nutzen?

Ein LTE Surf Stick und ein Button
Mit einem solchen LTE-Stick kann man in dem mobilen Breitbandnetz surfen.

Für den stationären Einsatz von LTE im heimischen Wohnzimmer oder im Büro gibt es verschiedene LTE-Router und LTE-Sticks, die sich über den USB-Anschluss des Rechners anschließen lassen. Ein solcher Stick eignet sich auch für den Einsatz mit dem Laptop unterwegs. Inzwischen sind auch erste Geräte im Handel, die sich für den echten Mobilfunk-Einsatz eignen. Dazu zählen die Smartphones Apple iPhone 5, Samsung Galaxy S4 und HTC Velocity 4G. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass nicht jedes Gerät für alle Frequenzen ausgelegt ist.

Welche Anbieter gibt es?

In Deutschland bieten die Telekom, Vodafone und Telefónica Germany unter ihrer Mobilfunkmarke O2  LTE an.

Wo ist LTE verfügbar?

Begonnen wurde mit dem Ausbau von LTE-Netzen zunächst in ländlichen Regionen, in denen bislang kein schneller Internetanschluss etwa per DSL-Anschluss möglich war. Danach wurde der Ausbau in den Städten fortgesetzt. Laut Breitbandatlas der Bunderegierung ist LTE inzwischen in allen Bundesländern verfügbar – allerdings gibt es noch einige weiße Flecken auf der LTE-Versorgungskarte. Bis Ende 2012 lag die Netzabdeckung laut Breitbandatlas bei 52 Prozent. Bei den Netzbetreibern waren 1,1 Millionen LTE-Nutzer gemeldet. Insgesamt gibt es in Deutschland nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom derzeit rund 113 Millionen Mobilfunkverträge.

Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2014, 17:34 Uhr

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