Region Leipzig

Klare Position : Porsche-Betriebsrat gegen Subventionen für Leipziger Werk

Der Betriebsratschef von Porsche, Uwe Hück, hat sich dagegen ausgesprochen, zum Ausbau des Leipziger Werkes des Sportwagenherstellers staatliche Fördermittel einzusetzen. "Solange das Geld in Kommunen für soziale Einrichtungen und die Bildung fehlt, sollte der Staat keine Fördermittel geben und Unternehmen diese auch nicht beantragen", sagte Hück der "Leipziger Volkszeitung". Der Gewerkschafter, der zugleich auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von Porsche ist, bezeichnete die Verwendung der Fördermittel als "unmoralisch".

Kritik an hoher Zahl von befristeten Arbeitsverträgen

Uwe Hück der Betriebsratschef des Sportwagenbauers Porsche.
Klare Position gegen Subventionen: Uwe Hück

Laut dem Bericht bezeichnete es Hück zugleich als beschämend, dass Porsche in Leipzig eine hohe Zahl von Mitarbeitern mit befristeten Verträgen und von Leiharbeitern beschäftige. Der Betriebsrat habe nicht generell etwas gegen solche Arbeitsverhältnisse, solange damit etwa der krankheitsbedingte Ausfall von Mitarbeitern abgefangen oder Auftragsspitzen abgefedert würden. "Aber dauerhaft so vielen Mitarbeitern befristete Arbeitsverträge zu geben, das passt doch nicht zu Porsche", sagte Hück der LVZ. "Wir können doch Leipzig nicht zu einem vollwertigen Werk aufbauen nur mit Befristeten und Leiharbeitern." Die Betriebsräte erwarteten vom Unternehmen, dass die Leipziger Kollegen unbefristete Arbeitsverträge bekommen. Zudem erklärte Hück, Lohnunterschiede zwischen Ost und West seien eine Diskriminierung. Diese "unsichtbare Mauer" müsse weg.

Unternehmen leitet Schwenk bei Subventionspolitik ein

Die Porsche-Führung hatte im Oktober 2011 einen Schwenk im Umgang mit staatlichen Subventionen eingeleitet. Vorstand Matthias Müller erklärte anlässlich der Grundsteinlegung für die Erweiterung des Leipziger Werkes, man werde dafür Fördermittel beantragen. Porsche stehe im Wettbewerb mit anderen Herstellern, die Subventionen nutzten, das Unternehmen müsse auf die Kosten achten. Über die Höhe wurden keine Angaben gemacht, in Presseberichten war aber von rund 40 Millionen Euro die Rede. Bislang hatte Porsche auf Zuschüsse verzichtet. Dies ging unter anderem auf den ehemaligen Vorstandschef Wendelin Wiedeking zurück. Dieser hatte mehrfach erklärt, Luxus und Subventionen würden nicht zusammenpassen. Das Leipziger Werk wird derzeit für rund 500 Millionen Euro erweitert. Das Werk erhält einen eigenen Karosseriebau und eine Lackiererei, mehr als 1.000 Arbeitsplätze sollen entstehen.

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2012, 16:31 Uhr

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