Oldie-Camping-Club Camping mit den Alten

Auf dem Campingplatz am Auensee in Leipzig waren am Osterwochenende ganz besondere Wohnwagen zu sehen. Liebhaber von Oldtimer-Wohnwagen aus ganz Deutschland reisten mit Weltbummler, "Schlaglochsuchgerät" oder Qek an.

Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Die Sitzecke lässt sich, wie bei den meisten Wohnwagen, zu einem Bett umbauen. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Dieser Sportberger Wohnwagen ist Baujahr 1959 und gehört dem Vorsitzenden des Camping-Oldie-Clubs Deutschland (COC), Jürgen Scherb. In seiner Heimatstadt Stuttgart hat er noch zwei weitere Wohnwagen stehen: Einen Fawobo (kurz für fahren, wohnen, Boot) von 1962 und einen Hanomag (kurz für Hannoversche Maschinenbau AG) von 1973. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Jürgen Scherb (rechts) und seine Frau Elvi sind eine von über 475 Familien, die Mitglied im COC sind. Die beiden lieben die Gemeinschaft, die es unter Oldie-Campern gibt. "Es ist das einzige Hobby, mit dem man in den Urlaub fahren kann", sagt Jürgen Scherb. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Im Wohnwagen selbst gibt es keine Toilette. Wenn man es nachts mal eilig hat, kann aber das Toilettenzelt hinter dem Wohnwagen genutzt werden. Auch das ist über 30 Jahre alt. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Inge und Heinz Heiße haben sich Anfang der 70-er Jahre ein altes Feuerwehrauto gekauft und zu einem Wohnmobil umgebaut. Die gab es damals nur selten, deshalb wurde Heinz Heiße selbst aktiv. Alles in dem Fahrzeug hat er selber gebaut, seine Frau hat sein Hobby immer unterstützt. Das Wohnmobil besteht aus Einzelteilen verschiedener Autos: Das Dach ist von einem Passat, die Rückscheiben von einem Mini-Cooper. Mit ihrem Gefährt waren die Heißes in Frankreich, Spanien, Kroatien, Polen und Dänemark unterwegs. Besonders gerne erinnert sich das Ehepaar an einen Besuch in Rom in den 80ern. Damals parkten, wohnten und schliefen sie auf einem Busparkplatz gleich neben dem Petersplatz. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Hajo Giesecke ist aus der Nähe von Bremen angereist und ist zweiter Vorsitzender des COC. Der Suleica (Super leicht Caravan), den Giesecke sein Eigen nennt, hat in den 70ern mal 12.000 bis 15.000 Mark gekostet. Hier hat er alles, was er zum Campen braucht, sagt Giesecke: Eine Heizung, fließend Wasser, einen Waschraum, eine Toilette und zwei Schlafzimmer, die man voneinander abtrennen kann. Alles andere hält Giesecke für übertrieben - einen rieseigen Kühlschrank oder eine Klimaanlage, wie es sie in modernen Wohnwagen gibt, brauche er nicht. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Oliver Schladitz hat das Treffen des Clubs in Leipzig organisiert. Er steht vor einem Hartmann Fawobo 64. Der Faltwohnwagen ist nicht restauriert, Schladitz hat ihn zu dem Treffen mitgebracht, weil es ein relativ seltenes Modell ist - insgesamt gibt es nur zehn in Deutschland hergestellte Typen von dem Caravan. Auch Schladitz hat mehrere Fahrzeuge. Ihn fasziniert vor allem, dass kein Wagen dem anderen gleicht. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Mit fast 87 Jahren ist Klaus Drexel das älteste Mitglied des COC. Er ist mit einem Puck, Baujahr 1967 angereist, mit dem er auch schon viele Familienurlaube unternommen hat. Ein neuer Wohnwagen kommt auch für Drexel nicht in Frage, der wäre ihm zu groß. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
In dem Puck ist nur Platz für das Nötigste. Fließend Wasser gibt es nicht. Etwas Komfort hat sich Drexel nachträglich eingebaut, zum Beispiel eine Fußbodenheizung. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Die Sitzecke lässt sich, wie bei den meisten Wohnwagen, zu einem Bett umbauen. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Das ist eines der wenigen Ost-Modelle auf dem Campingplatz am Auensee, ein Qek Junior. Die Fahrzeuge aus der ehemaligen DDR mussten vor allem leicht sein, damit sie von einem Trabant oder einem Wartburg gezogen werden konnten. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Auch das Vorzelt am Qek Junior ist ein Original und in tadellosem Zustand. Dass auf dem COC-Treffen so wenige Fahrzeuge und Zelte aus der ehemaligen DDR stammen, liegt auch daran, dass die meisten Mitglieder des Clubs aus den alten Bundesländern kommen. Umso mehr freut man sich, wenn man eine Rarität aus dem Osten sieht. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Michael Rempe (links) und Ronny Jacob sind mit dem Trabi angereist und schlafen in einem Camptourist 6.2w von 1988. Jacob mag vor allem, wie praktikabel der Camptourist ist - drei Schlafplätze, eine Sitzecke und eine Küche, alles zusammenklappbar und nicht zu schwer für seinen Trabi. Der gebürtige Leipziger legt Wert darauf, dass Auto und Camper zusammenpassen: "Man geht ja auch nicht mit einem Hund zum Pferderennen. Das passt einfach nicht." Michael Rempe ist erst 17 Jahre alt, hat aber selbst schon zwei Trabis und einen Wartburg. Seit vier Jahren sammelt und repariert er die Ost-Oldtimer. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Ein echter Hingucker auf dem Campingplatz: eine Isetta von BMW mit einem Piccolo-Anhänger von 1954. Der Piccolo ist auch schwimmfähig: Wenn man das Dach abbaut, kann man damit über den See fahren. Ausprobiert hat Besitzer Hermann Gerhardt das aber noch nicht. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Hermann Gerhardt lädt zu einer kleinen Spritztour in der Isetta ein, die auch "Schlaglochsuchgerät" genannt wird. Die anderen Camper staunen nicht schlecht, das Smartphone wird für ein Foto gezückt. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Dieser Kiel Weltbummler von 1963 ist, wie die meisten alten Wohnwagen, aus glasfaserverstärktem Kunststoff, in Fachkreisen GFK genannt. Der Wohnwagen ist sowohl von außen als auch von innen im Originalzustand. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Campingplatz Auensee beim Oldie Camping Club-Treffen
Dieses Fahrzeug ist ein Biod Extase 4L, hergestellt in der Heimat des Campens - den Niederlanden. In Deutschland wurde das Modell unter dem Namen Fahti gefertigt. Bildrechte: MDR/Lily Meyer
Alle (16) Bilder anzeigen