Staatsanwaltschaft Leipzig erhebt Untreue-Vorwürfe : Anklage gegen ehemalige Sachsen LB-Vorstände
Gut vier Jahre nach dem Notverkauf der früheren Landesbank Sachsen hat die Staatsanwaltschaft Leipzig drei ehemalige Vorstände angeklagt. Sie wirft ihnen unter anderem Untreue vor. Die Ex-Vorstände sollen mit dafür gesorgt haben, dass die Jahresabschlüsse 2003 und 2004 geschönt wurden, damit die Sachsen LB Gewinne ausweisen konnte. Der Staatsanwaltschaft zufolge gab es dadurch ungerechtfertigte Ausschüttungen an die Anteilseigner und erfolgsabhängige Zahlungen an Mitarbeiter. Gegen weitere frühere Vorstände wird noch ermittelt.
Razzia vor drei Jahren
Im August 2008 durchsuchten die Leipziger Staatsanwaltschaft und das Bundeskriminalamt Büros und Wohnungen von fünf ehemaligen Vorständen. Die Auswertung der dabei beschlagnahmten Unterlagen und Daten ist inzwischen abgeschlossen. Die daraus erforderlichen Zeugenvernehmungen liefen aber noch, erklärte die Behörde am Mittwoch.
Im fraglichen Zeitraum wurde die Bank von Michael Weiss, Hans-Jürgen Klumpp und Rainer Fuchs geführt. Weiss setzte sich nach seinem Ausscheiden nach Zypern ab.
Drei ehemalige Manager bereits angeklagt
Bereits Ende Juni war Anklage gegen drei Manager der Bank erhoben worden. Ihnen wird Bilanzfälschung in Höhe von 150 Millionen Euro und Untreue vorgeworfen. Außerdem soll einer der Angeklagten die Vorstände dabei unterstützt haben, Risiken und Verluste der Fonds "Goerges Quay" und "Ormond Quay" in den Bilanzen zu schönen. Die Fonds hatten entscheidend zum Niedergang der Landesbank beigetragen. Die Anklage richtete sich gegen einen ehemaligen Generalbevollmächtigten für den Bereich Finanzen und Controlling sowie gegen zwei ehemals leitende Mitarbeiter aus diesem Geschäftsbereich. Im Zentrum der Ermittlungen bei dieser Anklage stehen die Geschäftsabschlüsse der Jahre 2003 bis 2006.
Die Sachsen LB war nach Fehlspekulationen 2007 an die Landesbank Baden-Württemberg verkauft worden. Sachsen bürgt für Ausfälle mit insgesamt 2,75 Milliarden Euro. Bislang hat das Land rund 170 Millionen Euro an die Gläubiger der Bank überwiesen.
