Amtsgericht Leipzig Acht Monate Haft für Neonazi

Das Amtsgericht Leipzig hat einen Neonazi wegen des Einsatzes von Pfefferspray gegen NoLegida-Demonstranten sowie Nötigung mit einem Messer zu acht Monaten Haft verurteilt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass der 45-jährige Leipziger am 9. November 2015 nach Abschluss einer Legida-Demo Pfefferspray in Richtung Gegendemonstranten sprühte. Er befand den Angeklagten auch schuldig, in der Nacht zum 20. Oktober 2015 im Leipziger Hauptbahnhof ein Messer vor Gegendemonstranten gezogen zu haben. Diese waren von Protesten gegen den ersten Geburtstag von Pegida aus Dresden zurückgekehrt.

Anwalt spielt Taten herunter

Legida - Proteste zum 2. Jahrestag
Proteste gegen Legida am zweiten Jahrestag. Bildrechte: MDR

Drei Zeugen schilderten vor Gericht, Kevin D. sei mit dem Messer auf die Gruppe von Pegida-Gegnern zugelaufen und sprachen von einer bedrohlichen Situation. Auch ein von einem freien Journalisten gedrehtes Video wertete das Gericht als Beweis. Kevin D. selbst äußerte sich nicht zur Sache. Sein Anwalt, Legida-Mitorganisator Arndt Hohnstädter, hatte Freispruch gefordert. Er argumentierte, bei dem Messer habe es sich in Wahrheit um eine E-Zigarette gehandelt. Nach dem Urteil kündigte der Anwalt an, Rechtsmittel einzulegen.

Kevin D., der in den 90er Jahren einer der Anführer der Leipziger Neonazi-Gruppierung "Reudnitzer Rechte" war, hat seit 1993 14 Vorstrafen angesammelt, unter anderem wegen Raubes, Körperverletzung und Widerstandes gegen Polizisten. Der Richter sagte, D. sei nach mehreren Bewährungsstrafen immer wieder rückfällig geworden. Deshalb sei es ihm nicht möglich, das Urteil zur Bewährung auszusetzen. Mit seiner Entscheidung ging der Richter über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus. Diese hatte auf sieben Monate Haft auf Bewährung plädiert. 

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio : MDR 1 RADIO SACHSEN | Nachrichten | 10.04.2017 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2017, 15:36 Uhr

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18 Kommentare

12.04.2017 22:16 ralf meier 18

@Peter, Hallo Peter, ich hab Ihre Beiträge durchaus mal geschätzt und Ihnen das auch geschrieben. Mittlerweile sind Sie nicht mehr polemisch sondern nur noch bemüht . Aus dem Artikel müssen Sie nicht zitieren ich habe ihn gelesen und den dort genannten Fakten andere gegenübergestellt.
Ich war übrigends noch nie auf einem Montagsspaziergang in Dresden. Ist mir schlicht zu weit weg. Ansonsten habe ich auf ihre letzten Beiträge nicht mehr reagiert. Diesmal habe ich es gemacht, weil sie mir zu persönlich wurden.

12.04.2017 20:43 Peter 17

@16 ralf meier: Armseliger Versuch abzulenken. Da Sie Fakten erwähnten: 14 Straftaten (Raub, Körperverletzung, Widerstand gegen Polizisten), dazu bekennender Rechter und Anhänger von Pegida und Legida. Eine höchst interessante Gemengelage vor allem für Sie als bekennenden montäglicher Spaziergänger in Dresden, welche sich so so friedlich bezeichnen.

12.04.2017 14:19 ralf meier 16

@HERBERT WALLASCH Nr. 2 Hallo, Sie schreiben : 'Alles muß politisch betrachtet werden, es gibt keine Neutralität'. Irgendwo haben Sie schon recht aber wenn man das zu sehr und wohl auch anders als Sie meinen auslebt, landet man im Rudeldenken. Ich nehme mir das Recht heraus, über eine Sache zu diskutieren und nicht über eine korrekte politische Grundhaltung. Da kann es sogar passieren, daß ich MüllerF Nr. 1 einfach mal ohne wenn und aber zustimme. Dem , was Sie dann noch schreiben kann ich nur zustimmen. Man sieht es auch an Kommentaren wie Teslokat Nr 12 und möchte ihn fast dafür bedauern, daß auch er nur ein Deutscher ist. Das ich in meiner Rückmeldung an Sie den türkisch arabischen Hintergrund Berliner Intensivtäter erwähnte , hat auch mehr mit seinem Kommentar zu tun. Aber es ist, wie Sie schon sagten. Einem Faktenignoranten wird das nicht zu denken geben.

