Neuer Protest gegen Kürzungen Leipziger Studenten besetzen Rektorat

15 Studenten der Theaterwissenschaft haben am Montag das Rektorat der Universität Leipzig besetzt. Mit Schlafsäcken ausgestattet erklärten sie, so lange durchhalten zu wollen, bis ihre Forderungen erfüllt sind. Mit dem Protest wollen die Studenten gegen die geplante Schließung ihres Instituts protestieren.

Rektorin Schücking duldet Protest

In einem einstündigen Gespräch mit Uni-Rektorin Beate Schücking trugen die Studenten ihre acht Kernforderungen vor. So verlangen sie unter anderem, dass die Stellenstreichungen in ihrem Institut zurückgenommen werden. Außerdem fordern sie mehr studentische Mitbestimmung über die Zukunft der Uni. Beate Schücking äußerte Verständnis für den Protest. Sie erklärte zugleich, an den Rahmenbedingungen für die Hochschulen lasse sich nichts ändern. Es müssten Stellen abgebaut werden. "Wir wollen das nicht mit dem Rasenmäher tun, und wir haben dabei keine großen Entscheidungsspielräume." Schücking wies zugleich darauf hin, dass jetzt die Wahlprüfsteine an die Parteien vorliegen. "Ich kann allen Studierenden und generell allen Wählern nur raten, sie sich anzusehen."

Der Protest mit Besetzung wurde am Dienstag fortgesetzt. Bis zu 50 Studenten waren im Rektorat anwesend, es wurden Lehrveranstaltungen vor Ort abgehalten.

Drei von vier Professorenposten fallen weg

Der Konflikt um die Theaterwissenschaft schwelt seit Anfang des Jahres. Die Hochschule will das Institut schließen, um Sparvorgaben des Landes zu erfüllen. Bei den Theaterwissenschaftlern sollen drei von vier Professorenposten und insgesamt fünf Stellen wegfallen. Das würde das Aus für das Institut mit derzeit knapp 280 Hauptfach-Studenten bedeuten.

Die Studenten werfen der Rektoratsleitung darüberhinaus Intransparenz vor. Bis heute gebe es keine fachlich begründete Rechtfertigung für die Existenzbedrohung der Theaterwissenschaft, heißt es in einer Mitteilung.

Unsere Universität lebt von freier Meinungsäußerung und Dialog. Diese Besetzung ist eine Form davon. Ich nehme sie als kreative, friedfertige Protestform war, und als solche nehme ich sie ernst und toleriere sie. Wir werden die Studierenden also im Rektorat bleiben lassen, auch ihre Transparente nicht entfernen, solange alles weiter in geordneten Bahnen verläuft.

Beate Schücking, Rektorin der Universität Leipzig

Zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2014, 16:57 Uhr

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3 Kommentare

15.07.2014 08:03 Hippiehooligan 3

Die sollen gefälligst was ordentliches studieren! Als ob die Menschheit dringenden Bedarf an Theaterwissenschaftlern hat...
Ich bin auch nicht der Meinung, dass man in diesem Zusammenhang von "an der Bildung gespart" sprechen kann. Merkwürdigerweise sind es immer diese Nonsens-Studiengänge, bei denen die Studenten gegen dies und jenes protestieren. Da wird in Jena rumgeheult, dass das Philosophiestudium einfach nicht in der Regelstudienzeit zu schaffen ist. Ich frag mich, wozu die Leute alle ihr Abi gemacht haben, wenn sie dann solchen Unsinn studieren...

14.07.2014 16:56 Linkenanhänger 2

Haltet an den Protest fest, es kann nicht sein das an der Bildung gespart wird, einer insolventen Sachsen LB wird es in den Rachen geworfen(Schrotpapiere) inkompetenter geht es nicht deshalb muss die Regierung zurücktreten oder abgewählt werden. Ihr Studenten habt am 31.08.2014 die möglichkeit dies zu tun, nutzt die Chance

14.07.2014 16:49 Caesar 1

Nach dem Bild zu urteilen, kam sie nicht mit Studenten, sondern höchstens mit dem Fotografen ins Gespräch...