Sachsen

Verkehr : Lkw-Maut auf Bundesstraßen gestartet

Die Lkw-Maut in Deutschland ist ausgedehnt worden. Rund sieben Jahre nach ihrer Einführung auf den Bundesautobahnen ist sie auf gut ausgebaute Bundesstraßen ausgeweitet worden. Seit Mittwoch, 0.00 Uhr, sind die Bundesstraßen mautpflichtig, die vierspurig ausgebaut und an Autobahnen angebunden sind. Insgesamt sind damit 1.135 der rund 40.000 Kilometer Bundesstraßen mautpflichtig.

100 Millionen Euro pro Jahr

Mit der Ausweitung der Lkw-Maut auf die Bundesstraßen soll das Umfahren der Autobahnen auf den gut ausgebauten Bundesstraßen vermieden werden. Über den zunehmenden Lkw-Verkehr auf den betroffenen Strecken hatten sich bundesweit Anwohner beklagt. Die Maut beträgt, wie auch auf der Autobahn, rund 17 Cent pro Kilometer. Damit sollen jährlich rund 100 Millionen Euro eingenommen werden, die dann dem Straßenbau zugutekommen. Die Einnahmen aus der Autobahnmaut betrugen zuletzt rund 4,5 Milliarden Euro pro Jahr.

Speditionsverband: Ausdehnung bringt neuen Ausweichverkehr

Kritik an der Ausdehnung gibt es vom Verband Spedition und Logistik. Dessen Sprecher Rüdiger Ostrowski sagte, die Ausdehung dämme den Ausweichverkehr nicht ein, sondern produziere nur weitere Ausweichverkehre, weil sich Spediteure nun eben andere mautfreie Bundesstraßen suchen würden. Dort, wo ein Ausweichen nicht möglich sei, würden die Spediteure die Mehrkosten an ihre Auftraggeber weitergeben. Im Endeffekt würden die Kosten in den Preisen der Produkte landen.

Galerie: Die neuen Mautstrecken in Mitteldeutschland

Karte LKW-Maut in Mitteldeutschland auf Bundesstraßen, neu ab 1. August 2012 Karte LKW-Maut in Mitteldeutschland auf Bundesstraßen, neu ab 1. August 2012 Karte LKW-Maut in Mitteldeutschland auf Bundesstraßen, neu ab 1. August 2012

Ab dem 1. August müssen Lkws auch auf einigen Bundesstraßen Maut zahlen. Welche Streckenabschnitte betroffen sind, sehen sie in unserer Übersicht. [Bilder]


Diskussion um weitere Ausdehnung

Angesichts der Ausdehnung ist die Diskussion über weitere Schritte wieder aufgeflammt. So will die SPD prüfen, ob ab der kommenden Legislaturperiode ab 2013 alle Bundesstraßen einbezogen werden können. Der verkehrspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Sören Bartol, sagte, Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Systemkosten niedrig blieben und die Einnahmen in die Infrastruktur flössen. Auch der Verkehrsclub Deutschland und der Städte- und Gemeindebund haben sich dafür ausgesprochen, dass Lkws auf allen Straßen eine Benutzungsgebühr zahlen sollten.

