Hintergrund : Schnelles Internet mit LTE
Schnelles Internet für alle und das überall. Doch besonders im ländlichen Raum träumen Internetnutzer vielerorts noch vom Hochgeschwindigkeits-Surfen im Netz. Wer abseits wohnt, muss im schlimmsten Fall noch auf veraltete Modem-Technik zurückgreifen. Wirklich Spaß macht ein Ausflug ins Internet dann nicht. Noch schlimmer, wenn man beruflich darauf angewiesen ist. Das neue Mobilfunknetz LTE soll nun Abhilfe schaffen und für eine bessere Versorgung mit schnellem Internet sorgen. Was steckt hinter LTE und was kann die neue Technik?
Was ist LTE?
LTE steht für Long Term Evolution. Der Mobilfunkstandard ist der Nachfolger von UMTS. Es ist mit Download-Raten bis zu 300 Mbit/s und Upload-Raten bis zu 75 Mbit/s deutlich leistungsfähiger. Allerdings ist LTE nicht überall so schnell. Mit dem drahtlosen Breitband-Internetzugang ist die Nutzung von Diensten wie Telefonie, Video-Chat, HD-Radio oder HDTV möglich.
Wie funktioniert es?
LTE nutzt weitgehend die Infrastruktur von UMTS. Mobilfunkbetreiber können daher relativ schnell und kostengünstig die bestehende Technik nachrüsten, um ihren Kunden LTE anzubieten. Im Gegensatz zu UMTS nutzt LTE verschiedene Bandbreiten. Dem Nutzer wird genau die Bandbreite zugeteilt, die er gerade benötigt. Das macht LTE weniger anfällig für Störungen. Die Frequenzen, die LTE nutzt, können mit einem Funkmast einen Radius von bis zu zehn Kilometern abdecken – ideal für die Nutzung im ländlichen Raum.
Welche Vorraussetzungen brauche ich zu Hause, um LTE zu nutzen?
Bei LTE handelt es sich um ein Mobilfunknetz. Es müssen daher keine Kabel verlegt werden oder einen zusätzliche Telefondose installiert werden. Der Nutzer verbindet beispielsweise seinen Computer mit dem LTE-Gerät wie einem Router oder einem Surfstick. Inzwischen gibt es auch erste Smartphones, die LTE unterstützen.
Mit welchen Geräten kann man LTE nutzen?
Für den stationären Einsatz von LTE im heimischen Wohnzimmer oder im Büro gibt es verschiedene LTE-Router und LTE-Sticks, die sich über den USB-Anschluss des Rechners anschließen lassen. Ein solcher Stick eignet sich auch für den Einsatz mit dem Laptop unterwegs. Inzwischen sind auch erste Geräte im Handel, die sich für den echten Mobilfunk-Einsatz eignen. Dazu zählen das iPad 3 und das Smartphone HTC Velocity 4G von HTC und Vodafone. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass nicht jedes Gerät für alle Frequenzen ausgelegt ist.
Welche Anbieter gibt es?
In Deutschland bieten die Telekom, Vodafone und Telefónica Germany unter ihrer Mobilfunkmarke O2 LTE an.
Wo ist LTE verfügbar?
Begonnen wurde mit dem Ausbau von LTE-Netzen zunächst in ländlichen Regionen, in denen bislang kein schneller Internetanschluss etwa per DSL-Anschluss möglich war. Laut Branchenverband Bitkom ist dies inzwischen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und in Schleswig-Holstein abgeschlossen. Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist LTE verfügbar – allerdings gibt es dort noch einige weiße Flecken auf der LTE-Versorgungskarte. Nach den ländlichen Regionen wurde der Ausbau in den Städten fortgesetzt. Nach Köln und Frankfurt startet die Telekom jetzt in Leipzig, Bonn, Hamburg und München ihr LTE-Netz. Bis Ende 2012 soll LTE laut Bitkom in rund 300 Städten verfügbar sein.
Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom geht der Ausbau der mobilen Breitbandnetze mit dem LTE-Standard zügig voran, so dass bis Jahresende mehr als die Hälfte aller Haushalte in Deutschland mit LTE versorgt werden können. Im Moment werden 13 Millionen Haushalte versorgt, davon nutzen rund 150.000 Kunden die Technologie.
