SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in Leipzig Viel Jubel und ein paar Pfiffe

Rund vier Wochen vor der Bundestagswahl war SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz auf Stimmenfang in Leipzig. Gut 1.200 Menschen kamen, um den Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sehen. Es gab viel Jubel, aber auch ein paar Pfiffe.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz (r)spricht am 29.08.2017 während eines Wahlkampfauftrittes auf dem Nikolaikirchhof in Leipzig (Sachsen).
Martin Schulz am 29. August 2017 beim Wahlkampfauftritt in Leipzig. Bildrechte: dpa

Gut 1.200 Menschen kamen am Dienstagnachmittag auf den Nikolaikirchhof nach Leipzig, um den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz zu sehen. Schulz wurde von den Leipzigern gefeiert, viele schwenkten SPD-Fahnen und Transparente, auf denen für ein gemeinsames Europa geworben wurde. In seiner Rede erklärte Martin Schulz, sich für mehr Gerechtigkeit bei Löhnen, Bildung und Rente einzusetzen. Themen, die bei den Zuhörern ankamen.

"Bildungspolitischer Flickenteppich muss weg"

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz spricht am 29.08.2017 während eines Wahlkampfauftrittes auf dem Nikolaikirchhof in Leipzig (Sachsen).
Mehr als 1.000 Menschen verfolgten seine Rede auf dem Nikolaikirchhof. Bildrechte: dpa

Auch die Forderung nach weniger Föderalismus in der Bildungspolitik bekräftigte Martin Schulz in seiner Rede. Der bildungspolitische Flickenteppich in Deutschland müsse beseitigt werden, sagte er bei seinem Auftritt in Leipzig. Es könne nicht sein, dass Kinder ganze Schuljahre wiederholen müssten, nur weil sie mit ihren Eltern von einem Bundesland ins andere zögen. Zudem forderte er erneut mehr Engagement des Bundes in Bildungsfragen. Angesichts von Milliardenüberschüssen in der Staatskasse habe Deutschland die Wahl. Natürlich könne man das Geld in "Panzer und Kanonen" stecken, so Schulz.

Ich bin dafür, dass der Bund den Ländern dabei hilft, die Schulen zu sanieren.

Martin Schulz SPD-Kanzlerkandidat

Das gefiel nicht nur den jüngeren Zuhörern. Auch eine Rentnerin aus Großlehna konnte nur zustimmen. Dass jedes Bundesland einen eigenen Lehrplan habe, könne sie überhaupt nicht verstehen. Eine 20jährige Erstwählerin stellte schlicht fest, dass Bildung für Kinder und Jugendliche extrem wichtig sei. Das sei die Voraussetzung für ein späteres berufliches Leben. Eine unterschiedliche Ausbildung in den Ländern, führe zu unterschiedlichen Chancen und das sei nicht gerecht, so die junge Frau.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz (M) kommt am 29.08.2017 zu einem Wahlkampfauftritt auf den Nikolaikirchhof in Leipzig (Sachsen).
Schulz gab sich volksnah. Bildrechte: dpa

SPD muss auch in Leipzig um Wähler kämpfen

Nicht alle Besucher der Veranstaltung waren SPD-Anhänger oder Schulz-Fans. Er gehe auch zu den anderen Parteien, um sich deren Wahlthemen anzuhören, erklärte ein Rentner. Allerdings verspreche er sich von den Parteien wenig, denn letztlich bleibe doch alles beim Alten. Eine Dame aus Leipzig erwiderte, um neuen Wind in die Politik zubringen, müsse sich radikal was ändern. Egal wer kommt. Die Möglichkeit, dass nach dem 24. September wieder eine große Koalition am Ruder sitze, sei das Schlimmste was passieren könnte. erklärte die Leipzigerin.

Leipzig SPD-Kandidat Martin Schulz auf Wahlkampftour

Rund vier Wochen vor der Bundestagswahl war SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz auf Stimmenfang in Leipzig. Gut 1.200 Menschen kamen, um den Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sehen.