Zuletzt aktualisiert: 01. August 2012, 17:55 Uhr

9. Ein Wolfner:
Ihr werdet euch alle noch wundern. Die PKW Maut steht kurz bevor, die geben es nur nicht zu.!! mal sehen wie ihr (Leser) dann reagiert. Zu dem 4. Pelocke kann ich nur sagen, "Junge wo lebst du". Steuern zahlen, sind und waren die "Kleinen Deutschen" schon immer Spitze. Kleine Deutsche sind das arbeitende Volk, die die eigentlich fürs Wachstum verantwortlich sind. Ich geh schon seit Jahren nicht mehr wählen, ist vieleicht nicht richtig!! geb ich auch zu. Aber sag mir mal einer, wen soll man denn da "Oben" seine Stimme geben. Sind doch nur Pakaluten.
01.08.2012
19:08 Uhr
8. Frank:
Die Preisschraube und damit die Ausbeutung der Bürger dreht sich weiter. Demokratie (Volksherrschaft) ist dies schon lange nicht mehr Eine Regierung welche immer neue Abzocke - Methoden erfindet um unsinnigste Ausgaben zu finanzieren (hier ist die Liste unendlich lang) führt ein Land in den Untergang. Hier haben die Menschen keine Zukunft mehr. Sie haben nur noch die Wahl entweder zu emigrieren bzw. aktiv Widerstand leisten. Einen Zwischenweg gibt es nicht. Ich wähle den zweiten Weg. Und es sollte sich kein -alles abnickender- Politiker einbilden das die Menschen in Deutschland diese Fehlentscheidungen vergessen. Diese kleinen Gruppe von Egoisten wird zur gegebener Zeit dafür zur Verantwortung gezogen.
01.08.2012
18:50 Uhr
7. KLAUSPFISTER:
MAUT? ABZOCKE! DEN LKW VERKEHR AUS DEN DOERFERN VON DEN BUNDESSTRASSEN ENTFERNEN;..GANZ EINFACH DIE BLOEDE LKW MAUT AUF AUTOBAHNEN TOTAL ABSCHAFFEN! SAEMTLICHER AUSLANDS LKW TRANSIT VERKEHR AUF DIE BAHN ZWINGEN ODER TRANSITMAUT FUER AUSLAENDER EINFUEHREN!
01.08.2012
16:52 Uhr
6. Heiko:
Hat man auch daran gedacht dass alles teurer wird Lebensmittel Getränke u.s.w. Die hohen Herren haben ja genug Geld , aber wie sieht es bei den kleinen Mann und Frau aus ? Hier sollte man Protestieren .
01.08.2012
10:55 Uhr
5. Heinz Faßbender:
Das Abzocken geht unvermindert weiter - die nächste Banksterrettung kommt bestimmt und danach eine Diätenerhöhung - bis das Volk sagt jetzt ist Schluss - der Tag wird kommen und dann Gnade Euch Gott.
01.08.2012
09:25 Uhr
4. Enrico Pelocke:
Züge auf Eisenbahngleisen müssen schließlich auch Nutzungsgebühren für die Infrastruktur bezahlen: zusätzlich zur Mineralölsteuer (die auch für Züge gilt) mehrere € je Zugkilometer und viele € für Abstellgleise, Jahresgebühren mehrere Tausend €. Warum gilt das für Autos nur ausnahmsweise?
31.07.2012
21:02 Uhr
3. Enrico Pelocke:
"Insgesamt werden 1.135 der rund 40.000 Kilometer Bundesstraßen mautpflichtig." =1 Tropfen auf den heißen Stein! Ausweichverkehre verhindert man, indem alle Straßen mautpflichtig werden. Wenn die Maut bei verschiedenen Straßen unterschiedlich hoch ist, kann man die Autos auf die gewünschten Straßen lenken. Wem die Maut zu teuer ist, kann Bahn fahren. Und das ist gewollt. Dazu gehört natürlich ein akzeptables Bahnangebot. Hoffentlich müssen wir auf alle diese Notwendigkeiten nicht zu lange warten.
31.07.2012
20:57 Uhr
2. HansMeiser:
Das bedeutet praktisch Preiserhöhungen für alle Waren, welche mit dem LKW tranportiert werden. Aber die Löhne bleiben schön niedrig, nur die Steuern, die Abgaben und die Diäten steigen unaufhörlich.
31.07.2012
16:37 Uhr
1. Westsachse:
"Damit sollen jährlich rund 100 Millionen Euro eingenommen werden die dann dem Straßenbau zugute kommen." - Sicherlich genauso wie die anderen 4,5Mrd. Euro auch. Perfekt zum stopfen von Haushaltslöchern aber garantiert nicht für den Straßenbau bzw. Unterhalt.
31.07.2012
09:44 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Maut

"Maut" stammt vom gotischen mota und bedeutet Zoll. Der Bau und Erhalt von Wegen und Brücken kostete Geld und Arbeit, was mit der Maut als Nutzungsgebühr abgezahlt werden sollte.

Die Idee der Maut geht auf germanische Stämme zurück: Während die Römer ihre Straßen durch Steuern finanzierten, die Anwohner der jeweiligen Straße regelmäßig zu entrichten hatten, verlangten die Germanen Abgaben von allen Reisenden, die ihre Wege benutzen wollten.

Dieser so genannte Wegzoll setzte sich im Mittelalter als allgemein akzeptierte Form der Straßenfinanzierung durch. In der Neuzeit wurde der Wegzoll in Europa Stück für Stück abgeschafft, da die vielen Abgaben den freien Handel behinderten. Seit den 1950er-Jahren gibt es wieder Mautgebühren in europäischen Ländern. Zum einen sollen damit die Kosten der Straßeninstandhaltung gedeckt werden, zum anderen lässt sich mit den Gebühren die Verkehrsdichte (z.B. in Innenstädten) steuern.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK