Polizisten stehen vor einer großen Gruppe von Fussballfans vor dem Leipziger Hauptbahnhof am Zustieg für die Straßenbahnen.
Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei setzten Anhänger von BSG Chemie Leipzig an der Zentralhaltestelle des Hauptbahnhofs fest. Bildrechte: MDR/Christian Grube

Leipzig Polizei trennt verfeindete Fußballlager

Polizisten stehen vor einer großen Gruppe von Fussballfans vor dem Leipziger Hauptbahnhof am Zustieg für die Straßenbahnen.
Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei setzten Anhänger von BSG Chemie Leipzig an der Zentralhaltestelle des Hauptbahnhofs fest. Bildrechte: MDR/Christian Grube

Am Dienstagabend sind vor dem Leipziger Hauptbahnhof Anhänger des 1. FC Lok und der BSG Chemie Leipzig aneinandergeraten. Wie die Polizeidirektion Leipzig mitteilte, warteten Lok-Fans am Hauptbahnhof auf die vom Auswärtsspiel in Halberstadt heimkehrenden Chemie-Fans, wurden jedoch von der Polizei des Platzes verwiesen. Dennoch kam es im Anschluss auf dem Bahnhofsvorplatz, an der Zentralhaltestelle/Willy-Brandt-Platz, zu einem Übergriff einzelner BSG-Anhänger auf Lok-Fans. Ein Chemie-Anhänger soll einen Lok-Fan vor eine Straßenbahn gestoßen haben. Der Mann blieb nach Polizeiangaben unverletzt. Es werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Chemie-Anhänger kritisieren Polizeieinsatz

Wie die Polizei weiter mitteilte, haben BSG-Anhänger zudem Flaschen auf die Einsatzkräfte geworfen. Die Beamten hatten die Chemie-Fans deren Angaben zufolge in eine Straßenbahn gedrängt, um am Wilhelm-Leuschner-Platz ihre Identitäten festzustellen. In BSG-Chemie-Kreisen heißt es, ein Anhänger der etwa 100 Chemie-Fans musste infolge der polizeilichen Maßnahmen im Krankenhaus behandelt werden. Zudem sei der Einsatz der Bereitschaftspolizei unverhältnismäßig gewesen. Am Hauptbahnhof seien alle Anwesenden, darunter auch viele zufällig in die Situation geratenen Passanten, in die Bahn gedrängt worden. Gegen ihren Willen habe man sie zum Wilhelm-Leuschner-Platz gefahren und dort einer kollektiven erkennungsdienstlichen Maßnahme unterzogen. Gemeinsam mit den Anwälten wolle man nun prüfen, ob die polizeilichen Maßnahmen dienstrechtlich zu beanstanden sind.

Ermittlungen wegen Körperverletzung

Durch den Einsatz kam es zu Verzögerungen im Bus- und Bahnverkehr. Die Polizei ermittelt im Umfeld des Regionalliga-Spiels zwischen dem 1. FC Lokomotive Leipzig und dem FC Energie Cottbus darüberhinaus wegen Beleidigung, Diebstahl eines Autos und Körperverletzung in Verbindung mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Quelle: Polizei/facebook: Rechtshilfekollektiv Chemie Leipzig/mar

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.10.2017 | Nachrichten ab 6:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Oktober 2017, 19:03 Uhr

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4 Kommentare

06.10.2017 14:37 Chili Palmer 4

@Blumenfreund: Richtig!

@(verhinderter) Historiker: Ausdrücklich nein!

05.10.2017 19:24 Blumenfreund 3

Also haben BSG Chemie Anhänger Flaschen auf die Polizei geworfen. Warscheinlich heißt der Anwald von Chemie Leipzin Jürgen Kasek.

05.10.2017 12:57 Historiker 2

Erneut wird ersichtlich, dass die Existenz von RB Leipzig ein Segen für die Stadt ist.

04.10.2017 15:20 icke 1

Auch wenn das beide Vereine mal wieder unnötig in den Fokus rückt von den "Bei uns kommt sowas nicht vor" Fans, fragt man sich unweigerlich, warum man beide Mannschaften am gleichen Tag so angesetzt hat, dass es fast unweigerlich zum Zusammentreffen kommen kann.
Chemie 13.30 Uhr in Halberstadt
Lok 14.35 Uhr zu Hause.
In höheren Ligen im Hinblick auf die Brisanz, wäre das vom Verband schon gar nicht so blauäugig angesetzt worden.