Ein Erdmännchen mit einer VR-Brille
Bildrechte: MDR/Imago

Virtuelle Welten Ausflug im Kinosessel zu Elefant, Tiger und Co.

Realität ist, wie sie ist, oder sie ist virtuell. Diese neue Welt öffnet sich seit wenigen Wochen in der Media-City-Leipzig, auf 500 Quadratmetern. Das LEAVR-Studio will virtuelle Realität für alle bieten, neue Einblicke, selbst in Welten, die man schon kennt. Zum Beispiel die von Elefant, Tiger & Co. Die MDR-Tierdokumentation aus dem Zoo Leipzig gab es dort am Dienstag in einer einmaligen Sondervorführung als 360°-Einblick.

von Dirk Hentze

Ein Erdmännchen mit einer VR-Brille
Bildrechte: MDR/Imago

Plötzlich bin ich ein Totenkopfäffchen. Grad eben hatte ich noch in einem Drehsessel Platz genommen, brav diese klobige Brille aufgesetzt, und irgend sowas wie 3D erwartet, doch auf einmal sitz´ ich in einem Baum. Und wo ich mich auch hindrehe, es bleibt der Baum. Unter mir ein dünner Ast, über mir Blätter, und neben mir, hoppla, ein Totenkopfäffchen, das mich begrüßt wie einen Kumpel, und scheinbar irgendwas auf meinem Kopf sucht.

Willkommen in der virtuellen Realität, eingefangen im LEAVR-Studio. Ein Abkürzungs-Zungenbrecher, seine Macher sprechen ihn Liwa-Studio. Egal, hier geht es um die Augen, nicht um den Mund, der steht sowieso meist staunend offen. Zum Beispiel im 360°-Kino. Ein Kino, das keine Leinwand braucht, nur eine flexible Sitzgelegenheit und die Brille, das Portal in die virtuelle Welt.

Mehrere Menschen sitzen in Kinosessel und tragen VR-Brillen.
Den Besuchern im LEAVR-Studio eröffnen sich dank VR-Brille ganz neue Welten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sie sieht aus wie eine zu groß geratene Taucherbrille, aber es ist ja auch wie Eintauchen. Passenderweise gibt es hier natürlich auch Filme mit Unterwasser-Panorama. In einem anderen Film steht man auf einem Gipfel des Elbsandsteingebirges, Ausblicke, die normalerweise viel Klettererfahrung voraussetzen.

Auf Augenhöhe mit den Tieren

Die Bildqualität ist beileibe nicht auf HD-Niveau, was besonders bei der Rundum-Variante von Elefant, Tiger & Co auffiel. Da ist man aus dem Fernsehen Besseres gewöhnt, die Faszination kommt von den Perspektiven, auf Augenhöhe mit den Tieren. Der Riesenotter schnappt sich seinen Fisch quasi direkt neben uns, fast möchte man ihn ärgern und vor ihm zugreifen.

Ein Mann baut eine Kamera in einem Erdmännchen-Gehege auf
Der MDR hat die tierischen Helden aus dem Zoo Leipzig in 360° gefilmt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Virtuelle Realität endet natürlich nicht beim Beobachten, im LEAVR-Studio kann man auch mitmischen. Es gibt eine virtuelle Kirmesbude, wo man mal so richtig Geschirr zerdeppern kann, eine Disc-Arena für Schützenduelle, und dann noch diese seltsamen Liegen, die einem gleich beim Reinkommen auffallen. Die sehen aus wie eine Kreuzung aus Rhönrad und Zahnarztstuhl. Dort legt man sich bäuchlings hinein, Brille auf, und fliegt. Wie Ikarus, und so heißt das Teil auch. Eigentlich ist das ein Fitnessgerät, denn um den Gleiter durch Ziele zu steuern, muss man ihn ständig ausbalancieren. Eine echte Sinnesleistung, den fast unweigerlichen Absturz zu Beginn muss man erstmal als harmlos begreifen.

Zum Glück sind im LEAVR-Studio etliche Möbel verteilt, die einen auffangen, wenn sich der Verstand wieder sammeln muss. Innerhalb weniger Stunden tauchen, fliegen und eins zu eins mit hungrigen Erdmännchen, das braucht Momente der Einordnung. Unterhaltsam sind die freilich auch. Es macht Spaß zuzusehen, wie die anderen virtuellen Brillenträger ihre eigenen Hände suchen.

Erfahrungen, die übrigens jeder machen kann. Das LEAVR-Studio ist täglich geöffnet, von 15 bis 21 Uhr. Und ab Freitag ist das virtuelle Erlebnis auch auf dem youtube-Kanal von "Elefant, Tiger & Co." zu sehen. 

Quelle: MDR/dh                             

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.09.2017 | Guten Morgen Sachsen um 06.40 Uhr
MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.09.2017 | Nachrichten aus dem Studio Leipzig ab 07.30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2017, 20:31 Uhr

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