Region Leipzig

Bilanz der Polizei : Fröhliche Feiern, Krawall und Feuer in der Silvesternacht

Tausende Sachsen haben in einer verhältnismäßig milden Silvesternacht das Jahr 2013 ausgelassen begrüßt. Den ganzen Abend über wurden Raketen in den Himmel geschossen und Böller gezündet. Dabei blieb es nach Behördenangaben in den meisten Dörfern und Städten friedlich. Tausende feierten beispielsweise auf dem Dresdner Theaterplatz, den Elbbrücken und Elbwiesen in der sächsischen Landeshauptstadt sowie auf dem Augustusplatz in Leipzig.

Randale am Connewitzer Kreuz

Teilnehmer eines spontanen Demonstrationszuges gehen am 01.01.2013 in Leipzig (Sachsen) mit einem Transparent eine Straße entlang.
Ein spontaner Demonstrationszug setzte sich von Connewitz aus in Bewegung.

Leipzig hat sich allerdings erneut als Brennpunkt erwiesen: Am Connewitzer Kreuz gab es nach Mitternacht Krawalle. Wie eine Polizeisprecherin dem MDR sagte, versammelten sich zwischen 200 bis 500 teils "sehr aggressive" Jugendliche zu einer "spontanen" Demonstration. Nach mehreren hundert Metern des Marschierens griffen die Demonstranten in der Südvorstadt Polizisten mit Steinen und Feuerwerkskörpern an, außerdem wurden Container angezündet. Vier Polizisten erlitten der Sprecherin zufolge leichte Verletzungen, ein Streifenwagen wurde beschädigt. Vier Demonstranten wurden vorläufig festgenommen, seien aber bereits wieder frei.

Polizeibeamte durchsuchten zahlreiche Demonstranten. Sie leiteten zehn Strafverfahren ein, unter anderem wegen Körperverletzung und Verstößen gegen das Sprengstoff- sowie das Betäubungsmittelgesetz.

Polizei hatte größere Krawalle befürchtet

Befürchtete Sachschäden blieben jedoch aus. Die Polizei bewertete ihr vor Silvester vom Leipziger Polizeichef Bernd Merbitz angekündigtes Deeskalationskonzept als Erfolg. Die Ordnungshüter hatte im Vorfeld mit größeren Krawallen gerechnet. Deshalb waren in der Silvesternacht fünf Hundertschaften der Polizei im Einsatz. Bereits im Dezember hatte es zwei Mal heftige Ausschreitungen in Leipzig-Connewitz gegeben. Mehrere hundert zum Teil vermummte Autonome lieferten sich damals nach Angaben des Verfassungsschutzes eine schon traditionelle Schneeballschlacht. In den zurückliegenden Jahren hatte es auch Silvester immer wieder teils schwere Ausschreitungen gegeben.

Im übrigen Leipziger Stadtgebiet kam es nach Mitternacht zu mehreren Straftaten durch zumeist betrunkene Personen. Dabei leitete die Polizei insgesamt 17 weitere Strafverfahren ein, unter anderem wegen Körperverletzung und Brandstiftung.

Verletzte Polizistin in Dresden

Farbenprächtig strahlen am 01.01.2013 Feuerwerkskörper über Dresden (Sachsen).
Hunderte feierten auf den Dresdner Elbwiesen, 17.000 auf dem Theaterplatz.

Die Silvesterpartys blieben nicht alle friedlich, so musste die Polizei in der Oberlausitz wegen 17 Körperverletzungen und vielen Ruhestörungen ausrücken. In Bautzen warfen Jugendliche Böller auf Passanten. Dabei wurde eine Frau am Hals verletzt und musste zum Arzt. Nach Mitternacht rückte die Polizei auch in der Dresdner Münzgasse an, um eine Schlägerei zu beenden. Die Beamten wurden mit Feuerwerkskörpern angegriffen. Eine 29-jährige Polizistin erlitt Verletzungen, ein Polizeiauto wurde erheblich beschädigt. Insgesamt gab es in der Landeshauptstadt 256 Einsätze, in den Kreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge waren es 89 Einsätze.

