Sachsen LB
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Sachsen LB-Prozess geht weiter Ex-Banker zahlt die 80.000 Euro nicht

Die Pleite der Sachsen LB beschäftigt weiterhin das Landgericht Leipzig. Weil ein Angeklagter die Geldauflage nicht erfüllt hat, wird die strafrechtliche Aufarbeitung nun doch fortgesetzt. Das Gericht erneuerte am Donnerstag das Angebot, den Prozess nach Zahlung von 80.000 Euro einzustellen.

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Das Verfahren gegen einen ehemaligen Vorstand der sächsischen Landesbank ist am Donnerstag wieder aufgenommen werden. Das hat die Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Leipzig bekannt gegeben. Nach Angaben eines Sprechers hat der Mann seine Geldauflage nicht bezahlt. Die sei aber Voraussetzung für die Einstellung des Verfahrens gewesen. Der 61-Jährige hätte bis Dienstag 80.000 Euro zahlen müssen. Ein mitangeklagter Ex-Vorstand der Bank hat hingegen die geforderte Summe innerhalb der Frist überwiesen.

Der Anwalt des Angeklagten hatte erklärt, sein Mandant könne das Geld nicht aufbringen, sei aber willens, die Zahlung zu leisten. Beim heutigen Prozessauftakt sagte der Richter, man sei weiter an der Einstellung des Prozesses interessiert. Solange der Angeklagte nicht zahlt, wird die Kammer die Beweisaufnahme fortsetzen. Der Richter erklärte weiter, beim Verhandlungstermin im Februar werden zwei irische Zeugen gehört werden.

Bei dem Prozess geht es um Untreue und Bilanzfälschung. Die Sachsen LB war wegen riskanter Geschäfte in Irland in die Krise geraten. Das Kreditinstitut wurde an die Landesbank Baden-Württemberg notverkauft.

Linksfraktion sieht Chance in möglicher Verurteilung

Sebastian Scheel, Sprecher für Haushalts- und Finanzpolitik der Linksfraktion, erklärte zur Prozessfortsetzung, es bestehe nun die "Chance, dass ein Richter über die Machenschaften der Landesbanker urteilt. Das begrüße ich und macht es möglich, das Verhalten wenigstens eines der am Debakel Beteiligten strafrechtlich zu würdigen", so Scheel.

Über dieses Thema berichtete MDR SACHSEN auch im Radio MDR 1 RADIO SACHEN | 12.01.2017 | Nachrichten seit 6 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2017, 11:29 Uhr

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2 Kommentare

12.01.2017 09:32 Mal ne Anmerkung 2

Eigendlich fehlen da noch 2 Personen aus dem Aufsichtsrat denen der Prozess gemacht werden müsste.Die Herren Milbradt (MP zu diesen Zeiten) und Herr Metz (Finanzminister zu diesen Zeiten) ,bleiben aber unbehelligt ,da CDU die "führende und damit bestimmende Kraft" in Sachsen.Man muss nur in der richtigen Partei sein!Hatten wir das nicht schon mal?

11.01.2017 14:17 Frank der Baugutachter 1

80.000 schöne Summe - wer sie hat ! Mal sehen ob die kommende Verhandlung öffentlich ist ???? Das öffentliche Interesse aller Schichten der Bevölkerung und auch aus dem Ausland wird im Wahljahr 2017 groß sein, Nette Grüße im vorab an Herrn Schäuble ! und auch Herrn Metz in z. Z in Rente !