Neue Katholische Propsteikirche am Ring mit neuem Rathaus Leipzig_
Bildrechte: MDR/Johannes Batzdorf

Katholiken in Leipzig Propsteigemeinde weiht neue Kirche

Es ist der größte Kirchenneubau in Ostdeutschland seit der Wende: Mit einem Festgottesdienst ist am Sonnabend in Leipzig die neue Propsteikirche geweiht worden. Der schlichte, streng-geometrische Bau in der Innenstadt kostete rund 25 Millionen Euro und wurde durch eine bundesweite Kollekte und Spenden mitfinanziert. Dabei ist Leipzig keineswegs eine katholische Hochburg, sondern eher Diaspora. In der sächsischen Großstadt leben insgesamt nur rund 24.000 Katholiken.

Neue Katholische Propsteikirche am Ring mit neuem Rathaus Leipzig_
Bildrechte: MDR/Johannes Batzdorf

In Leipzig ist am 9. Mai die neue Propsteikirche St. Trinitatis geweiht worden. Durch die zweistündige Heilige Messe führte Bischof Heiner Koch.

Am Festgottesdienst nahmen unter anderem der Vatikan-Botschafter in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, sein Stellvertreter Martin Dulig, Altbischof Joachim Reinelt und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung teil. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten in der Kirche wurde der Gottesdienst auf einer Leinwand vor dem Gebäude übertragen.

Grußwort des Papstes

Nikola Eterović überbrachte vor dem Einzug in die Kirche ein Gruß- und Segenswort von Papst Franziskus. Franziskus erteilte der Gemeinde und dem Kirchenneubau seinen apostolischen Segen. Die neue Kirche öffne ihre Türen auch jenen, die Christus noch nicht kennen, hieß es in der Botschaft. In Erinnerung an das Jahr 1989 erinnerte Eterović daran, dass Christen bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und Zukunft zu gestalten.

Wir sind keine Kirche der Fertigen. Wir suchen Gott immer wieder neu. [...] Wir sind auch dankbar den Ungetauften, vielleicht sind wir uns näher als wir ahnen."

Bischof Heiner Koch

Bischof Koch dankt Gemeindemitgliedern und Spendern

Im Anschluss nahm Bischof Heiner Koch die Weihe der Kirche vor - beginnend mit dem Taufbecken, dem Ambo und dem Altar. In seiner Predigt würdigte Koch das Verdienst und die Kraft der Propsteigemeinde, die Kirche wieder in das Zentrum Leipzigs zurückgeführt zu haben. Zugleich dankte er allen Spendern, "dass sie uns hier in Sachsen nicht allein ließen". Koch bekräftigte das offene Verhältnis zu den evangelischen Gemeinden der Stadt. Die Glocken von Thomaskirche, Nikolaikirche und Propsteikirche seien aufeinander abgestimmt. Er freue sich bereits jetzt darauf, wenn sie gemeinsam erklingen. Zu seinem Lieblingsstück in der neuen Kirche erklärte Bischof Koch die "kleinste und älteste Glocke, die schon so viel Wirbel ausgelöst hat." Sie sei der heiligen Familie gewidmet, was ihn als Familienbischof besonders erfreue.

Rund um die Kirchweihe ist auch ein Programm für Besucher geplant. So gibt es zum Beispiel öffentliche Führungen. Am Samstagabend erklingt die "Nacht der Chöre", zu der sich unter anderem der Thomanerchor, der MDR-Rundfunkchor und der Leipziger Universitätschor angekündigt haben. Am Sonntag findet der erste Gemeindegottesdienst statt.

Zurück ins Zentrum der Stadt  

Der Kirchneubau war notwendig geworden, weil die bisherige Propsteikirche im Rosental am Rand der Innenstadt schwere Schäden hatte. Sie war von den DDR-Machthabern nur in sumpfigem Gelände genehmigt worden.

Der Standort des Neubaus in der Innenstadt liegt unweit der ersten Propsteikirche, die 1847 fertiggestellt worden war und im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe zerstört wurde.

Neubau kostet rund 25 Millionen

Die Grundsteinlegung für das neue Gebäude unmittelbar gegenüber dem Neuen Leipziger Rathaus erfolgte im April 2013. Ein Jahr später konnte der Rohbau fertiggestellt werden. Seitdem ziert in fast 50 Metern Höhe ein gut sieben Meter hohes Kreuz aus Edelstahl das Gebäude.

