Menschen liegen auf dem Boden in einem Bahnhof während einer Antiterror-Übung
Bildrechte: MDR/Friederike Schicht

Anti-Terrorübung Schüsse und Explosionen am Leipziger Hauptbahnhof

Menschen liegen auf dem Boden in einem Bahnhof während einer Antiterror-Übung
Bildrechte: MDR/Friederike Schicht

Bundespolizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Bahn haben in der Nacht zum Mittwoch am Leipziger Hauptbahnhof den Terrorernstfall geprobt. Das Szenenario hieß: Ein Terrorist hat sich am Hauptbahnhof in die Luft gesprengt. Weitere bewaffnete Attentäter halten sich im Gebäude auf und schießen auf Passanten. Rund 500 Beamte waren bei der Übung im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Schülern der Bundespolizei, von denen etwa 200 als Opfer des Terrorangriffs agierten.

Bei der Übung waren mehrere schwere Detonationen zu hören. Anschließend peitschten Schüsse durch die verqualmte Osthalle des Bahnhofs. "Niemals mögen wir einen solchen Anschlag real erleben", sagt der Präsident der Bundespolizeidirektion Pirna, Jörg Baumbach. "Aber wenn es passiert, müssen wir darauf bestmöglich vorbereitet sein."

Diese Übung hat den Einsatzkräften alles abverlangt.

Jörg Baumbach, Präsident Bundespolizeidirektion Pirna

Polizeiführer aus dem gesamten Bundesgebiet waren angereist, um die Anti-Terror-Übung zu begleiten. Eine Aktion in diesem Umfang, mitten im Zentrum einer Großstadt, stellt für alle ein Novum dar. "Auch wenn man als Beobachter darauf vorbereitet ist, bleibt ein beklemmendes Gefühl", sagt Jörg Radek von der Gewerkschaft der Polizei dem MDR. "Es sind normale Polizisten, die als erste am Ereignisort sind. Und die das dann hochprofessionell abarbeiten, obwohl sie ganz allein auf sich gestellt sind." Auch zahlreiche Schaulustige verfolgten trotz der späten Stunde das Geschehen, obwohl sie von den Aktionen auf zwei gesperrten Bahnsteigen nichts direkt sehen konnten.

Veränderte Sicherheitslage

Im Gegensatz zu sonstigen Anti-Terrorübungen trainierten in Leipzig keine Spezialeinheiten, sondern Streifenbeamte und Angehörige der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit der Bundespolizeidirektion Pirna. Der Sprecher der Behörde, Christian Meinhold, sagt: "Bei einer veränderten Sicherheitslage kommen heute neue Aufgaben und Herausforderungen auf die Polizisten zu." Die Ergebnisse und Erfahrungen dieser Nacht sollen bei künftigen Trainingseinheiten berücksichtigt werden.

Der Zugverkehr war von der Übung nicht beeinträchtigt. Die Bahn hatte mit zusätzlichen Mitarbeitern Reisende über das Geschehen im Bahnhof aufgeklärt

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.05.2017 | Nachrichten ab 05:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2017, 19:51 Uhr

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9 Kommentare

17.05.2017 19:09 Morchelchen 9

"Nachtigall, ick hör dir trapsen"...

17.05.2017 13:34 Lyn 8

Danke für diese Übung.
Im Ernstfall wissen die Leute dann was zu tun ist.

17.05.2017 09:19 Nicht so vergessen 7

Da muss ich Kommentator #3, Karsten, voll zustimmen. In der DDR mussten schon Kinder Kriege üben und hier werden Polizisten, mithin Profis, auf den Fall eines Terroranschlags vorbereitet, damit sie die Bevölkerung besser schützen können. Und den Herren Freimann und "Wo geht es hin" fällt nichts besseres ein als die übliche AfD-"Danke Merkel!1!!"-Floskelei, in Verbindung mit DDR-Verherrlichung. Deutschland hat offensichtlich ein Bildungsproblem.

17.05.2017 08:54 Ludwig 6

@3 Karsten
Was erwarten Sie für Reaktionen von den Bürgern? Das Versprechen der BK lautete doch: "Deutschland wird Deutschland bleiben. Wir werden unser Leben nicht verändern." Wie groß muss bei manchen Menschen die Enttäuschung sein angesichts der sich rasant verändernden Situation in Europa und Deutschland? Ich wundere mich nicht.

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17.05.2017 07:41 Corinna 5

Schlimm, wie weit es gekommen ist. Danke an die Regierenden und all die, die als es noch an der Zeit war, weggeschaut haben!

16.05.2017 00:36 Konrad 4

Die Schengener Freizügigkeit wird seit jeher schon, von Ganoven jeglicher Couleur genutzt. Mehr Polizeieinsätze für eine ausgewogene Schleierfahndung wären deshalb schon angebracht. Was die Situation seit der „ Flüchtlingskrise“ betrifft, war es schon grob fahrlässig, Hunderttausende Menschen aus Kriegsgebieten, ohne genaue Kontrolle einreisen zu lassen! Zumal Deutschland seit 2014 Kriegspartei ist(Waffenlieferung an Peschmerga) und seit 2016( Beginn des Tornado-Einsatzes über Syrien) noch näher in den Fokus des IS rückte.

16.05.2017 20:42 Karsten 3

Lustig, oder sehr traurig, dass diese dummen Kommentare von Frido_Freimann und "Wo geht es hin?" hier auf der Seite des MDR zu einer Nachricht über eine Übung in Sachsen stehen, wo doch Übungen für diverse Gefahrenfälle praktisch im Stundenplan der DDR standen. Anscheinend ist man sich für gar nichts mehr zu schade, Hauptsache aus seiner kleinen dummen Welt immer mal ein paar schlechte Kommentare raushauen.

16.05.2017 20:04 Frido_Freimann 2

Da muss es wohl jetzt wirklich ganz schlimm um unsere Sicherheit bestellt sein, wenn so ein Schauspiel veranstaltet wird ... ?
Wer hat die Übeltäter nur alle reingelassen ?

16.05.2017 19:51 Wo geht es hin? 1

Hier kann man mal wirklich sagen: Früher war alles besser....