Ein Leipziger Traum wird wahr : Durchstich zum Lindenauer Hafen im September
Das Hafengelände in Leipzig-Lindenau soll in den nächsten Jahren schrittweise erschlossen und an den Karl-Heine-Kanal angeschlossen werden. Wie Oberbürgermeister Burkhard Jung am Dienstag in Leipzig erklärte, erfolgt der erste Spatenstich für die Gewässerverbindung im September. Östlich des Hafenbeckens sei ein Stadtquartier geplant, das Leben und Arbeit verbindet. Westlich des Areals soll ein Landschaftsraum gestaltet werden. Mit dem neuen Stadtquartier sollen auch die Stadtteile Grünau und Neulindenau verbunden werden.
Ein Leipziger Traum wird wahr
Mit dem Durchstich erfüllt sich ein langgehegter Traum der Leipziger. Schließlich mündet der Karl-Heine-Kanal weiter östlich in die Weiße Elster, wodurch auch Anschluss an das Neuseenland besteht. OB Jung sieht im Lindenauer Hafen eines der "spannendsten Zukunftsprojekte Leipzigs". Es handele sich um die erste Entwicklung eines neuen Stadtquartiers in Leipzig seit 1990. "Im Verbund mit dem Leipziger Gewässernetz hat er die Chance, sich zu einem Kleinod zu entwickeln, das dem Wassertourismus neue Möglichkeiten erschließt."
Kaimauern und Speicher des Lindenauer Hafens sind inzwischen fast 70 Jahre alt. Ein Schiff haben sie allerdings noch nie gesehen, denn dem Lindenauer Hafen fehlte bisher der Anschluss an die anderen Gewässer der Stadt. Lindenau ist sozusagen der Stein gewordene Traum der Leipziger vom Tor zu den Weltmeeren. Das nun geplante Stadtquartier soll den Dornröschenschlaf der Brache beenden. Leipzigs Baubürgermeister Martin zur Nedden schätzt, dass rund 1.000 Menschen hier einen neuen Wohnraum finden werden. Büro- und Gewerbeflächen sollen das Quartier außerdem beleben. "Unser Ziel ist ein lebendiges Quartier mit stabiler sozialer Mischung." Das Kernstück, die Verbindung des Hafenbeckens mit dem Karl-Heine-Kanal, ist rund 620 Meter lang. An der Uferpromenade sollen Stadthäuser und Villen entstehen. Der Baustart ist für 2014 vorgesehen.
Hauptlast tragen private Investoren
Der Stadtrat hatte auf seiner letzten Sitzung in der vergangenen Woche den Weg dafür freigemacht. Öffentliche Gelder in Höhe von rund 18 Millionen Euro sollen in den Hafenausbau gesteckt werden. Wie Sachsens Innenminister Markus Ulbig am Mittwoch mitteilte, fließen beispielsweise aus dem Bund-Länder-Programm "Stadtumbau Ost", dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und der Brachenrevitalisierung 6,6 Millionen Euro Fördermittel. Der Eigenanteil der Stadt Leipzig soll 3,8 Millionen Euro betragen. Die Baukosten fallen damit deutlich geringer aus als bislang angenommen. Ursprünglich waren 22 Millionen veranschlagt. Geringere Kosten beim Wasserbau und bei den neuen Straßen und Wegen sollen die Kosten drücken. Außerdem erhofft sich die Stadt deutlich höhere Einnahmen bei der Vermarktung der angrenzenden Flächen. Mindestens 50 Millionen Euro soll von privaten Investoren in den Ausbau fließen.
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Bauprojekt Lindenauer Hafen
Bis 2014 sollen am Lindenauer Hafen Promenaden, öffentliche Plätze und Wege mit abwechslungsreichen Aussichtspunkten entstehen. Dabei soll immer wieder die Beziehung zum Wasser hergestellt werden.
Bis 2015/2016 soll das neue Stadtquartier mit Wohnungen, Büros und Freizeitflächen fertiggestellt sein. Die Wohnungen sollen speziell von Familien bezogen werden. Es sind sieben rechteckige Baufelder am Ufer geplant, zudem mehrere Stadtvillen und Stadthäuser.
