Hand mit Messer (Symbolbild)
Bildrechte: colourbox.com

Blutiger Start in den Oktober Mehrere Messerangriffe in Leipzig

Was für ein Monatsbeginn für die Leipziger Polizeidirektion. Der Oktober ist gerade mal vier Tage alt und in Leipzig hat es bereits mehrere Vorfälle gegeben, bei denen Messer als Waffe genutzt wurden. Die Strafpalette reicht dabei von gefährlicher Körperverletzung über Raub bis hin zu Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Hand mit Messer (Symbolbild)
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Gleich drei Mal musste die Polizei am Dienstag wegen Streitereien und Überfällen ausrücken. In allen Fällen waren Messer oder abgeschlagene Flaschen als Waffen im Spiel. Zum ersten Einsatz rückten die Beamten am frühen Abend gegen 18:30 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof aus. Hier waren Fußballfans der rivalisierenden Vereine BSG Chemie und Lok Leipzig aneinandergeraten.

Vor die Straßenbahn geschubst

Der BSG Chemie hatte an dem Tag ein Spiel in Halberstadt. Einige Lok-Fans hatten am Hauptbahnhof auf die Chemie-Anhänger gewartet, die sich auf der Rückreise befanden. Die Polizei hatte das nicht so freundlich gesinnte Begrüßungskomitee allerdings weggeschickt. Kurze Zeit später kam es dann auf dem Bahnhofsvorplatz trotzdem zu einem Gerangel: Nach Angaben der Polizei hatten BSG-Chemie-Fans die Lok-Anhänger angegriffen. Polizeisprecherin Maria Braunsdorf: "Infolgedessen wurde auch ein Lok-Fan vor eine einfahrende Straßenbahn gestoßen. Und er ist nur mit großem Glück einer Verletzung entkommen."

Die Beamten, die den Vorfall aufklären wollten, wurden nach eigenen Angaben dann noch mit Glasflaschen beworfen. Das Ergebnis: Von 39 Menschen wurden die Personalien erfasst. Nun wird wegen gefährlicher Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Messerattacke auf dem Willy-Brandt-Platz

Nur wenige Meter entfernt und eine Stunde später dann der nächste Fall: Mehrere Personen unterschiedlichster Nationalitäten wurden bei einer "unklaren Sachlage", wie Polizeisprecherin Katharina Geyer sie nennt, verletzt. Vermutlich kam hier ein Messer zum Einsatz, möglicherweise aber auch abgeschlagene Glasflaschen

Zwar wurde ein Tatverdächtiger festgenommen, dieser musste aber am Mittwoch bereits wieder entlassen werden, denn die Beteiligten hatten sich in ihren Aussagen widersprochen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig teilte am Donnerstag mit, dass gegen den festgenommenen 24-Jährigen kein Haftbefehl erlassen wurde. Die Ermittlungen gegen ihn dauerten aber an.

Raub im Zentrum-Nord

Bei Fall Nummer Drei musste die Polizei ins Zentrum-Nord ausrücken. Um 23 Uhr wurde ein Überfall auf ein Wettbüro in der Eutritzscher Straße gemeldet. Zwei unbekannte Täter hatten einen Ladenbesitzer mit Brotmessern bedroht, Geld gefordert und ihr Opfer gefesselt, fasst Katharina Geyer die bisherigen Erkenntnisse zusammen.

Nun sucht die Polizei Zeugen: "Dabei interessieren uns Zeugen, die vor oder auch nach dem Überfall etwas gesehen haben. Kurz nach der Tat, etwa 23:20 Uhr müssen die Täter aus dem Laden gekommen sein und sind weggerannt."

In Leipzig wird die Zahl der Körperverletzungen mit Messern damit wohl weiter ansteigen. Wurden 2016 insgesamt 141 Fälle von Körperverletzungen mit Messern gezählt, waren es bis Ende September diesen Jahres allein schon 103, und der Oktober hat gerade erst begonnen.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.10.2017 | 18:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2017, 11:54 Uhr