Es läuft nicht rund Pannen und Ausfälle im Zugverkehr zwischen Leipzig und Chemnitz

Zwischen Januar und September 2017 sind auf der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz 189 Züge ausgefallen. Ein Negativrekord, bestätigt auch das sächsische Verkehrsministerium. Demnach sind dreimal so viele Züge ausgefallen wie im Jahr zuvor. Allein im Juli sind 45 eingeplante Züge nicht gefahren.

Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Sächsischen Landtag, Katja Meier, kritisierte, die Mitteldeutsche Regionalbahn (MRB) habe die Strecke nicht im Griff. Die Probleme hätten sogar dazu geführt, dass die MRB schon Strafen an den Verkehrsbund Mittelsachsen zahlen musste.

Ein Zug der neuen RegionalExpress-Linie RE 6 Leipzig-Chemnitz steht am 16.10.2015 während einer Präsentation im Hauptbahnhof Chemnitz.
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Die Mitteldeutsche Regionalbahn sieht den Grund für den Großteil der Ausfälle und Verspätungen nicht auf ihrer Seite und benennt Bauarbeiten, Sturmschäden und Polizeieinsätze. Weniger als zwei Prozent seien selbstverschuldet, beispielsweise durch technische Störungen.

Das bestätigt auch der Verkehrsverbund Mittelsachsen. Geschäftsführer Harald Neuhaus sagte MDR SACHSEN, das größte Problem zwischen Leipzig und Chemnitz sei die Infrastruktur der Strecke. Sie sei eingleisig und nicht elektrifiziert. Unter diesen Bedingungen seien keine modernen Züge einsetzbar, zudem fehle es bei Havarien an Ausweichgleisen, so Neuhaus. Die Mitteldeutsche Regionalbahn setzt auf der Strecke der Linie RE 6 zwischen Leipzig und Chemnitz nach eigenen Angaben vier Garnituren diesellokbespannter Reisezugwagen ein.

Fahrplanwechsel steht an

Ein Fahrgast der Deutschen Bahn informiert sich an einem Fahrplan über die Zugverbindungen
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Am 10. Dezember tritt bei der Bahn der neue Fahrplan in Kraft. Damit wird zwar nicht die Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz zweigleisig, aber zumindest gibt es pro Richtung jeweils eine zusätzliche Verbindung. Um 21:31 Uhr fährt ein Zug vom Chemnitzer Hauptbahnhof nach Leipzig und um 22:20 Uhr vom Leipziger Hauptbahnhof wieder zurück.

Quelle: MDR/gg

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 01.12.2017 | ab 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 19:16 Uhr

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4 Kommentare

07.12.2017 05:02 Enrico Pelocke 4

@1: Die Marschbahn-Wagen gehören dem Land Schleswig-Holstein, sind inzwischen repariert und werden jetzt von DB Regio eingesetzt.

06.12.2017 17:52 irrsinnig 3

Bei der DB gab es sowas nicht, aber Herr Neuhaus wollte es doch so billig wie möglich. Die Fahrgäste sind ihm egal.

06.12.2017 08:41 colditzer 2

Der Mensch vergißt schnell.
MRB- Transdev-Veolia...
Und läuft es weiter nicht werden die Strecken beim nächsten mal neu vergeben, an das gleiche Unternehmen mit einem neuen Namen.
Aber, Gott sei Dank, es ändert sich nichts.
Noch eine Frage, ... ein Großteil der Ausfälle beruht auf Polizeieinsätzen?
Sind die Fahrgäste so gefährlich?

05.12.2017 22:44 Bluesky 1

Die Mitteldeutsche Regionalbahn (MRB) gehört zum Transdev-Konzern. Die eingesetzten Wagen waren früher in Schleswig-Holstein auf der Marschbahn unterwegs. Dort im Auftrag der Nord-Ostsee-Bahn, die ebenfalls zum Transdev-Konzern gehört (ehemals Veolia).

Nun schauen Sie sich mal die Meldungen zur Marschbahn aus den letzten Jahren an. Kann man alles noch per Google finden.

Fast das gleiche Chaos wie bei der MRB. Zugausfälle und Unregelmäßigkeiten ohne Ende. Das kann doch kein Zufall sein??