Region Leipzig

Schauspiel Leipzig : "Alfons Zitterbacke" wird Theaterintendant

Enrico Lübbe soll Intendant des Leipziger Centraltheaters werden. Das teilte ein Rathaussprecher in Leipzig mit. Auf diesem Personalvorschlag hätten sich Oberbürgermeister Burkhard Jung, Kulturdezernent Michael Faber sowie mehrere Stadträte geeinigt. Die Zustimmung des Stadtrates am 20. Juni gilt als sicher. Damit würde der 37-jährige Theatermann die Leitung des Leipziger Schauspiels mit Beginn der Spielzeit 2013/2014 übernehmen. Der bisherige Intendant Sebastian Hartmann hatte seinen bis Sommer 2013 laufenden Vertrag nicht mehr verlängert.

Enrico Lübbe
Lübbe kehrt offenbar nach Leipzig zurück.

Derzeit ist Lübbe Schauspielchef in Chemnitz, wo sein Vertrag bis 2016 läuft. Wenn er den Zuschlag erhält und auch annimmt, dann muss das dortige Theater im kommenden Jahr zwei Abgänge verkraften: Generalintendant Bernhard Hellmich wechselt nach Bonn und wird auch dort als Generalintendant tätig werden.

Lübbe ist in Ostdeutschland auch als "Alfons Zitterbacke" bekannt. Er hatte als Elfjähriger die Hauptrolle in der DDR-Fernsehserie "Alfons Zitterbacke" gespielt. Seither ist er der Schauspielerei verbunden geblieben. Bevor er 2008 Schauspieldirektor in Chemnitz wurde, lebte er 15 Jahre in Leipzig. Aus dieser Zeit kennt er auch das Leipziger Schauspiel - wo er unter Hartmanns Vorgänger Engel als Regisseur arbeitete.

Lübbe für Publikumsmagneten bekannt

Chemnitz bescherte Lübbe steigende Besucherzahlen und überregionale Beachtung. Außerdem erhielt Lübbe für Regie-Gastspiele am Münchner Residenztheater und am Schauspiel Frankfurt gute Kritiken. Derzeit inszeniert er am Berliner Ensemble Ödön von Horváths Stück "Geschichten aus dem Wiener Wald".

Und auch die Leipziger sollen von seinem Geschick mit dem Publikum profitieren. Der "Leipziger Volkszeitung" sagte er, er werde versuchen, das alte Publikum zurückzugewinnen - ohne das neu gewonnene zu verprellen. "Ich habe die große Hoffnung, dass dies möglich ist."

Anerkennende Worte aus Chemnitz

Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig sagte, sie hätte sich eine längere Zusammenarbeit mit Lübbe vorstellen können. "Enrico Lübbe hat als Schauspieldirektor in den vergangenen Jahren erfolgreich gezeigt, dass sich hoher künstlerischer Anspruch und Zuspruch des Publikums nicht ausschließen." Lübbe habe es in hervorragender Weise verstanden, die erfolgreiche Schauspieltradition in der Stadt fortzusetzen und zugleich neue Akzente zu setzen, erklärte die SPD-Politikerin. Bei einem Regisseur mit seinem Potenzial sei es fast zwangsläufig, dass er für eine weitere Entwicklung an ein größeres Haus gehen muss. Dazu habe es in der Vergangenheit wiederholt Gespräche gegeben.

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2013, 11:44 Uhr

5. mh:
Wenn es sich um Theater handelt, kommt bekanntlich nur ein Frankfurt in Frage. An der Oder ist das Theater bereits vor längerer Zeit abgewickelt worden. Und das hieß auch nicht Schauspiel Frankfurt - so heißt nur das am Main.
17.05.2012
10:18 Uhr
4. hmüller:
Es gibt bekanntlich 2 Frankfurt. Wäre es ein Problem, dies in einem Ostsender kundzutun? Typische westdeutsche Arroganz
16.05.2012
16:37 Uhr
3. miss_Theater:
Ich will nicht das die beiden gehen! Die sollen beide bleiben! Wer soll denn der nachfolger werden??????
16.05.2012
16:15 Uhr
2. MK:
Das wäre ein Verlust für Chemnitz :( Ich hoffe, er nimmt das Angebot nicht an. Er tat dem Theater sooo gut!
16.05.2012
11:42 Uhr
1. Bernd Weise:
Schade für Chemnitz :(
16.05.2012
10:22 Uhr

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