Storchenbank in Mügeln
Die Storchenbank in Mügel - natürlich mit Blick auf das Nest. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Tierfreunde in Nordsachsen Mügeln hat ein Herz für Störche

von Kathrin Große

Storchenbank in Mügeln
Die Storchenbank in Mügel - natürlich mit Blick auf das Nest. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Entspannt sitzt Bernhard Sommer auf der Storchenbank in Mügeln und blickt voller Freude und Stolz auf das Storchennest. Das thront in luftiger Höhe auf einem alten Fabrikschornstein. Auch in diesem Jahr ist dort wieder Leben eingezogen. "Am 26. März kam der Storchenmann bei uns an. Er bringt zuerst das Nest in Ordnung", erklärt er mit Blick auf sein Notizbuch, in das er alle Beobachtungen schreibt. Einen Tag später folgte die Störchin.

Störche in Mügeln
Die Jungstörche warten im Nest auf die Rückkehr ihrer Eltern von der Futtersuche. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Es dauerte nicht lang, da wurde Hochzeit gefeiert. Anfang April begann die Brutzeit und einen Monat später schlüpften fünf Jungstörche. "Als die Jungen drei Wochen alt waren, schauten sie das erste Mal aus dem Nest raus. Es ist unglaublich, wie die ihre Hälse recken, wenn die gefüttert werden und wie schnell sie wachsen", erzählt der 68-Jährige mit Begeisterung. Seit frühester Kindheit fasziniert ihn "alles, was flattert" - Vögel im allgemeinen und ganz speziell die Störche.

Süchtig machendes Hobby

Störche in Mügeln
Toller Schnappschuss: Bernhard Sommer fotografiert regelmäßig "seine" Störche. Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Der Rentner erinnert sich gerne daran, wie alles begann: "Auf den benachbarten Naundorfer Wiesen haben sich früher viele Störche im Frühjahr getroffen, manchmal 10 bis 20 Tiere und da war ich schon draußen mit meinem Fotoapparat. Ich war fasziniert davon. Da wurde mein Hobby zur Sucht." Etliche Mügelner teilen seine Begeisterung und so konnte viel gemeinsam zum Wohle der majestätischen Frühlingsboten getan werden.

Die Störche haben erstmals im Jahr 2000 Quartier in Mügeln bezogen, damals bauten sie noch auf einem beheizten Schornstein einer Gärtnerei ihr Nest. Doch da das zu gefährlich war, sorgten die Mügelner für einen Ersatz auf der jetzigen Esse. Viele Jungstörche erblickten im Laufe der Jahre das Licht der Welt über den Dächern von Mügeln. Doch dabei lief keineswegs alles glatt.

Schwierige Rettungsaktion

Störche in Mügeln
Der "Storchenbetreuer" Bernhard Sommer legte diese Storchenchronik an und ergänzt sie jedes Jahr.   Bildrechte: MDR/Kathrin Große

Gelegentlich brauchen die Tiere menschliche Hilfe: "Ein Storch ist mal in einen fremden Schornstein reingeflogen, den haben Bezirksschornsteinfegermeister Hans-Jürgen Höhne und ich rausgeholt. Mit einem Presslufthammer haben wir den Schornstein aufgehämmert und den Storch gerettet", berichtet Sommer. In diesem Jahr mussten die Mügelner allerdings miterleben, dass es der jüngste Storch nicht geschafft hat. Möglicherweise wegen der Trockenheit im Mai.

Die anderen vier Jungstörche üben dagegen seit Anfang Juli bereits das Fliegen. "Erst flattern sie nur über dem Nest und wenig später fliegen sie bereits ihre ersten Kreise. Das ist ein Phänomen, wie schnell das geht". Die Freude über ihre treuen Störche teilen die Mügelner gerne. Voriges Jahr bauten sie deshalb eine Kamera am Nest an, sodass jeder auch im Internet sehen kann, was oben im Storchennest los ist.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 27.07.2017 | 07:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2017, 14:22 Uhr

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