Schauspielerin Ingeborg Krabbe, 2012
Bildrechte: IMAGO

Gebürtige Leipzigerin Schauspielerin und Kabarettistin Ingeborg Krabbe ist tot

Schauspielerin Ingeborg Krabbe, 2012
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Die deutsche Schauspielerin und Kabarettistin Ingeborg Krabbe ist gestern Abend an einem Krebsleiden in Berlin verstorben. Das bestätigten ihre Familie sowie ihr langjähriger Agent Marc Rosenberg MDR SACHSEN. Ingeborg Krabbe wurde 85 Jahre alt.

"Für mich ist es ein ungeheurer Schlag."

Der 94-jährige Schauspieler Herbert Köfer gibt in Dresden (Sachsen) ein Interview, zehn Tage vor der Premiere des Stückes «Opa ist die beste Oma» an der Comödie Dresden..
Herbert Köfer Bildrechte: dpa

Herbert Köfer reagierte am Sonnabend bestürzt auf die Nachricht von Ingeborg Krabbes Tod. "Ich hatte keine Ahnung, wie es ihr geht. Ich kann im Augenblick nicht erklären, wie mir zumute ist. Ich kann es immer noch nicht begreifen.“ Die beiden haben nicht nur "In aller Freundschaft" zusammengespielt. Sie waren auch jahrelang auf Tournee mit dem Stück "Rentner haben niemals Zeit." Sie hätten Tausende von Schwänken gespielt, Silvestersendungen gemacht, so Köfer. "Sie war immer lustig. Immer jemand, der die schwierigsten Situationen gemeistert hat. Eine große Kollegin, eine Freundin, ein Mensch, an den ich immer denken werde."

Sächsische Gusche und Berliner Schnauze

Krabbe war eine der bekanntesten Theater-, Film- und Fernsehschauspielerinnen in der DDR. Sie wurde 1931 in Leipzig geboren und begann dort 1949 ihr Schauspielstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Leipzig. 1954 debütierte sie als Filmschauspielerin in "Der Weg ins Leben".

Ilse Friedel (Ingeborg Krabbe) wird in die Sachsenklinik eingeliefert. Ihre Enkelin Pauline (Paula Schramm) macht sich Sorgen.
Ingeborg Krabbe 2010 bei einem Gastauftritt in der Serie "In aller Freundschaft". Bildrechte: MDR/Peter Krajewsky

In den folgenden Jahren machte sie sich mit Rollen in "Die Abenteuer des Werner Holt" und Auftritten im "Polizeiruf 110" und in "Der Staatsanwalt hat das Wort" einen Namen. Besonders populär wurde sie Ende der 70er-Jahre in den heiteren Episoden um den Ur-Berliner "Maxe Baumann" oder auch 1984 als eine der "Drei reizenden Schwestern". Dabei kam ihr auch ihre Begabung für Dialekte zugute. Die "sächsische Gusche" wurde ihr in die Wiege gelegt, die "Berliner Schnauze" kam dann auch noch hinzu. In den letzten Jahren war sie in Fernsehserien wie "Pfarrer Braun" und "Der Bulle von Tölz" zu sehen. Daneben arbeitete sie als Hörspiel- und Synchronsprecherin.

Komödiantin durch und durch

Ihre Theaterkarriere startete sie 1951, noch während des Schauspielstudiums, an den Städtischen Bühnen Leipzig. Sehr schnell wurde damals ihre Ader für komödiantische Rollen entdeckt. Mit anderen Schauspielern des "Theaters der Jungen Welt" gründete sie 1954 das Leipziger Kabarett "Pfeffermühle". Sie selbst spielte an der Pfeffermühle nur ein halbes Jahr mit. Die Belastung neben Studium und Theaterarbeit wurde ihr damals zu groß. Nach dem Studium wechselte sie nach Berlin an das Theater der Freundschaft (heute Theater an der Parkaue), wo sie zehn Jahre lang spielte.

Auch nach der Wende setzte sich ihr Erfolg nahtlos fort. Zwischen Hamburg und München stand sie auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Für ihre schauspielerischen Leistungen erhielt sie den Kurt-Siedler-Preis der Stadt Aachen (2003) wurde außerdem mehrfach vom Publikum zum Fernsehliebling gewählt. Noch vor vier Jahren spielte sie im Berliner Schlossparktheater in der Produktion "Ladykillers" mit.

Privatleben

2010 gab Ingeborg Krabbe ihrem langjährigen Lebensgefährten Kurt Müller das Ja-Wort. Es war ihre zweite Ehe - bis 1984 war sie über 30 Jahre lang mit dem Buchlektor Eberhard Simmich verheiratet. Aus dieser geschiedenen Ehe stammen ihre beiden Töchter. Gemeinsam mit Kurt Müller lebte sie in Berlin. In ihrer Freizeit werkelte sie am liebsten in ihrem Garten in Berlin-Pankow oder beschäftigte sich mit ihren Enkeln und Urenkeln.

Abschied von der Mattscheibe

Einer ihrer letzten Auftritte im Fernsehen war im vergangenen Jahr ihre insgesamt vierte Gastrolle in der MDR-Serie "In aller Freundschaft". Sie spielte an der Seite von Schauspielerkollege Herbert Köfer eine Frau mit fortgeschrittener Krebserkrankung. Nun erlag sie selbst dieser Krankheit.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen MDR SACHSENSPIEGEL | 18.03.2017 | 19:00 Uhr
MDR 1 RADIO SACHSEN | 18.03.2017 | ab 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. März 2017, 16:13 Uhr