12.04.2017 12:32 Echterfuffziger 15

Frage an Herbert Wallasch. Woher haben Sie Ihre Kenntnisse über die "alten Bundesländer"? Pirna liegt ja an der Elbe und die Dresdener wurden ja schon zu DDR-Zeiten als die Bewohner des "Tales der Ahnungslosen" verspottet? Dies habe ich bei Besuchen öfters zu hören bekommen.

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12.04.2017 10:59 Echterfuffziger 14

Die "Welt" ist komplexer, als dies in der Diskussion "abgebildet" wird. Der Freistaat Sachsen mit seiner Niedriglohn- und Sparpolitik, ist nicht auf der Höhe der Zeit. Wer die Polizei zum "Sparobjekt" degardiert darf sich nicht wundern, wenn dies von Extremisten aller Couleur als "Einladung" verstanden wird. Die diversen "Pannen" verdeutlichen dies ja überdeutlich.

12.04.2017 10:00 HERBERT WALLASCH, Pirna 13

An @ 10 - Ralf Meier - Alles muß politisch betrachtet werden, es gibt keine Neutralität, auch wenn man uns dies täglich einreden will. Informanten zu " besorgen " wäre ja normal, doch es wird gezielt mitgemischt, manipuliert (Tino Brand). Gezielt weggeschaut wurde in den alten Bundesländern seid jahrzehnten, auch politisch gewollt. Man wollte ja kein Deutscher sein, nur z.Bsp. Rheinland-Pfälzer und Europäer. Jede berechtigte Kritik wurde als ausländerfeindlich und rassistisch diffamiert. Überhaupt wurde den neuen Ländern jede logische Beurteilung der Lage abgesprochen, hätten ja gar keine Ausländer und die DDR hätte das Ihrige zu der falschen Erziehung beigetragen. Natürlich haben manche ausländische Täter Rückendeckung, die der notorischen Gutmenschen, der absoluten Willkommenskulturbeführworter und der Faktenignoranten, speziell in den alten Bundesländern. Ducken und duckten sich bei diesen speziellen Themen ab, wollen staatskonform sein, wären die besseren DDR-Bürger gewesen.

11.04.2017 20:55 Teslokat 12

Eine Messer-Mann mit 14 Vorstrafen. Das ist deutsche Leitkultur in Höchstform.

Aber Hauptsache, diese Szene hetzt gegen "kriminelle Ausländer". Wer schützt uns vor deutschen Kriminellen wie diesen Typ hier?

11.04.2017 20:25 Normalo 11

Wegen 1 Vorstrafe sollen andere Menschen abgeschoben werden, und der läuft bei 14 Vorstrafen frei rum... Übrigens verlangen Vertreter de Gedankenwelt des 14 maligen dass 1 malige abgeschoben werden... wie bizarr :-)

11.04.2017 18:28 ralf meier 10

@HERBERT WALLASCH, Pirna Nr. 2: Sie schreiben: 'warum wurde er in der Vergangenheit so schonend behandelt, hatte er etwa spezielle Rückendeckung? ' Um das Ganze mal unabhängig von politischen Vorlieben quantitativ einzuordnen empfehle ich den Focus online Artikel: 'Junge arabischstämmige Gewalttäter verachten unser Land“ vom 18.11.2013. Dort kann man erfahren, das diese Laissez-faire Einstellung auch in anderen Zusammenhängen zu finden ist. So gab es alleine in Berlin 520 Intensivtäter sowie knapp 100 „Schwellentäter“, die zwischen fünf und zehn massive Delikte im Jahr begangen hatten . Außerdem 345 „kiezorientierte Mehrfachtäter“ die in ihrem Wohnumfeld wiederholt durch Straftaten aufgefallen waren . 80 % dieser Täter hattenen einen türkischen oder arabischen Migrationshintergrund und ließen sich ganz offensichtlich durch geringe Haftstrafen nicht abschrecken. Da fragt man sich tatsächlich. Hatten die eine spezielle Rückendeckung.

11.04.2017 15:45 Echterfuffziger 9

Allein die Tatsache , das der Anwalt in Revision geht, sollte eine weitere Erhöhung der Strafe "wegen Uneisichtigkeit" bewirken. Justizia bleibe hart!