Region Leipzig

Asiatische Märkte im Visier : Großrazzia im Leipziger Norden

Bei einer Großkontrolle der Polizei sind am Mittwoch mehrere asiatische Märkte im Leipziger Norden durchsucht worden. Mit vier Hundertschaften rückte die Polizei am Nachmittag an und durchsuchte rund fünf Stunden die Märkte auf der Maximilianallee und der Zschortauer Straße. Beteiligt waren Beamte der Bereitschaftspolizei, der Bundespolizei, Mitarbeiter des Brandschutzes, des Gewerbeamtes und des Leipziger Ordnungsamtes.

Märkte gelten als Kriminalitätsschwerpunkt

Wie die Leipziger Polizei am Abend mitteilte, wurden bei dem Einsatz mehr als 430 Personen kontrolliert. Von ihnen seien die Personalien aufgenommen worden. 151 Menschen seien "intensiver kontrolliert" worden. "In fünf Fällen wurden vorgefundene Gegenstände beschlagnahmt", heißt es in einer Mitteilung. Deren Auswertung dauere noch an. Zwei Menschen seien vorläufig festgenommen worden. Sie wurden laut Polizei mit Haftbefehl gesucht, da sie abgeschoben werden sollen. Gegen zwölf Händler sei ein Strafverfahren eingeleitet worden, gegen zwölf weitere ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit.

In den Märkten sollen den Angaben zufolge zahlreiche Straftaten verübt worden sein, unter anderem Drogenhandel, Menschenschleuserei, Schwarzarbeit und Markenfälschungen. Der Verdacht habe sich erhärtet, hieß es seitens der Polizei. Wie Einsatzleiter Thomas Kretzschmar dem SACHSENSPIEGEL sagte, gehören die Märkte im Norden der Stadt seit Jahren zu den Kriminalitätsschwerpunkten Leipzigs. "Da kommt Einiges zusammen", sagte Kretzschmar. Bei früheren Kontrollen seien hier Straftaten wie Diebstahl, Körperverletzung oder Glücksspiel aufgedeckt worden. Einmal sind den Beamten sogar zwei gesuchte Mörder ins Netz gegangen.

Ermittlungen auch in Dresden

Erst Ende April haben Zoll und Bundespolizei bundesweit mehr als 40 Wohn- und Geschäftsräume einer Zeitarbeitsfirma durchsucht. Im Fokus stand dabei ein vietnamesischer Geschäftsmann aus Dresden. Er steht laut Polizei im Verdacht, Landsleute illegal nach Deutschland eingeschleust und mit falschen Papieren an andere Betriebe weitervermittelt zu haben. Außerdem wird gegen ihn wegen möglicher Verstöße gegen das Sozialversicherungs- und Steuergesetz ermittelt.

Zuletzt aktualisiert: 10. Mai 2012, 09:43 Uhr

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