Wahlkampfveranstaltung am 29.8.2017 auf dem Nikolaikirchhof in Leipzig von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
Mit gut einer Stunde Verspätung traf Martin Schulz auf dem Nikolaikichhof ein - die Fans der SPD begrüssten den Kanzlerkandidaten mit viel Applaus. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Wahlkampfveranstaltung am 29.8.2017 auf dem Nikolaikirchhof in Leipzig von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
Mit gut einer Stunde Verspätung traf Martin Schulz auf dem Nikolaikichhof ein - die Fans der SPD begrüssten den Kanzlerkandidaten mit viel Applaus. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Wahlkampfveranstaltung am 29.8.2017 auf dem Nikolaikirchhof in Leipzig von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
Martin Schulz schüttelte Hände, machte mit den Zuschauern Selfies und freute sich sichtlich in Leipzig zu sein. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Wahlkampfveranstaltung am 29.8.2017 auf dem Nikolaikirchhof in Leipzig von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
Auf einer großen Videoleinwand konnten die Zuschauer die Rede von Martin Schulz verfolgen Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Wahlkampfveranstaltung am 29.8.2017 auf dem Nikolaikirchhof in Leipzig von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
Der Wahlkampf wird heißer. Einige Zuschauer fanden, dass Martin Schulz etwas bissiger wurde. Für die Anhänger der SPD aber noch nicht bissig genug. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Wahlkampfveranstaltung am 29.8.2017 auf dem Nikolaikirchhof in Leipzig von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
SPD_Landeschef Martin Dulig und die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig warben vor Martin Schulzs Auftritt für die SPD-Wahlkampfthemen. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
Wahlkampfveranstaltung am 29.8.2017 auf dem Nikolaikirchhof in Leipzig von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz
Rund 1.200 Menschen kamen um den Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel zuzuhören. Bildrechte: MDR/Barbara Brähler
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Viel Jubel und ein paar Pfiffe

Bei seiner Wahlkampftour in Leipzig erhielt Martin Schulz auch Unterstützung von SPD-Landeschef Martin Dulig sowie von Manuela Schwesig, der Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern. Zuvor hatten die Leipzigerin Daniela Kolbe, SPD-Generalsekretärin in Sachsen, der Direktkandidat der SPD aus Leipzig, Jens Katzek sowie der SPD-Kandidat aus Nordsachsen, Rüdiger Kleinke für Wählerstimmen geworben.

Neben Jubelrufen und Applaus waren bei dem Auftritt von Schulz auch vereinzelte Buh- und "Volksverräter"-Rufe zu hören. Der Kanzlerkandidat konterte:

Wenn gute Argumente eine Glückssache sind, dann seid ihr von einer Pechsträhne verfolgt.

Martin Schulz SPD-Kanzlerkandidat

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.08.2017 | ab 18:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 29.08.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/bb

MDR SACHSEN Spezial - Die Bundestagswahl in Sachsen

Wahlhelfer öffenen Briefumschläge um die Briefwahlstimmen auszuzählen
Bildrechte: dpa

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2017, 10:15 Uhr

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12 Kommentare

01.09.2017 10:28 pudd'nhead 12

"bildungspolitische(r) Flickenteppich": die spd-genossen sind die reinsten unschuldslämmer, nie haben sie mitschuld an desaströsen zuständen, obwohl sie schon seit jahren mitregieren. und es gibt sie immer noch, die gläubigen wähler. armes verblendetes volk.

31.08.2017 21:21 Phrasenhasser 11

Wenn der Schulz für die SPD steht, dann wird es schlecht aussehen hinsichtlich eines Wahlerfolges. Denn viele Bürger verübeln ihm seine Bereicherungsmentalität während seiner Zeit bei der EU. Wie kann ein solcher Mann für eine Arbeiterpartei stehen, der mittlerweile Millionär ist und in seiner Brüsseler Amtszeit um die 20 Mann an Personal hatte, darunter einen Kammerdiener? Das typische Beispiel, für "Wasser predigen und Wein trinken"...