Im April dieses Jahres fiel schließlich das letzte Gerüst. Der Innenausbau wird nach Angaben von Pfarrer Gregor Giele bis zur Weihe abgeschlossen sein. Die Baukosten betragen derzeit etwa 15 Millionen Euro. Davon übernimmt laut Giele die Gemeinde sieben Millionen Euro, 1,5 Millionen stammen vom Bonifaziuswerk der deutschen Katholiken und den Rest trägt das Bistum.

Zu den reinen Baukosten kommen Giele zufolge weitere zehn Millionen Euro, unter anderem für das Grundstück, die Orgel, die Glocken und die Innenausstattung. Zudem wird davon der Ausbau der angrenzenden Nonnenmühlgasse samt Fußweg finanziert.

Orgelweihe im September

Noch ist unklar, wie hoch die Kosten für den Neubau am Ende insgesamt sein werden. Denn Orgel und Glocken fehlen beispielsweise noch. Die Orgel befindet sich laut Pfarrer Giele noch im Einbau. Ist der abgeschlossen, benötigen die Experten noch etwa drei Monate für die Intonation des Instruments. Die Weihe der Orgel ist bislang für den 27. September geplant. Ende des Jahres sollen dann auch die Glocken läuten.

Das Festwochenende zur Kirchenweihe Freitag, 8. Mai

21:00 Uhr: Vigil (Nachtwache) in der alten Propsteikirche, anschließend Gang zur neuen Kirche und Abschlussandacht im Innenhof
---------------------------------------------
Sonnabend, 9. Mai

11:00 Uhr: Festgottesdienst mit Live-Übertagung in den Außenbereich vor der Kirche

ab 14:00 Uhr: stündliche Kinder- und Jugendchöre in der Kirche, anschließend Kirchenführungen

21:00 Uhr: Nacht der Chöre in der Propsteikirche mit Thomanerchor Leipzig, MDR RUNDFUNKCHOR, Chor des Kirchenmusikalischen Instituts Leipzig, Leipziger Universitätschor, Sächsischer Kammerchor, Vokalensemble "Sjaella"

24:00 Uhr: Gebet zu Mitternacht

anschließend Kirchenjazz mit dem David-Timm-Jazzquartett
---------------------------------------------
Sonntag, 10. Mai

10:00 Uhr Festgottesdienst

ab 13:00 Uhr: stündliche Kinder- und Jugendchöre in der Kirche, anschließend Kirchenführungen

18:00 Uhr: Ökumenische Vesper

Zuletzt aktualisiert: 07. Mai 2015, 10:11 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

36 Kommentare

11.05.2015 16:58 Kerstin 36

das war alles in der "DDR" verboten: Schwulenverherrlichung, Massenimmigration, Multikulti,Dauerndes Bleiberecht für Gastarbeiter, Einführung des Islam, Freimaurerei, Organisierter Feminismus, „Frankfurter Schule“,Gender Mainstreaming und noch vieles Andere.
Das sind alles linksradikale Forderungen, die FunktionärskatholikInnen, allen voran das ZDK massiv vorantreiben.
Die Protestanten haben durch die Politisierung des Christentumes das Kernland der Deformation entchristlicht
Nun macht es die katholische Kirche nach, anstelle den dreifaltigen Gott zu verkünden und hinauszugehen und von der Freude des Glaubens zu künden werden Betonbunker errichtet.
Seit der Zeit der 1968er Diktatur geht es dank der Anpassung an den Zeitgeist auch mit der katholischen Kirche bergab!
Das sind Fakten!
Die Kirche in Polen ist nur so stark, weil sie sich dem Zeitgeist nicht so stark angepaßt hat, wie in restlichen Staaten der realsozialistischen EUdSSR, allen voran in der DDRreloaded der FDJ-Tante

11.05.2015 16:03 Wirr ist das Volk... 35

- was man ja mittlerweile schon gewohnt ist...aber um Sie - liebe @34. Kerstin - mache ich mir nun wirklich ernsthaft Sorgen - besonders was den letzten Absatz Ihres Kommentars betrifft...

11.05.2015 13:41 Kerstin 34

da werden jetzt aber die Massen kommen, sich von der Bauweise angezogen fühlen und neugierig auf den christlichen Glauben werden...

nach den Betonschandtaten der 1970er Jahre scheint die deutsche Nationalkirche noch in diesen Zeiten zu schwärmen und immer noch Gebäude errichten, die den Charme eines Kernkraftwerkes ausstrahlen.

Der Balast der Republik hat gegen dieses häßliche Betonmonument dagegen Wärme ausgestrahlt.
Wieso wird in der "Kirche" peinlichst genau jegliche christliche Symbolik vermieden...
der Altarraum sieht eher aus wie die Volkskammer der untergegangenen "DDR" und das letzte verbliebene Zentralkomitee in Deutschland unterhält sich die Kirche mit dem ZDK, politisch so links, da war die "DDR" hingegen schon konservativ...

11.05.2015 13:26 Rasselbock 33

Jürgen aus Chemnitz: Intoleranz verbreiten Sie mit ihrem Beitrag. Wer nichts mit der Kirche am Hut hat muss noch lange nicht Atheist sein. Aber Sachsen und Weltoffenheit, es ist wie Feuer und Wasser.

11.05.2015 11:29 Jürgen aus Chemnitz 32

Nach Pegida, Legida und Cegida ein weiteres Beispiel der Gegner dieser Kirche für die Intoleranz so mancher Lebensgefährten. Haben die Menschen denn durch die vernebelnde Wirkung von Konsum, Fun und Ellenbogengesellschaft noch nicht begriffen, dass der Ort eine Oase für alle Menschen ist, nicht nur für Gläubige. Hier werden keine Eintrittspreise verlangt und jeder Christ der Kirchensteuer bezahlt macht das auch, das dies so bleiben kann. Haben die Menschen durch die Vernebelung der Gesellschaft den wirklich schon vergessen das gerade die Kirche es war die in der DDR Diktatur den Menschen geholfen hat.
Sorry aber ich schäme mich für solche Menschen. Das Schlimme ist das sie Deutsche sind und auch noch in unseren Freistaat leben.

11.05.2015 09:31 Tom aus Leipzig 31

Was für Kleingeister, die sich hier als Kommentatoren tarnen und die Toleranz im Munde/Finger führen. Unglaublich!
In einer Stadt, in der linke Faschisten die mutwillige Zerstörung von Staatseigentum scheinbar ungestört betreiben können und dabei noch von Multiplikatoren aus dem entsprechenden linken politischen Umfeld angestachelt werden, kann man sich über manch hasserfüllten und intoleranten Kommentar nicht wirklich wundern.
Die Polizeidienststellen und das Gericht wurde beschmiert und beschädigt und keinen regt das auf - was soll man dazu sagen... Da sind ebenfalls Steuergelder nötig, um das wieder in Ordnung zu bringen. Der Stadt täte mehr Staat gut - mehr Kontrolle und Konsequenz für die Durchsetzung der Gesetze und Verfolgung von durch linke Chaoten verübte Straftaten.

10.05.2015 22:55 Leipziger 30

Sehr schön,
sankt tetris ist fertig. Und ich dachte immer das zeitalter der menschenfeindlichen Architektur liegt hinter uns.
Wahrscheinlich hat man den Architekten zu schlecht bezahlt.

Und obendrauf noch ein kreuz was auf alle herunterblickt,
damit auch die Nichtgläubigen begreifen wenn sie hier anbeten sollen.
Super! Noch ein Bunker mehr in Leipzig Innenstadt und eine grünfläche weniger.
man hatte ja auch weniger zentral bauen können.
Echt klasse!

10.05.2015 21:41 teacher 29

Peinlich für eine weltoffene Kulturstadt, wie sich einige über etwas auslassen, wovon sie offensichtlich keine Ahnung haben, woher auch nach zwei Diktaturen.Offensichtlich hätten einige dort lieber einen weiteren KonsumTempel, eine Jugendweihehalle oder ein Denkmal für die Opfer der Wende gesehen.

10.05.2015 14:45 anonymous 28

@Anita

Denken Sie, dass Erfolg von der Religionszugehörigkeit abhängt ? Ich glaube eher nicht.
Thomas Gottschalk, Miroslav Klose usw haben die Welt voran gebracht ? Verstehe ich jetzt nicht wirklich.

Kurz und knapp: Ich sehe darin kein Argument.

@Interessant (bzw 26.) Ich kann nicht alle Kommentatoren schützen. Manche schießen auch über das Ziel hinaus. Man hätte das auch netter schreiben können. Da gebe ich Ihnen Recht.

10.05.2015 14:27 Linkenanhänger 27

Wieviele Steuermilionen gingen hierfür drauf? 5 oder 10 Mio?