Neue Kita in der Südvorstadt Schlange stehen für Kita-Platz in Leipzig

Eltern stehen nach einem Kitaplatz in Leipzig Schlange
Weil die Eltern auf der Straße anstanden, kam die Polizei vorbei, um "für Ordnung" zu sorgen. Bildrechte: MDR/Marc Silva

In Leipzig hat es am Sonnabendmorgen einen Ansturm auf eine künftige Kindertagesstätte gegeben. Wie die Polizei auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, versammelten sind rund 200 Eltern vor dem Gebäude in der Südvorstadt. Sie wurden aufgefordert, nicht auf der Straße, sondern auf dem Gehweg anzustehen. Augenzeugen berichteten von einer 150 Meter langen Schlange und rund 450 Menschen.

Johanniter vom Andrang überrascht

Die Einrichtung "Tillj" für 165 Kinder (45 Krippenkinder, 120 Kindergartenkinder) soll im August öffnen und wird von den Johannitern betrieben. Diese hatten für heute einen öffentlichen Termin angekündigt, bei dem Eltern ihren Nachwuchs in der Einrichtung anmelden können. "Das habe ich noch nicht erlebt", sagte Julia Schütze von der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Augenzeugen berichteten dem MDR, die Anmeldung sei nach den geplanten zwei Stunden rigoros beendet worden. Ob die Eltern, die bis zu anderthalb Stunden angestanden haben, einen Platz ergattern konnten, erfahren sie erst später. Am Sonnabend konnten sie lediglich eine Interessenbekundung ausfüllen. In der kommenden Woche ist ein weiterer Termin geplant. Für die neue Kita der Johanniter in der Südvorstadt gibt es ein besonders hohes Interesse, weil sie einerseits ein Neubau ist. Andererseits liegt die Einrichtung in einem äußerst beliebten Stadtteil, in dem viele junge Familien wohnen.

Bildergalerie Was Eltern in Leipzig so auf sich nehmen...

Die Leipziger Kita "Tillj" ist zwar noch im Bau - doch der Andrang ist bereits enorm. Etwa 450 Menschen standen am Sonnabend Schlange, um den Antrag für einen der begehrten Plätze zu stellen.

Mehrere hundert Menschen stehen in Leipzig (Sachsen) im Stadtteil Südvorstadt an einer im Bau befindlichen Kindertagesstätte der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. an, um einen Platz zu bekommen.
165 Plätze gibt es in dem Kreativkindergarten, der im August eröffnen wird. Bildrechte: dpa
Mehrere hundert Menschen stehen in Leipzig (Sachsen) im Stadtteil Südvorstadt an einer im Bau befindlichen Kindertagesstätte der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. an, um einen Platz zu bekommen.
165 Plätze gibt es in dem Kreativkindergarten, der im August eröffnen wird. Bildrechte: dpa
Mehrere hundert Menschen stehen in Leipzig (Sachsen) im Stadtteil Südvorstadt an einer im Bau befindlichen Kindertagesstätte der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. an, um einen Platz zu bekommen.
Weil die Kita in der bei Familien beliebten Südvorstadt liegt, ist das Interesse besonders hoch. Bildrechte: dpa
Mehrere hundert Menschen stehen in Leipzig (Sachsen) im Stadtteil Südvorstadt an einer im Bau befindlichen Kindertagesstätte der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. an, um einen Platz zu bekommen.
Auch aus der Luft eine beeindruckende Szene... Bildrechte: dpa
Eltern stehen nach einem Kitaplatz in Leipzig Schlange
Bei vielen Familien in Leipzig gibt es derzeit kein anderes Thema als die Suche nach einem Kita-Platz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eltern stehen nach einem Kitaplatz in Leipzig Schlange
Die Johanniter als Träger der neuen Kita waren von dem Anstrum überrascht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eltern stehen nach einem Kitaplatz in Leipzig Schlange
Die Polizei versuchte, die Straße frei zu bekommen. Angesichts des riesigen Andrangs war das aber unmöglich. Bildrechte: MDR/Marc Silva
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Keine zentrale Platzvergabe

Wie in Dresden gibt es eigentlich auch in Leipzig ein Kitaplatz-Portal, in dem alle freien Plätze von städtischen und privaten Einrichtungen gebündelt werden. Nach Informationen der Leipziger Kita-Initiative vergeben aber viele Einrichtungen ihre freien Plätze individuell. Eltern müssen sich persönlich mit den Einrichtungen in Verbindung setzen.

Nach Angaben des Statistischen Amtes der Stadt wächst Leipzig weiter. Zum Jahresende 2016 hatten knapp 580.000 Menschen ihren Hauptwohnsitz in der sächsischen Stadt, etwa 11.800 mehr als ein Jahr davor. Die Zahl der Geburten stieg in dem Zeitraum von gut 6.600 auf knapp 6.900. Das war die höchste Zahl seit 1990.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 13.05.2017 | Nachrichten ab 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2017, 18:21 Uhr

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35 Kommentare

15.05.2017 08:44 @Leo Bronstein 35

Komisch, dass Sie als AfD Versteher hier so massiv aus der Mainstreampresse zitieren. Werden diese doch sonst oft als "Lügenpresse" beschimpft. Also warum sollten wir diesen Medien glauben.

