Region Leipzig

Personalentscheidung : Lübbe neuer Intendant des Leipziger Schauspiels

Enrico Lübbe wird neuer Intendant des Schauspiels Leipzig. Der Stadtrat der Messestadt stimmte am Mittwochabend mit großer Mehrheit für den bisherigen Chemnitzer Schauspieldirektor. Der 37-jährige Theatermann übernimmt die Leitung des Leipziger Schauspiels mit Beginn der Spielzeit 2013/2014.

Der bisherige Intendant Sebastian Hartmann hatte seinen bis Sommer 2013 laufenden Vertrag nicht mehr verlängert. Lübbe wird in Leipzig vor der Herausforderung stehen, das kriselnde Centraltheater wieder zu füllen - und das bei schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen.

Die Wahl Lübbes war im Vorfeld von Misstönen begleitet worden. Die Stadt hatte eigens eine Findungskommission eingesetzt, um aus den 42 Interessenten den geeigneten Bewerber auszuwählen. Die Kommission votierte nicht für Lübbe, sondern für andere Kandidaten. Dennoch schlug Oberbürgermeister Burkhard Jung den 37-jährigen Lübbe vor. Auch in der Kunstszene der Messestadt regte sich zuletzt Widerstand gegen Lübbe. Nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" schrieben Leipziger Dramaturgiestudenten in einem offenen Brief, sie befürchteten, nach der Intendanz Sebastian Hartmanns "solle es in Leipzig künftig ein gefälliges Theater für alle mehr oder minder Theaterinteressierten geben". Die "Berliner Zeitung" prognostizierte: "In Leipzig wird's brav." Der Freundeskreis des Leipziger Schauspiels kritisierte insbesondere das Procedere, wie die Personalwahl erfolgte, weniger die Personalie selbst.

Chemnitz bedauert Weggang Lübbes

Theaterstück "Das Prinzip Meese"
Szene aus dem Stück Theaterstück "Das Prinzip Meese" am Chemnitzer Schauspiel, das unter Lübbes Leitung deutschlandweit Beachtung fand.

Derzeit ist Lübbe noch Schauspielchef in Chemnitz, wo sein Vertrag bis 2016 läuft. Chemnitz bescherte Lübbe steigende Besucherzahlen und überregionale Beachtung. Außerdem erhielt Lübbe für Regie-Gastspiele am Münchner Residenztheater und am Schauspiel Frankfurt gute Kritiken. Derzeit inszeniert er am Berliner Ensemble Ödön von Horváths Stück "Geschichten aus dem Wiener Wald".

In Chemnitz wurde das Interesse aus Leipzig an Lübbe mit Verständnis und Bedauern zur Kenntnis genommen. Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig sagte, sie hätte sich eine längere Zusammenarbeit mit Lübbe vorstellen können. "Enrico Lübbe hat als Schauspieldirektor in den vergangenen Jahren erfolgreich gezeigt, dass sich hoher künstlerischer Anspruch und Zuspruch des Publikums nicht ausschließen." Bei einem Regisseur mit seinem Potenzial sei es aber fast zwangsläufig, dass er für eine weitere Entwicklung an ein größeres Haus gehen muss. Dazu habe es in der Vergangenheit wiederholt Gespräche gegeben.

Kinderkarriere als Zitterbacke

Lübbe ist in Ostdeutschland auch als "Alfons Zitterbacke" bekannt. Er hatte als Elfjähriger die Hauptrolle in der gleichnamigen DDR-Fernsehserie gespielt. Seither ist er der Schauspielerei verbunden geblieben. Bevor er 2008 Schauspieldirektor in Chemnitz wurde, lebte er 15 Jahre in Leipzig. Aus dieser Zeit kennt er auch das Leipziger Schauspiel - wo er unter Hartmanns Vorgänger Engel als Regisseur arbeitete.

Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2012, 14:05 Uhr

1. Rudi Werner:
Die "Zitterbacke" witterte frische Morgenluft aus Provence und verläßt die Stadt in der Karl mit dem Rauschebart und Kraftklub mit k die echten und wahren Helden sind. Die stadtveranwortlichen Kulturattachés aber in Leipzig werden ihm zum "kleinen Muck" degradieren. Vielleicht sollte er die Alfons auf die Bühne bringen. Dieser lebt hier immer noch weiter in allen Facetten das es sogar den stärkste Kreolen vom Schlitten haut und dieser das weite im „Dorf-Konsum“ sucht. Fanny, Alexander und Sebastian Hartmann schafften es hier auch nicht.
24.06.2012
17:20 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK