#le1803 - Leipzig Massiver Gegenprotest bei Rechten-Demo

Mehrere hundert Menschen haben in Leipzig gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten protestiert. Bereits am Vormittag nahmen nach Angaben der Veranstalter rund 500 Menschen an einer Demonstration des Bündnisses "Leipzig nimmt Platz" teil. Der Aufzug der Partei "Die Rechte" ab Mittag zog weitaus weniger, als die gemeldeten 300 bis 400 Teilnehmer an.

Bei ihrer Abschlussveranstaltung am Bayrischen Bahnhof sahen sich die Rechten laut Polizei rund 1.000 Gegendemonstranten gegenüber. Am Nachmittag wurde die rechte Veranstaltung nach einer kurzen Abschlusskundgebung beendet, mehrere Stunden früher als geplant. Insgesamt waren elf Gegenveranstaltungen angemeldet.

Rechte sammeln sich in Leipzig zu einer Demo.
Die rechte Demo versammelte sich gegen Mittag am S-Bahnhof an der Media City. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
Rechte sammeln sich in Leipzig zu einer Demo.
Die rechte Demo versammelte sich gegen Mittag am S-Bahnhof an der Media City. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
Demo der Rechten in Leipzig
Angemeldet waren bis zu 400 Teilnehmer. Es erschienen deutlich weniger Demonstranten. Bildrechte: MDR
Linke Spontandemo am Friedenspark
Am Friedenspark formierte sich eine spontane Gegendemo. Bildrechte: MDR
Linke Sitzblockade vor Rechten-Demo in Leipzig.
Bereits am Vormittag kam es zu einer Sitzblockade der Gegendemonstranten auf der geplanten Route der Rechten, die von der Polizei aufgelöst wurde. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demo in Leipzig, Bengalo vor dem Volkshaus
Vereinzelte Gegendemonstranten feuerten Bengalos und Feuerwerk ab und warfen Steine und Flaschen auf Polizisten. 14 Personen wurden in Gewahrsam genommen. Bildrechte: MDR
Demonstrationszug im Leipziger Petersteinweg
Die Gegendemonstration des Bündnisses "Leipzig nimmt Platz" verlief friedlich. Bildrechte: MDR
Demo gegen Rechts
Am Bayrischen Bahnhof wurde die Kreuzung weiträumig abgeriegelt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demo gegen Rechts
Berittene Polizisten und Hundestaffeln waren im Einsatz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demo gegen Rechts
An den Absperrungen versammelten sich hunderte Gegendemonstranten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demo gegen Rechts Leipzig
Der Protest war bunt und kreativ, die Stimmung gelassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demo gegen Rechts Leipzig
Mit einem Lautsprecherwagen machten die Initiatoren ihre Motivation zum Gegenprotest klar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demo gegen Rechts Leipzig
Die Polizeiwagen reihten sich entlang der Straße des 18. Oktober... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demo gegen Rechts Leipzig
...ebenso die zahlreichen Gegendemonstranten, die den Weg der rechten Demo säumten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demo gegen Rechts Leipzig
Hunderte Einsatzkräfte waren vor Ort. Es blieb ruhig. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demo gegen Rechts Leipzig
Viele Wasserwerfer und Panzerfahrzeuge waren im Einsatz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demo gegen Rechts Leipzig Kohlrabizirkus
Als die rechte Demo vorbeizog, regte sich lautstarker Protest. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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14 Demonstranten in Gewahrsam

Nach Angaben der Polizei verliefen die Veranstaltungen überwiegend friedlich. Es gab nur wenige Zwischenfälle. So hatten kleinere Gruppen mehrfach versucht, den Aufmarsch der Rechtsextremen durch Sitzblockaden zu verhindern. Die Demonstranten hätten ihre Plätze aber friedlich wieder geräumt. Vereinzelt seien Steine geworfen und Barrikaden errichtet worden.

Zudem mussten die Beamten auf beiden Seiten mehrfach wegen Missachtung des Vermummungsverbotes einschreiten. Während der Gegendemo am Vormittag provozierte ein Rechter mit dem Hitlergruß. Er muss sich nun wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verantworten. Insgesamt wurden 14 Menschen in Gewahrsam genommen.

Polizei gut vorbereitet

Die Polizei hatte sich Unterstützung aus anderen Bundesländern geholt und war mit mehreren Tausend Beamten sowie Hunden, Pferden und Hubschraubern im Einsatz. Nach schweren linken Krawallen bei einer ähnlichen Veranstaltung im Dezember 2015 hatte die Behörde auch diesmal mit Ausschreitungen gerechnet. Die Situation am Samstag sei mit den Vorfällen damals jedoch nicht vergleichbar, so eine Sprecherin.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und im Fernsehen: MDR SACHSENSPIEGEL | 18.03.2017 | 19:00 Uhr
MDR 1 RADIO SACHSEN | 18.03.2017 | Nachrichten | ab 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2017, 21:25 Uhr

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89 Kommentare

20.03.2017 21:25 Dresdner an Wieland der Schmied 89

Worch ist bestimmt kein Freund der Monarchie, also erzählen Sie uns keine Märchen. Es war übrigens den demoteilnehmern vom Veranstalter ausdrücklich verboten, Israelfahnen zu tragen und schwarz-rot-goldene - letztere wohlbemerkt die Fahne der Demokraten und Liberalen seit mindestens 1830. Dass diese nicht erwünscht waren, sagt alles über den Geist der von Ihnen gelobhudelten und damit über Sie aus. Aber das wissen wir schon...

20.03.2017 21:21 Dresdner 88

"Die Rechte" wird im allgemeinen als weiter rechts und offen für NS-Gedankengut bezeichnet als die NPD. In mehreren Ländern steht sie unter Beobachtung bzw. bekommt keine Demos genehmigt. Desswegen kamen sie nach Sachsen. Die Logistik kam aus Thüringen, die meisten Demonstranten (der Rechten) aus Bayern, Thüringen, SA.
Ach ja, paar waren auch von hier aus Dresden. Die waren heute Pegida-Ordner. So wie neulich bei dem Holocaustleugner zum 13.2. in Dresden. Aber Pegida ist ja nicht Nazi...

20.03.2017 20:36 Peter 87

@81 Helga: Sind Sie so naiv oder ist es Absicht?
Ganz einfach mal den Worch googeln und dann darüber urteilen, was nicht schlecht ist.

20.03.2017 20:34 Peter 86

@80 Katharina: Sie verwechseln da was. 2016 haben über 200 rechte Hooligans die Läden und Kneipen von alteingesessenen Gewerbetreibenden in der Wolgang-Heinze-Straße verwüstet.

20.03.2017 19:37 Anonymous 85

81......nichts!!! Ganz im Gegenteil.....aber das sind nicht die Ansichten der gewaltbereiten Gegendemonstranten und linksgrünen Unterstützer. In der Annahme was Gutes zu tun marschieren die politisch korrekten Naivisten mit ohne sich selbst Gedanken zu machen wie D in der Zukunft aussieht wenn sie nicht umdenken. Die negativen Veränderungen, die erst der Anfang waren, werden kleingeredet oder ganz ignoriert. Wird langsam Zeit aufzuwachen und selber mal zu denken!! Und mal nicht auf die naiven Einpeitscher zu hören

20.03.2017 19:07 Janes 84

@Helga 81: Das diese Aussagen von Menschen kommt, die unsere Rechtsordnung und Staatsform abschaffen wollen und solche Themen benutzen, um von der Gesellschaft Aufmerksamkeit zu bekommen. Genau das was Sie denen gerade geben:"Was ist so schlimm daran?" ...und schon sind diese speziellen Menschen wieder in der Mitte der Gesellschaft

20.03.2017 18:55 Mediator an Helga (81) 83

Es ist doch ganz einfach Helga:
Neonazis sind eine kleine Gruppe in unserem Land, die gerne wachsen würde, aber dabei stehen ihnen allzu radikale Parolen im Weg, denn die finden normale Bürger abschreckend.
Der Neonazi mit Ambitionen weicht also auf Parolen aus, die Anschlusspunkte für normale Leute bieten, in die man aber in der Auslegung noch genügend rassistischen Unsinn hineininterpretieren kann.
"Heimat erhalten, Familien fördern, Zukunft gestalten." harmlos klingende Parole.
Zukunft gestalten: Das machen die Menschen seit Jahrhunderten auch ohne Tips von Neonazis.
Familien fördern [statt Flüchtlinge aufnehmen]: Wer möchte nicht gerne jungen Familien [und Hundewelpen] helfen? Aber bitte schön nur so richtig deutschen Familien!
[Bedrohte] Heimat erhalten: Ja wer bedroht denn die liebe Heimat? Der Muselmane! Deshalb gehören zur Heimat nur Hans und Inge aber nicht Aishe und Bilal.
Sie sehen, drei an Banalität nicht zu überbietende Forderungen, die es in sich haben.

20.03.2017 18:08 Sandra @Wieland 82

Wenn man ihre Beiträge liest, dann fragt man sich wirklich, in welcher Welt sie leben.
In Leipzig war ein NEONAZI Aufmarsch in den Straßen unterwegs und sie verklären diese Typen mit einem pseudointellektuellem Erguss.
Die Farben des Kaisers, wie sie es nennen sind längst die Farben der NEONAZIS geworden. Jeder Bürger dieses Landes ist sich dessen bewusst, nur sie anscheinend nicht.

In einem parallenen Beitrag schwadronieren Sie von 'Regimekritikern, die das Kaiserreich als Zukunftsoption sehen'. Ich muss mich fragen, auf welchem Planeten sie leben. Von welchem Regime fabulieren sie den bitte hier herum und wo wäre denn die Vision bei einem Kaiserreich? Was wäre den bei einem Kaiserreich besser? Erklären sie uns armen Unterdrückten gefühlten regimes doch einmal, wo der Vorteil einer Monarchie gegenüber der Demokratie liegt? Dass man nicht so oft wählen muss wird es ja wohl nicht sein!

20.03.2017 16:58 Helga 81

Heimat erhalten, Familien fördern, Zukunft gestalten.
Was ist eigentlich schlecht daran?

20.03.2017 15:26 Katharina 80

Wahre "linke Werte" vertreten ist i. O. Das bedeutet aber, die Lehren von Marx, Engels, Lenin zu kennen. Aber wer von den heutigen "Linken" kennt den diese? Ich erinnere mich an die Straßenkämpfe von 2016 mit den gewaltbereiten Demonstrationstouristen der Linken u. a. auch aus anderen Ländern, sollte mir mal jemand erklären für was diese Leute heute kämpfen??? Ist das ihr Ersatz für Paintball oder Computer spielen, jedoch niemals ist das ein politischer Kampf.