14.05.2017 15:37 Torsten 34

Wer Kommentare bekennender rotrotgrüner Activisten zum Thema bei der LvZ liest lernt Activisten richtig gut kennen. Kleines Beispiel ? Zitat : Verursacherprinzip beachten. Eltern sollten generell mehr bezahlen.
Ohne Worte !!

14.05.2017 15:36 Knolli 33

(at) 09:29 Mal ne Anmerkung 27

was soll an dem konzept der wirtschaftsmaximierung mit mit hilfe der ausnützung beider elternteile als produktionsfaktoren, wie vor fast 100 jahren in der udssr, und dem ausser acht lassens psychologischer erkenntnisse fortschirttlich sein?

14.05.2017 14:44 Nelly 32

@ 24: Sie haben keinen blassen Schimmer von Kinderbetreuung in einer KITA. Was ist für Sie fremdbetreut? Erläutern Sie diesen Begriff. Auf den Beitrag von Frank (10) gehen Sie nicht ein. Passt wohl nicht in Ihr Weltbild? Frage: Leben Sie in Oberbayern, da denken viele noch in diesem Kochtopfhorizont. Kenne ich aus eigener Erfahrung, leider.

14.05.2017 14:14 Holger 31

Keine Krippenplätze vergeben wenn ein oder beide Elternteile sowiso zu Hause sind und schon hat es wieder einiger Plätze frei.

14.05.2017 13:20 Kurt 30

In diesem Sinne: Alles Gute den Mama`s hier & überall! :-))
Das Geschenk, gab es ja bereites gestern (für Einzelne).
Und he: diese Schlange schaffte es gestern bereits auf überregionale Medienebene. Reschpeckt! ;-/
@27. Mal ne Anmerkung, 09:29: *100%zustimm*
Schon irrwitzig: DANKE an die Johanniter, das sie diese KiTa eröffnen!!! ...das man das mal schreiben würde... :-o
Nach Bund- + NRW-SPD Ansagen soll/ wird sich dabei aber nichts ändern.
-> Es wird also nicht nur das mittlerweile völlig normale Wohnungs-Anstehen, inkl. rechtswidriger Selbstauskünfte, das nervende Arztbesuch-Warten, die Überteuerung dank Preisabsprachen von Anbietern zum Alltag, sondern jetzt auch noch KiTa anstehen...
Klasse gemacht. BRD 2017...

14.05.2017 11:32 Leo Bronstein 29

@ Peter (#23)
>Nur ein Hinweis: Mit der AfD bräuchten wir gar keine Kitas. Da sollen doch alle jungen Mütter an den Herd. Die jungen Familien in Leipzig scheinen einen ganz anderen Lebensentwurf zu haben.<

.
Das nicht lesen wollen der Parteiprogramme, jener Parteien, die zur Wahl stehen, ist noch lange Entschuldigung für postfaktische Behauptungen.

14.05.2017 10:52 Leo Bronstein 28

@ Petra Stein (#19)

Nein.
Es hat natürlich damit überhaupt nichts zu tun, dass Kinder von Flüchtlingen in Kitas sind.
focus(de), 21.02.15 >Immer mehr Flüchtlingskinder in Kitas: ʺWir sprechen mit Händen und Füßenʺ<

Wie auch bei Schulen.
Wer sich keine private Schule für die Nachkommen leisten kann versucht zumindest Tochter, oder Sohn in einem Stadtteil, der möglichst >arm< und >trist< geblieben ist unterzubringen.
Vielleicht meinen manche Eltern, dass ihre Kinder Fremdsprachen lernen sollen und Dolmetscher für den (Deutsch)unterricht eigentlich überflüssig sind.
zeit(de), 24.11.14 >Privatschulen - Wo keine anderen Ausländer sind<
sueddeutsche(de), 29.11.12 >Eltern flüchten vor hohem Ausländeranteil<

Manche Mitbürger/_*innen müssten eigentlich ganz kurze Beine und gemäß C. Collodi ganz lange Nasen haben.

14.05.2017 09:29 Mal ne Anmerkung 27

@9-24 Rolf Tuchscherer Tippe mal,kein ehem.DDR Bürger,streng kirchlich gebunden und ausreichendes Einkommen damit die Ehefrau zu Hause bleiben kann!Und nun die Wirklichkeit,Junge Mütter wollen sich ins Berufsleben einbringen,wollen studieren und sich persönlich entwickeln,die lieben Kleinen gehen in die KITA und erfreuen sich in einem sozialen Umfeld einer guten Betreueung!Die Kinder lernen sich gegenseitig kennen und achten und geniesen in der Gruppe einen Teil des Tages.Mama und Papa können ohne Sorge ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen.Das das z.b. der Kirche und Teilen der CDU/CSU ,mit ihrem teils mittelalterlichen Weltbild nicht passt,erleben wir täglich.Also einfach JEDEM machen lassen wie die Eltern es so wollen und keine Belehrungen von fortschrtittlichen jungen Familien.

13.05.2017 00:42 Einer von hier 26

Gibts eigentlich noch einen MDR-Bericht, zu dem nicht sofort Barbara etc.pp. meinen sich auskotzen zu müssen? Haben Sie den Text überhaupt gelesen und verstanden, dass es hier um eine beliebte Kita in freier Trägerschaft in einem bei Familien beliebten Viertel geht???