Hells Angels - Logo auf einer Lederjacke
Bildrechte: IMAGO

Rockerkrieg in Leipzig Mordprozess gegen Hells-Angels-Mitglieder beginnt

Der Bandenkrieg im Leipziger Rockermilieu kommt vor Gericht - unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Bei einer Schießerei im Juni 2016 waren Mitglieder der Hells Angels mit Rockern der United Tribunes aneinandergeraten - ein Mann starb, zwei weitere wurden schwer verletzt. Die Aktion soll eine gezielte Racheaktion gewesen sein.

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Am Landgericht Leipzig beginnt am Montag der Prozess um eine tödliche Auseinandersetzung im Leipziger Rockermilieu. Angeklagt sind vier Mitglieder der Hells Angels wegen gemeinschaftlichen Mordes. Der mutmaßliche Haupttäter ist ein 31-jähriger Mann. Er soll am 25. Juni vergangenen Jahres in der Eisenbahnstraße auf Mitglieder der verfeindeten Gruppe United Tribuns geschossen haben. Ein 27-Jähriger starb, zwei weitere Männer wurden schwer verletzt.

Was sich genau abgespielt hat, ist immer noch unklar. Die Staatsanwaltschaft will Details bis zum Prozessauftakt unter Verschluss halten. Es soll um Rache für einen vorherigen Angriff der United Tribuns auf einen Hells Angel gegangen sein. Hintergrund waren offenbar Revierkämpfe zwischen den Rockergruppen. Die 2004 gegründeten United Tribuns mit Anhängern verschiedener Nationalitäten versuchten massiv, Einfluss zu gewinnen - auch in der Leipziger Eisenbahnstraße. Dort hatten sie wenige Wochen vor der Schießerei ihr erstes Clubhaus in Sachsen eröffnet.

Rockerboss zweimal festgenommen

Mitglieder des Rockerclubs United Tribuns gehen bei einem Trauermarsch am 10.09.2016 durch Leipzig (Sachsen).
An einem Trauermarsch für den Getöteten beteiligten sich viele Tribuns-Mitglieder. Bildrechte: dpa

Unmittelbar nach der Tat löste sich das Leipziger Charter der Hells Angels auf. Der mitangeklagte Boss der Leipziger Gruppierung saß nach den Schüssen erst in Untersuchungshaft, wurde dann aber freigelassen und tauchte unter. Später setzte die Polizei 10.000 Euro Belohnung aus. Anfang Januar wurde der 34-Jährige dann in Wien in einem Vereinslokal der Hells Angels gefasst. Die drei anderen Angeklagten sitzen seit ihren Festnahmen im Gefängnis. Alle vier schweigen zu den Vorwürfen.

Für den Prozess gelten nach Angaben des Gerichts verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Es sind insgesamt 36 Verhandlungstage bis zum Januar 2018 angesetzt.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch in Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.07.2017 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 17.07.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2017, 10:44 Uhr

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