Im Bereich der Polizeidirektion Zwickau wurden die Ordnungshüter zwischen Adorf und Limbach-Oberfrohna 115 Mal um Hilfe gebeten, vorgangig wegen zerstörter Briefkästen, brennender Mülltonnen oder Lärmbelästigungen. Bei Schlägereien in Meerane und Zwickau allerdings gab es auch insgesamt vier Verletzte. Im Raum Chemnitz registrierte die Polizei 336 Notrufe, von denen 40 direkt mit Silvester zu tun hatten.

Brände hielten Feuerwehren in Atem

Die sächsischen Feuerwehren mussten in der Silvesternacht zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Allein die Dresdner Feuerwehr wurde 50 Mal gerufen, der Rettungsdienst 230 Mal. Vor allem auf Balkonen und in Mülleimern sorgten verirrte Raketen und Böller für Brände. Auch mehrere Büsche und Bäume seien in Brand geraten. In den meisten Fällen entstand nur geringer Sachschaden, so die Polizei.

In der Oberlausitz musste die Feuerwehr zu 16 Bränden ausrücken. So zündete beispielsweise ein 18-Jähriger in Ottendorf-Okrilla eine Silvesterrakete in der Hand. Durch den unkontrollierten Flug detonierte die Rakete auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses und setzte Teile des Dachstuhls in Brand. Menschen wurden bei dem Feuer nicht verletzt.

Zuletzt aktualisiert: 02. Januar 2013, 11:59 Uhr

7. rose:
Jedes Jahr dasselbe am C Kreuz. Ist denn dort niemand in der Lage das sogenanntem Szeneviertel in ein Tagebaurestloch zu schicken. Die Zustände hier kotzen ein nur noch an.
02.01.2013
21:03 Uhr
6. E. Hartung:
Zu Leipzig-Connewitz: Das war sicher die gleiche Gruppierung, die in der Nacht vom 14. zum 15.12.2012 die Schaufenster der Sparkasse und anderer Geschäfte zerstört haben, mit einigen (wieviel?) Tausend Euro Schaden. Schon aus dem Transparent kann man die Gewaltbereitschaft bzw. die kriminelle Energie dieser Gruppierung erkennen.
02.01.2013
10:14 Uhr
5. Thomas Quapp:
Ich hatte selbst Nachtschicht in der Nacht. Ich frag mich leider, warum kurz nach Mittagnacht zusätzliche Kräfte nach Connewitz gefahren sind. Da ich selber Beruflich in der Innenstadt, mit unter, zu tun hatte, warum ist die Polizei bis frühen Morgen immer mit Sondersignal gefahren ??? Wegen der friedlichen Silvesternacht ??
01.01.2013
19:21 Uhr
4. Tina:
@Esther Ich war heute in Connewitz dabei - es war zum Teil schon echt gruselig und auf keinen Fall "weitestgehend friedlich"!!! Den Bericht hier finde ich passend - also, was den Teil Leipzig betrifft, den Rest kenne ich ja nicht. Die Polizei scheint da was schönzureden und sich loben zu wollen. Gut, dass der Mdr selbst recherchiert und nicht auf jeden PR-Text reinfällt!
01.01.2013
18:23 Uhr
3. Esther:
Wer schreib denn so einen Quatsch: lest IHr auch manchmal, was die Polizei selbst schreibt? Da steht: Einsatzkonzept der Polizei aufgegangen Silvesternacht in Leipzig verlief weitestgehend friedlich Die Silvesternacht in Leipzig verlief bis auf wenige silvestertypische Straftaten friedlich.
01.01.2013
12:44 Uhr
2. kein Mitläufer:
ich finde es schrecklich, dass eine Willenbekundung - Transparent - dahingehend kriminalisiert wird - spontan zu sein. Gerade in Sachsen sollten sich die Führungselitären mal einpaar Gedanken über - der Repression entgegentreten - machen. Aber sie schicken die nicht spontan Polizei - es grüßt zum Jahresanfang Russland, China. Sachsen kann sich einreihen.
01.01.2013
12:33 Uhr
1. Dieter:
Eine nicht angemeldete Demonstration ist noch lange keine spontane Demonstration. Der Professionalität dieses Transparents sieht man schon an, wie "spontan" dort demonstriert wurde.
01.01.2013
11:48 Uhr

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