Terrormaßnahme in Borsdorf bei Leipzig
Mitte April wurde der Marokkaner in Borsdorf festgenommen. Bildrechte: MDR/Silvio Bürger

Festnahme im April in Borsdorf Sachsen schiebt terrorverdächtigen Marokkaner ab

Terrormaßnahme in Borsdorf bei Leipzig
Mitte April wurde der Marokkaner in Borsdorf festgenommen. Bildrechte: MDR/Silvio Bürger

Knapp zwei Monate nach seiner Festnahme in einer Flüchtlinsgunterkunft in Borsdorf im Landkreis Leipzig haben die sächsischen Behörden einen marokkanischen Terrorverdächtigen abgeschoben. Der 24-Jährige, der einen Anschlag auf die russische Botschaft in Berlin geplant haben soll, sei am Freitagabend via Frankfurt in seine Heimat geflogen worden, teilte das Innenministerium in Dresden am Sonnabend mit. Er befand sich seit dem 21. April in Abschiebehaft.

Abschiebung hatte sich wegen fehlender Papiere verschoben

Die Sicherheitsbehörden waren knapp zwei Wochen zuvor aufgrund von Hinweisen auf den Mann aufmerksam geworden und hatten ihn in der Flüchtlingsunterkunft festgenommen. Gegen ihn wurde wegen des Verdachts einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat ermittelt. Die Staatsanwaltschaft Dresden hielt sich allerdings immer bedeckt zu den Ermittlungserkenntnissen. So wurde auch nicht mitgeteilt, ob bei dem Mann belastendes Material zu dem angeblich geplanten Anschlag gefunden wurde.

Da der 24-Jährige als islamistischer Gefährder eingestuft wurde, wurde gegen ihn gerichtlich eine Abschiebungsanordnung erlassen. Die Abschiebung zog sich so lange hin, weil die nötigen Papiere aus Marokko fehlten. "Die erfolgreiche Auflösung des aktuellen Falles zeigt die gute Vernetzung der beteiligten Behörden - von der Informationsgewinnung, über die Festnahme bis hin zur Rückführung", erklärte Sachsens Innenminister Markus Ulbig.

Ulbig besucht am Montag Frontex-Polizisten in Bulgarien

Griechische Frontex-Polizisten an der Grenze zur Türkei
Frontex-Polizisten, wie hier an der griechisch-türkischen Grenze, sichern die EU nach außen ab. Sachsen hat im vergangenen November Polizisten nach Bulgarien entsandt. Bildrechte: dpa

Ulbig wird am Pfingstmontag gemeinsam mit dem hessischen Innenminister Peter Beuth nach Bulgarien reisen. Sie wollen sich dort über die Arbeit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex an der EU-Außengrenze informieren und die dabei eingesetzten deutschen Polizisten besuchen. Im Vorfeld bekräftigten beide Minister ihre Forderung nach einem EU-Reiseregister. "Wir müssen uns als Europäer darauf verständigen, wer eine Bleibeperspektive hat und wer nicht", so die Minister. "Im Umkehrschluss soll aber auch jeder, der in die EU einreist, wissen, welche Voraussetzungen zu erfüllen sind, um bei uns zu bleiben."

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR SACHSEN - das Sachsenradio | 03.06.2017 | 16:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 03.06.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Juni 2017, 16:51 Uhr

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18 Kommentare

05.06.2017 15:36 Fragender Rentner 18

Zitat von Oben: Sachsen schiebt terrorverdächtigen Marokkaner ab

Ist es nun ein Verdächtiger oder nicht?

Immer dies vagen Andeutungen.

04.06.2017 19:07 mitteldeutscher 17

Einer ist weg und wieviel neue sind gekommen ????
Es ist doch nur noch eine lächerliche Farce, bei der sich unsere Politclowns gegenseitig auf die Schulter klopfen.

04.06.2017 10:51 D.o.M. 16

@Desdner an D.o.M.5 13
Ich war unlängst dort. Essaouira. Und ich bin ohne Polizeischutz von Agadir aus an der Küste entlangdorthin gefahren und dann via Marrakesch zurück nach Agadir. Keine Ahnung, warum jemandem Asyl gewährt werden muss, der von dort kommt. Das Land ist, wie offenbar ganz Afrika einfach nur viel zu voll. Dort wohnen viel mehr, als die natürlichen Ressourcen hergeben. Ein Grund, sie als Asylanten aufzunehmen, sehe ich darin aber noch lange nicht. Kontrazeptiva wären das Gebot der Stunde

04.06.2017 10:29 Schrumpel 15

an 13, Dresdner: Zitat "Ansonsten ist es das Merkmal des modernen Rechtsstaates, den wir 1989 wollten, dass ein Mensch solange Rechtsschutz geniesst, solange seine Herkunft, etwaige Fluchtgründe bzw. Gefährdercharakter nicht hinreichend bewiesen sind." Es ist aber erst recht Merkmal des modernen Rechtsstaates zu wissen und zu kontrollieren, wer in den Rechtsstaat einreist, und vor allem niemanden ohne Pass und Wissen über die Herkunft einreisen zu lassen. Oder sind das etwa keine Merkmale eines modernen Rechtstaates ? Oder zählen nur die Merkmale, welche Sie in Ordnung finden. Denken Sie bitte an London, gestern Abend. Gehört das auch zu Ihren Merkmalen? Sie sind dran, Dresdner !

04.06.2017 08:56 Zutick 14

Immerhin zuckt man gelegentlich noch um den Wähler vor der Stimmabgabe den handlungsfähigen Staat vorzuspielen.

03.06.2017 00:02 Dresdner an D.o.M. 5 13

Würden Sie gegenwärtig ins "Urlauberparadies Marokko" reisen wollen? Wenn ja, haben Sie sich sicher mit den Sicherheitsempfehlungen Ihres Reisebüros und des Auswärtigen Amtes vertraut gemacht und haben sicher kein Problem damit, nur in einem hochgeschützten kleinen Bereich dieses vermutlich schönen, interessanten Landes die Seele baumeln lassen zu können. wenn nicht, warum nicht ? :). Ansonsten ist es das Merkmal des modernen Rechtsstaates, den wir 1989 wollten, dass ein Mensch solange Rechtsschutz geniesst, solange seine Herkunft, etwaige Fluchtgründe bzw. Gefährdercharakter nicht hinreichend bewiesen sind.

03.06.2017 23:13 RÜDI 12

Ich bin richtig froh, dass endlich der Gefährder weg ist , jetzt kann Sachsen gut schlafen und Deutschland auch. Gute Nacht - Germany, last.

03.06.2017 20:57 Agnostiker 11

Drehtuere mit "Unwucht": Fuer einen abgeschobenen Kriminellen sickern vermutlich 50 ueber unsere "offene Grenze" wieder ein.

03.06.2017 20:53 Schildbürgerland 10

Komisch, die Abschiebung scheitert oft wegen fehlender Papiere oder weil die Herkunftsstaaten nicht mitspielen. Ist eigentlich in jedem zivilisierten Land der Welt selbstverständlich: Grenzübertritt nur mit gültigen Papieren und Genehmigung. Nur in Deutschland nicht - da darf jeder rein, gern auch ohne Papiere...

03.06.2017 19:43 Leon 9

Wow, einer wurde abfeschoben. Und was ist mit den vielen Illegalen ohne Papiere, die über sichere Drittländer kamen? Wie lange füttern wir sie noch durch?