31.08.2017 07:15 Wo geht es hin? 10

Zitat aus einem Bericht über eine Wahlkampfveranstaltung von Merkel: "Unmittelbar vor der Bühne hatten die Veranstalter einen Bereich für geladene Gäste abgesperrt." Zitat Ende. Wenn es hier genauso abgelaufen ist (wovon ich gerade beim Maddin ausgehen MUSS). dann relativiert sich der vorgebliche "Jubel" wohl doch etwas. Und mich hat noch etwas daran erstaunt: zu einer Wahlkampfveranstaltung ist es wohl Usus, "geladene Gäste" zu haben? Und die dann auch noch ganz vorn stehen dürfen und NICHT die eventuell noch zu überzeugenden Wähler? Wovon sollen die geladenen Gäste denn noch "überzeugt" werden? Oder wäre der Ausdruck "Stimmungserzeuger" vielleicht der Bessere gewesen? Na ja, so richtig "erstaunt" bin ich nicht mehr darüber - irgendwie erinnert mich das an die DDR in ihrem Endstadium...

31.08.2017 06:14 Kein spdwähler 9

Warum sollte man im jahr 2017 eine Partei wählen die zu großen Teilen Forderungen aus dem vorletzten Jahrhundert vertritt?
Einzige Ausnahme ist jetzt das bildungsthema. Die SPD merkt also plötzlich dass so ein "modernes" ganz gut ankommt. Aber das wird nicht reichen! Die SPD muss endixh im 21. Jahrhundert ankommen. Dann gehts aufwärts. Ich empfehle einen relaunch:)

31.08.2017 04:46 Ottje83 8

Ihr bekommt erst eine spürbare Änderung der Politik, wenn beide großen Parteien so geschwächt werden, dass es für eine große Koalition nicht reicht, oder eine der großen Parteien zusammen mit einer kleineren die Regierungsgeschäfte übernehmen kann.
Es sieht aber so aus, als ob der deutsche Wähler im Schnitt noch mit seinem Los zufrieden ist. Demzufolge wird es wohl wieder zu einer großen Koalition kommen und nichts wird sich einschneidend ändern.

30.08.2017 23:29 part 7

Oh je, die SPD hat über Regierungskoalitionen Zeit gehabt Veränderungen in diesem Land herbei zu führen. Was ist passiert, die CDU wurde in Regierungsverantwortung rechts überholt, danach war diese Partei imer Mehrheitsbeschaffer für neoliberale Politik. Die SPD hätte den 1. WK verhindern könne tat sie aber nicht, sie stimmte für Kriegskredite, ihre weiter Rolle im Lauf der Geschichte ist bestends bekannt bis heute...

30.08.2017 18:39 Wo geht es hin? 6

"Könnt ihr nicht mal Martin rufen? Ihr müsst Martin rufen!" Tu ich hiermit: Martin, Martin , Martin! Gudd jetze! Reden wir ab jetzt von wirklich wichtigeren Dingen: Ist der Sommer echt schon wieder vorbei?

30.08.2017 18:35 Winter 5

Über die SPD sollte man gar nicht erst diskutieren.Über den kleinen Möchtegern "Napoleon" erst recht nicht. Er und BK einfach nicht vorstellbar. Mit welcher Arroganz er von seiner Vision immer redet das grenzt an Überheblichkeit ohnes gleichen!!

30.08.2017 18:07 W. Merseburger 4

Es ist schon positiv, dass Martin Schulz in Leipzig Wahlkampf ohne wesentliche Störungen durchführen konnte. Früher dachte ich, eine starke SPD sei gut für Deutschland. Leider sind nur GROKO`s herausgekommen. Da hat der Spieler Gabriel richtig gepokert. Habe gestern einen Kommentar von Herrn Weimer bei NTV.de zum Verhältnis Schulz Gabriel gelesen. Danach scheint das böse Spiel wie vor 4 Jahren wieder zu laufen. Schulz kämpft und Gabriel verkauft die SDP-Seele und sahnt ab.

30.08.2017 15:58 RosaL uxemburg 3

"Viel Jubel und ein paar Pfiffe" Na, dann steht doch der nächste BK doch schon fest...