Region Leipzig

Sprengung vor 44 Jahren : 500 Leipziger erinnern an gesprengte Paulinerkirche

Mehr als 500 Menschen haben am Mittwoch in Leipzig an die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli vor 44 Jahren erinnert. Zum Auftakt läuteten die Glocken der Leipziger Innenstadtkirchen in der historischen Stunde der Zerstörung. Anschließend luden das Aktionsbündnis "Neue Universitätskirche St. Pauli", die Stiftung Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig und der Paulinerverein auf dem Augustusplatz zum Gedenken ein. Wenig später startete die Veranstaltung der Universität Leipzig im Neuen Augusteum, dem sich das Aktionsbündnis anschloss. Die musikalische Begleitung hatte der Universitätschor übernommen.

Weiter Diskussionen um Trennwand

Neue Universität mit Paulinerkirche am Augustusplatz in Leipzig
Der Nachfolgebau erinnert an die alte Paulinerkirche.

Die intakte Paulinerkirche war 1968 auf Befehl der SED gesprengt worden. Heute erinnert ein Nachfolgebau, das Paulinum, an die alte Uni-Kirche. Das neue Paulinum sieht von außen wie eine Kirche aus. Im Inneren sollen mit Aula und Andachtsraum weltliche und kirchliche Nutzung vereint werden. Strittig ist der Einbau einer gläsernen Trennwand. Das Aktionsbündnis ist strikt dagegen. Es spricht sich für eine Nutzung als Aula, Andachtsraum und Aufführungsort von Kunst aus. Die Multifunktionalität sei durch die geplante gläserne Trennwand gefährdet.

Der Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Rainer Fornahl, rief angesichts der anhaltenden Diskussionen zum Paulinum zu einem Runden Tisch auf. "Wir wollen, dass der Streit endlich zu Ende ist", sagte er. Er sei "für ein offenes Haus ohne Glaswand". Bundestagsabgeordneter Thomas Feist, CDU, erklärte, dass Religion und Wissenschaft zusammengehörten. Die Wissenschaft benötige die Rückbindung an gesellschaftliche Werte. Universitäts-Rektorin Beate Schücking betonte, wie wichtig ihr eine vielfältige Nutzung des Gebäudes sei. Die Gottesdienste sollten sich beispielsweise nicht nur auf evangelische Gottesdienste beschränken.

Deutlich höhere Kosten

Ursprünglich sollte das Gebäude im Jubiläumsjahr der Leipziger Universität 2009 fertiggestellt werden. Letztlich konnten aber nur Aula und Foyer zugänglich gemacht werden. Die festliche Einweihung ist nun für Dezember 2014 geplant. Auch die Kosten haben sich deutlich erhöht. Waren ursprünglich rund 144 Millionen Euro veranschlagt worden, wird nun seitens des sächsischen Finanzministeriums mit etwa 250 Millionen Euro gerechnet.

Zuletzt aktualisiert: 30. Mai 2012, 18:30 Uhr

5. Schmidt:
Man erinnere sich doch bitte, dass dieses Gebäude gegen den Willen der Leipziger Bevölkerung und der Universität gebaut wurde. Wie schon Ende der 60er Jahre hat sich eine Minderheit gegen die Mehrheit durchgesetzt. Dieses Gebäude der steinerne Beweis, wie gut Demokratie in der Realität funktioniert. Zudem ist in einer weitgehend atheistischen Stadt wie Leipzig, in der kaum jemand Gottesdienste besucht, ist ein Kirchenneubau um so unsinniger. Religion ist ein Freizeitvergnügen und hat in Politik und Wissenschaft nichts verloren.
31.05.2012
09:23 Uhr
4. Johne:
Axel,danke für diese Wahrheiten. Hmüller Sie scheinen der katholischen Kirche zugehörig ?,denn sie hat behindert.M.Luther hat ja seine Thesen zu Wittenberg angeschlagen.Schon vergessen? Wir wären aber in der Tat weiter,als unter Ulbricht,Honecker und Mielke.
30.05.2012
23:44 Uhr
3. Axel:
Wissenschaft und Religion gehören zusammen - deshalb waren die bedeutendsten Wissenschaftler wie Pascal oder Newton tiefgläubige Menschen. Auch Planck und Heisenberg haben sich prominent zum Thema "Naturwissenschaftliche und religiöse Wahrheit " (1973) geäußert. Gerade für die heutige Forschung, die tief in das Leben aller Menschen eindringt, kann die Religion wichtige Orientierungen geben. Dies sollte in der Gestaltung einer Universitätskirche beachtet werden.
30.05.2012
17:46 Uhr
2. hmüller:
Wissenschaft und Kirche gehören zusammen das ist wohl ein Witz. Die Kirche hat den Fortschritt jahrhundertelang behindert und verdummt mit ihren Märchen die Leute heute noch. Wir wären in der Entwicklung viel weiter ohne diese Verdummer.
30.05.2012
16:43 Uhr
1. Frank:
250 Mille für Was? Aus meiner heutigen Sicht gibt es wichtigere Dinge.
30.05.2012
15:36 Uhr

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