Eine Fahne wird geschwenkt.
Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow

Kipping, Bartsch & Pellmann in Leipzig  Wahlkampf-Endspurt für die Linke

Drei Tage vor der Bundestagswahl hat die Links-Partei in Leipzig um Stimmen geworben. Rund 1.500 Menschen kamen am Donnerstagnachmittag nach Angaben der Partei auf den Richard-Wagner-Platz. Mit dabei waren auch Partei-Größen wie Dietmar Bartsch und Katja Kipping. Aber eine fehlte.

von Katharina Pritzkow

Eine Fahne wird geschwenkt.
Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow

Politprominenz der Linken in Leipzig - so war es für die Veranstaltung am Donnerstag geplant. Drei Tage vor der Bundestagswahl 2017 sollte unter anderem die Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Sahra Wagenknecht, die zwei Direktkandidaten in Leipzig unterstützen. Doch der Parteivorsitzenden fehlte am Nachmittag anscheinend schlicht die Stimme, um vor dem Publikum auf dem Richard-Wagner-Platz zu sprechen.

Ganz ohne prominente Unterstützung stand Links-Politiker Sören Pellmann für den 153. Wahlbezirk am Ende aber nicht da. Wagenknechts Parteifreund Dietmar Bartsch, ebenfalls Oppositionsführer im Bundestag, machte den Anfang vor dem noch übersichtlichen Publikum und stellte gleich klar: Dass hier der Wahlkampf zu Ende gehe, sei ein Missverständnis. "Jetzt geht es für die kommenden 72 Stunden erst mal richtig los!"

Bekämpfung der Kinderarmut als Hauptthema

Im Rahmen seiner Wahlkampftour spricht der Spitzenkandidat der Linken, Dietmar Bartsch auf einer Bühne in Hamburg.
Unterstützung von der Fraktionsspitze: Die Hauptthemen von Bartsch sind soziale Gerechtigkeit und die Umverteilung des Reichtums. Bildrechte: dpa

Bartschs Themen auf der letzten großen Wahlkampf-Veranstaltung in Leipzig: die ungleiche Verteilung von Vermögen in Deutschland, Begrenzung von Manager-Gehältern, Spitzensteuersatz. Doch sein Hauptthema ist und bleibt die Kinderarmut. Die war, so Bartsch, "im letzten Koalitionsvertrag nicht mal Thema."

Besonders großen Applaus gibt es dafür von einer älteren Frau im Publikum; ihre Enkel sind von Kinderarmut betroffen. Die hochschwangere Tochter stehe kurz davor, obdachlos zu werden. "Ich überlege noch, ob ich AfD wähle oder die Linke. Egal was, ich wähle aus Protest gegen das System und wie es jetzt läuft!"

Duell: Linke oder AfD?

Menschen mit Wahlkampfplakaten auf einer Bühne.
Gedränge auf der Bühne: Zur letzten großen Station der Linken-Wahlkampftour waren auch Kandidaten aus Thüringen und Sachsen-Anhalt bekommen. Bildrechte: MDR/Katharina Pritzkow

Eine andere Wählerin weiß schon jetzt, bei wem sie ihre Kreuze machen will: "Ich war jetzt auf so ziemlich allen großen Wahlkampfveranstaltungen der Parteien in Leipzig - und jetzt habe ich mich entschieden: Weniger in Rüstung investieren! Die 35 Milliarden sind besser in der Bildung und in der Pflege aufgehoben." - Ein Kernthema der Linken.

Doch sowohl Bartsch als auch die Parteivorsitzende Katja Kipping machen sich keine Illusion darüber, wer am Sonntag die ersten beiden Plätze bei der Wahl belegt: Union und SPD seien ziemlich sicher vorn und auch Merkel stehe als Kanzlerin so gut wie fest. Kämpfen will die Partei trotzdem - um Bronze.

Vor allem Katja Kipping sieht ihre Partei im direkten Duell mit der AfD: "Das entscheidende Signal wird sein, wer dieses Mal Platz drei einnimmt!" Vom Mitregieren ist gar keine Rede. Wichtig ist der Politikerin vielmehr, wer die Opposition anführt. Und das will weiterhin die Linke tun. Deshalb am Nachmittag der Appell ans Publikum: "Ob die SPD nun 23 oder 22 Prozent bekommt, ist nicht entscheidend. Und ob eine Spaßpartei nun 1,2 oder 1,7 Prozent bekommt, ist auch nicht wichtig. Deshalb Erst- und Zweitstimme für die Linke!"

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Fernsehen: MDR SACHSENSPIEGEL | 21.09.2017 | 19:00 Uhr

Wahlhelfer öffenen Briefumschläge um die Briefwahlstimmen auszuzählen
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Zuletzt aktualisiert: 22. September 2017, 18:49 Uhr

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4 Kommentare

23.09.2017 16:23 B 4

@ 2 ja richtig das bereits nach 3 Monaten Aufenthalt schon, wer bezahlt den dies alles, wer ??
die sind absolut nicht wählbar,

22.09.2017 23:42 Bernd Escher 3

Die eine, die fehlte ist wohl zu unbequem
m.a.w. nicht auf Linie,würde mich nicht
wundern, dass bei Stimmenverlust die
eine die fehlte...gegangen worden ist...
mfg Bernd Escher

22.09.2017 14:56 Theophanu 2

Linke will Armut bekämpfen, ist aber für Massenmigration von Millionen in unsere Sozialsysteme, verrät also eigenes Klientel - nennt man das roten Humor?

22.09.2017 08:32 Mandy 1

„Durch die Aufspaltung der Wähler in das politische Parteiensystem können wir sie dazu bringen, ihre Energie für Kämpfe über Fragen aufzubrauchen, die keinerlei Bedeutung haben …“
Montagu Norman, 1871-1950, Gouverneur der Bank Of England